Ermittlungen in Leverkusener KlinikZwölf Tote nach Hitzewochenende! Jetzt schaltet sich die Staatsanwaltschaft ein

Eine Klinik in Leverkusen hat ungewöhnlich viele Hitzetote zu beklagen
Eine Klinik in Leverkusen hat ungewöhnlich viele Hitzetote zu beklagen (Symbolbild)
jbu, Jens Büttner/dpa, Jens Büttner

Welchen Anteil hat die Hitze am Tod der Patienten?
Zwölf Menschen sterben innerhalb weniger Tage in einem Krankenhaus in Leverkusen. Jetzt prüft die Staatsanwaltschaft, ob die Hitzewelle eine Rolle gespielt haben könnte und ob es Hinweise auf ein Fremdverschulden gibt.

Was geschah am Hitzewochenende?

Zwischen dem 26. und 29. Juni starben im St. Remigius Krankenhaus in Leverkusen zwölf Patienten. Das Krankenhaus bestätigte die Zahl. Nun hat die Staatsanwaltschaft Köln ein sogenanntes Todesermittlungsverfahren eingeleitet.

Dabei soll geklärt werden, ob und in wie vielen Fällen die extreme Hitze möglicherweise mit den Todesfällen in Zusammenhang steht. Außerdem prüfen die Ermittler, ob es Hinweise auf ein mögliches Fremdverschulden gibt. Gegen einzelne Personen wird derzeit allerdings nicht ermittelt.

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Zunächst wollen die Ermittler feststellen, in welchen Fällen die behandelnden Ärzte überhaupt eine unnatürliche Todesursache angegeben haben. Nur dann ist die Staatsanwaltschaft zuständig.

Das Krankenhaus weist unterdessen darauf hin, dass zwölf Todesfälle in diesem Zeitraum für ein Akutkrankenhaus mit seinem Leistungsspektrum nicht ungewöhnlich seien. Die verstorbenen Patienten seien im Durchschnitt 86 Jahre alt gewesen, viele sogar älter als 90 Jahre. Man stehe in engem Austausch mit den Behörden und unterstütze die laufenden Ermittlungen.

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Hitze als Ursache oft schwer nachweisbar

Der Fall beschäftigt inzwischen auch die Politik. Die SPD-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag fordert eine Sondersitzung des Gesundheitsausschusses. Dabei soll unter anderem geklärt werden, wie Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen künftig besser auf extreme Hitze vorbereitet werden können.

Experten betonen allerdings, dass sogenannte Hitzetote nur schwer eindeutig nachzuweisen sind. Vor allem bei hochbetagten oder schwer kranken Menschen lasse sich oft nicht klar feststellen, welchen Anteil die hohen Temperaturen am Tod hatten. Die Hitze werde deshalb in vielen Fällen nicht als unmittelbare Todesursache in den Unterlagen vermerkt.

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Fest steht jedoch: Nach Einschätzung von Intensivmedizinern nehmen hitzebedingte Todesfälle durch den Klimawandel zu. Ob die Hitzewelle Ende Juni tatsächlich zu den zwölf Todesfällen in Leverkusen beigetragen hat, sollen nun die laufenden Ermittlungen klären. (ajo)

Verwendete Quellen: dpa