Sorge vor Krawallen wie in FrankreichPolizeichef sieht Deutschland besser gerüstet, aber warnt!

Deutschlands Polizei ist besser vorbereitet.
Davon ist zumindest der Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jochen Kopelke, überzeugt. Während nach den gewalttätigen Protesten in Frankreich auch hierzulande die Sorge vor Ausschreitungen wächst, setzt er auf die Einsatzstrategien der deutschen Beamten. Doch für die geplanten Demonstrationen am 31. Oktober hat er auch eine deutliche Warnung und richtet klare Worte an die Bundesregierung.
Polizeichef: „Qualität und Professionalität“ in Deutschland anders
„Ich glaube, dass die Qualität und Professionalität der deutschen Polizei eine andere ist“, sagt GdP-Bundeschef Jochen Kopelke gegenüber den Zeitungen der Mediengruppe Bayern. Anders als in Frankreich setze die deutsche Polizei auf andere Einsatzstrategien und Ausrüstung.
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Schon vor Demonstrationen bereiten sich die Beamten auf mögliche Konflikte vor, prüfen Routen und klären Auflagen. Dabei steht vor allem die Kommunikation im Mittelpunkt. Die Polizei könne „auch Rädelsführer herausgreifen und den friedlichen Teil des Protests fortbestehen lassen“, erklärt Kopelke.

Proteste am 31. Oktober: Polizei warnt vor Gewalttätern
Der Hintergrund: Nach den heftigen Ausschreitungen in Frankreich wächst die Sorge, dass die Gewalt auch auf deutsche Straßen überschwappt. Unter dem Motto „Gen Z regelt das“ ruft ein Bündnis für den 31. Oktober zu Demonstrationen in zahlreichen deutschen Städten auf, unter anderem in Hamburg. „Wer friedlich feiern oder demonstrieren will, soll das tun. Aber wer meint, Bilder der Zerstörung aus Frankreich nach Hamburg holen zu können, hat sich gewaltig getäuscht“, erklärt Landeschef Lars Osburg in einer Pressemitteilung. Innenpolitiker und Polizeivertreter befürchten, dass Extremisten die Proteste für ihre Zwecke ausnutzen könnten.
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„Wir müssen damit rechnen, dass wir Konflikte und gewalttätige Situationen erleben“, warnt Kopelke. Hinter möglichen Ausschreitungen vermutet er organisierte Gruppen, die sich über soziale Netzwerke gezielt verabreden. „Es ist nicht die zwölfjährige Schülerin, die sich über ihre Schultoilette beschwert. Dahinter stecken Gewalttäter, die jede Gelegenheit zur Eskalation nutzen“, sagt der Gewerkschafter.
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Deutliche Kritik an der Politik: „Darf nicht warten, bis die Straßen brennen“
Die Bundesregierung müsse endlich auf die Sorgen der jungen Generation reagieren, fordert Kopelke. „Wenn eine Generation sagt, dass das Bildungssystem nicht funktioniert, muss die Politik das ernst nehmen und darf nicht warten, bis die Straßen brennen.“ Als Beispiel nennt er die weitgehend friedlichen Klimaproteste der vergangenen Jahre. Diese seien eine „sehr friedliche und eindrucksvolle Bewegung“ gewesen, die von der Politik ignoriert worden sei.
Besonders deutlich wird Kopelke beim Thema Bildungspolitik. Während die Bundesregierung große Reformen plane, komme das Geld aus den Sondervermögen aus seiner Sicht nicht ausreichend bei den Schulen an. Das schüre zusätzlichen Frust. Seine Botschaft an die Politik ist unmissverständlich: „Wir sind Polizeibeamte und nicht die, die mit dem Schlagstock die schlechte Politik mancher Regierung verteidigen.“
Verwendete Quellen: AFP, GdP


