Buckelwal zurück in der Nordsee Ist Timmy tot? Seine Retter melden ganz andere Daten

Lebt er doch noch?
Der vor Wismar gestrandete Buckelwal ist zurück in der Nordsee. Doch obwohl das Tier mit einem Peilsender ausgestattet wurde, dringen nur wenige Informationen an die Öffentlichkeit. Wo ist der Wal gerade und wie geht es ihm? Tierärztin Kirsten Tönnies, die Timmy bei der Rettungsaktion betreut hat, spricht im RTL-Interview darüber, was sie über das Tier weiß.

Tierärztin sicher, dass Timmy Dienstagabend noch am Leben war

Bis zum Abend des 5. Mai habe die private Initiative Signale von Timmys Tracker empfangen, sagt sie. „Gestern Abend waren die Meldungen so, dass wir davon ausgehen müssen: Er lebt“, erklärt die Veterinärmedizinerin im RTL-Interview. Das Tier sei unterwegs und es gäbe keine Anzeiche dafür, dass es tot sei. Wie es nach der Nacht und im Laufe des 6. Mai mit dem Wal weitergegangen sei, wisse sie nicht.

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Wer genau aus dem Team die Daten des Peilsenders überwacht und weiterleitet, wisse sie nicht. Sie könne auch nicht sagen, warum die nicht an die Öffentlichkeit kommuniziert würden. „Vielleicht, weil alle wieder ihr normales Leben aufnehmen müssen und das jetzt nur noch nebenher machen“, vermutet Kirsten Tönnies. „Ich kann das nicht genau sagen.“

Tierärztin Kirsten Tönnies
Tierärztin Kirsten Tönnies hat Buckelwal Timmy bei der Rettungsmission betreut.
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Die Initiative teilte auf RTL-Anfrage mit, dass Timmy lebe. Auch am Mittwoch habe man Daten des Trackers empfangen. Anhand der Daten sehe man, dass er an der Wasseroberfläche ist, sonst würden sie keine Signale bekommen, erklärte Unternehmerin Karin Walter-Mommert, die die Rettung mit finanziert hat. Das genaue Modell des Trackers soll zum Schutz des Wals nicht veröffentlicht werden. Die Gruppe habe Sorge, dass jemand das Gerät hacken könne. Wo Timmy genau ist, kann die Initiative aber immer noch nicht sagen. Das liege daran, dass er nicht lang genug an der Wasseroberfläche sei. Die Lokalisierung über den Satelliten brauche immer eine gewisse Zeit.

Experten glauben, dass der Buckelwal tot ist

Experten hatten den Wal dagegen zuvor für tot erklärt. Es sei davon auszugehen, dass das extrem geschwächte Tier „nicht genug Kraft besaß, um längerfristig im tiefen Wasser zu schwimmen, und nicht mehr lebt”, teilte das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund am Dienstag (5. Mai) mit.

Lese-Tipp: Experten glauben: Timmy ist tot!

Die letzte bestätigte Sichtung des Buckelwals war am 2. Mai. Danach verliert sich Timmys Spur. Bisher liegen keine Daten vor, die belegen, dass der Wal noch am Leben ist. Laut der Initiative soll der Peilsender eingeschränkt funktionieren, aber weiter Positionsdaten und Vitalwerte des Tiers übertragen. Experten äußerten Zweifel – unter anderem, weil GPS-Tracker üblicherweise keine derartigen Vitalwerte erfassen könnten.

Dieses von der Rettungsinitiative zur Verfügung gestellte Foto zeigt den Buckelwal in einem gefluteten Lastschiff in der Ostsee. Der aus einer flachen Bucht vor Wismar geborgene Buckelwal wird in Richtung Nordsee transportiert. Der Meeressäuger hatte zuvor vier Wochen in der Bucht der Insel Poel festgesteckt. +++ dpa-Bildfunk +++
Dieses von der Rettungsinitiative zur Verfügung gestellte Foto zeigt den Buckelwal in einem gefluteten Lastschiff in der Ostsee.
picture alliance/dpa/Rettungsinitiative / Jens Schwarck
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Backhaus kritisiert, dass Daten nicht veröffentlicht werden

Wann der Tracker zuletzt gesendet hat, ist weiter unklar. „Ich hätte mir hier deutlich mehr Transparenz gewünscht“, lässt sich Mecklenburg-Vorpommerns Landesumweltminister Till Backhaus (SPD) in einer Mitteilung zitieren. Es sei vereinbart gewesen, dass Daten zum Zustand des Tieres sowie zur Ortung übermittelt werden. „Diese Informationen liegen bislang nicht vor.“

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„Es gibt keinen gesicherten Nachweis über den Tod des Tieres. Ich beteilige mich nicht an Spekulationen“, teilte Backhaus nun mit. „Der Rettungsversuch hat dem Wal die Chance gegeben, in seinem natürlichen Lebensraum zu überleben. Genau darum ging es.“ (mit dpa)

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherchen, dpa