Diesel springt auf mehr als zwei EuroKrieg treibt die Preise nach oben – Verbraucherexperte gibt Tipps

Prix de l essence, une forte hausse redoutee dans les stations-services, afflux de conducteur pour faire le plein, Promenade des Anglais. Nice, FRANCE - 02/03/2026//SYSPEO_sysA011/Credit:Syspeo/SIPA/2603022326
Preisschock an deutschen Zapfsäulen
picture alliance / SIPA
von Marie Sofie Horstmann und Torsten Knippertz

Benzin, Öl, Lebensmittel – der Krieg im Iran hat auch Auswirkungen auf uns.
In den letzten Tagen sind die Benzinpreise zeitweise auf über 2 Euro pro Liter gestiegen. Jetzt meldet der ADAC: Auch der Preis für Diesel ist im Bundesschnitt auf mehr als zwei Euro gestiegen. Der Grund: Der Schiffsverkehr ist unterbrochen. Viele Frachtschiffe können wegen der angespannten Lage nicht durch die Straße von Hormus fahren. Eine wichtige Handelsroute. Allein ein Fünftel des globalen Ölverbrauchs wird durch diese Meerenge transportiert.

Preisunterschiede von mehr als 20 Cent pro Liter

Auswirkungen haben der Krieg und seine Folgen auf den Spritpreis. RTL-Verbraucherexperte Torsten Knippertz empfiehlt deshalb, Preise zu vergleichen, beispielsweise über eine Tankapp. Denn oft gibt es Unterschiede von mehr als 20 Cent pro Liter in der näheren Umgebung. „Das geht hoch und runter. Es wird wahrscheinlich (...) teuer bleiben.” Immerhin, der Bundesverband der Deutschen Industrie erwartet bei der Öl‑ und Gasversorgung keine unmittelbaren Engpässe in Europa. Trotzdem würde laut des Verbands eine langfristige Sperrung oder Beeinträchtigung des Seeweges erhebliche Auswirkungen auf Lieferketten und Preise haben. Da für die deutsche Industrie Erdgas und Strom zentral sei.

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Keine Panik beim Heizen

Auswirkungen hat das auch beim Heizen im Eigenheim. Wer eine Ölheizung hat und nicht dringend auffüllen muss, dem empfiehlt Torsten Knippertz: „Wer jetzt einen Öltank hat, da würde ich nicht sofort in Panik verfallen, sondern (...) lieber warten, dass es wieder runtergeht und hoffen, dass dieser schlimme Krieg schnell vorbeigeht.” Anders beim Gas. Hier hat man keinen Spielraum. Die Preise werden hier ansteigen. Höhere Nachzahlungen für Mieter und Eigentümer können eine mögliche Folge sein.

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Teurere Lebensmittel und Blumen

Die Preise steigen auch im Supermarkt. Vieles werde laut unserem Experten perspektivisch teurer. „Die Lebensmittelpreise nach solchen Krisen steigen erfahrungsgemäß so drei bis sechs Monate später. Ist alles Spekulation, (...) aber erfahrungsgemäß wird das ganz gerne genutzt, zumindest um Preiserhöhungen zu begründen.” Denn wenn die Energiepreise steigen, werde am Ende alles teurer, da die Energie für die Produktion von Produkten benötigt werde. Neben den Produktionskosten steigen auch die Transportkosten, die dann Auswirkungen auf das Endprodukt haben. So sei es schon jetzt bei Blumen. Laut dem Bundesverband für Großhandel, Außenhandel und Dienstleistungen liege das an der Unterbrechung der Flugrouten:„So kann es beispielsweise im Blumen-Großhandel durch die Unterbrechung wichtiger Flugrouten aus Afrika über Dubai zu Verknappungen und in der Folge zu möglichen Preisanstiegen, besonders im Bereich der Rosen, kommen.”

Durch den Krieg im Iran müssen wir also in den nächsten Monaten mit einem Preisanstieg in allen Bereichen rechnen. Durch das Abwarten beim Auffüllen von Ölheizungen kann aber gespart werden.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, dpa, reuters