Nach heftigen Ausschreitungen in FrankreichGewalt-Plünderer machen mit gestohlenen Luxus-Waren online richtig Kasse

Erst die Gewalt-Demos und jetzt auch noch DAS!
Nach den heftigen Ausschreitungen in Frankreich taucht die Beute der Plünderer offenbar im Netz auf. Gestohlene Luxusmode wird auf Verkaufsplattformen angeboten. Vinted reagiert bereits auf verdächtige Inserate.
Plünderungen bei Louis Vuitton, Rolex und Adidas
Die Geschäfte sind geplündert, doch für einige Täter scheint die Sache damit noch nicht vorbei zu sein. Nach den Plünderungen in Frankreich versuchen offenbar zahlreiche Menschen, erbeutete Waren über Online-Plattformen zu Geld zu machen. Dort finden sich seit dem Wochenende vermehrt Angebote, bei denen es sich um gestohlene Kleidung und andere Beute handeln könnte.
Lese-Tipp: Krawall-Aufrufe im Netz! Drohen jetzt auch bei uns Unruhen wie in Frankreich?
Am Samstag waren Demonstrationen für eine neue Bildungspolitik und niedrigere Lebenshaltungskosten in Paris und weiteren französischen Städten in schwere Ausschreitungen umgeschlagen. Nach Angaben der Polizei wurde eine niedrige vierstellige Zahl an Geschäften geplündert. Betroffen waren unter anderem Filialen von Louis Vuitton, Kenzo, Rolex, Adidas und Sephora.

Nach den Plünderungen in Frankreich häufen sich verdächtige Angebote
Ein Teil der Beute landet nun offenbar auf Second-Hand-Plattformen. Vinted erklärt, seit dem Wochenende verstärkt auffällige Inserate zu prüfen und gegebenenfalls zu entfernen. Misstrauisch wird das Unternehmen etwa bei ungewöhnlich günstigen Luxusartikeln oder wenn Nutzer plötzlich größere Mengen ungetragener Markenware anbieten.
In den Nutzungsbedingungen der Plattform ist der Verkauf gestohlener Waren ausdrücklich verboten. Wer trotzdem versucht, Diebesgut anzubieten, muss mit einer dauerhaften Sperrung seines Kontos rechnen. Wie viele Angebote bislang geprüft oder wie viele Nutzer ausgeschlossen wurden, nennt Vinted nicht.
Ein Sprecher sagt RTL: „Der Verkauf von Diebesgut oder die Werbung dafür ist auf Vinted strengstens untersagt, und wir verfolgen diesbezüglich eine Null-Toleranz-Politik.” Und weiter: „Wir arbeiten aktiv mit den Strafverfolgungsbehörden und den französischen Behörden zusammen und passen unsere Prozesse kontinuierlich an, um neue Risiken und böswilliges Verhalten zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken.“
Für Verkäufer könnte es direkt zur Polizei gehen
Wer seine vermeintlichen Schnäppchen dort verkauft, bleibt außerdem nicht unbedingt anonym. Für eine Auszahlung verlangt die Plattform ein Bankkonto sowie den korrekten vollständigen Namen. Dadurch kann Vinted Nutzer in der Regel identifizieren und gegebenenfalls bei der Polizei anzeigen. Für Anbieter von gestohlener Kleidung könnte das schnell zum Problem werden.
Bei Ebay sieht die Lage bislang anders aus. Das Unternehmen habe keinen Anstieg von Angeboten mit möglichem Diebstahlbezug festgestellt. Nach eigenen Angaben setzt die Plattform technische Werkzeuge ein, um entsprechende Inserate möglichst früh zu erkennen.

Frankreichs Regierung fordert schnelles Handeln
Auch die Politik erhöht jetzt den Druck. Frankreichs Digitalministerin Anne Le Henanff und Wirtschaftsminister Serge Papin fordern, entsprechende Verkaufsangebote unverzüglich zu löschen. Zudem sollen die Plattformen eng mit den Behörden zusammenarbeiten, damit der Weiterverkauf von Diebesgut strafrechtlich verfolgt werden kann.
Le Henanff traf sich nach Angaben ihres Ministeriums bereits mit Vertretern von Vinted, Amazon, Ebay, Leboncoin sowie Meta und TikTok. Auch der französische Onlinehandelsverband Fevad nahm teil. Was bei dem Treffen konkret besprochen oder beschlossen wurde, ist bislang nicht bekannt.
Dieser Text erschien in anderer Form zuerst auf ntv.de. Ntv.de gehört zu RTL.
Verwendete Quellen: ntv.de


