Der Buckelwal ist in Freiheit. An seiner großen Atemfontäne soll man ihn in der Nordsee erkennen. Bilder sollen zeigen, wie der junge Buckelwal, der tagelang in dem flachen Wasser der Ostsee-Bucht vor der Insel Poel festsaß, in der offenen See unterwegs ist. Auf dem Lastkahn ist das Tier nicht mehr zu sehen. Ein Moment, auf den das Team der privaten Rettungsinitiative lange hingearbeitet hat und der neben Erleichterung auch Wehmut mit sich bringt.
„Es ist halt zum Heulen zumute. Aber einfach, weil er da draußen ist, er schwimmt. Entgegen den Vermutungen von vielen ist er nicht wie ein Stein untergegangen und ist draußen auf dem Weg. Er muss jetzt nur noch die richtige Richtung finden."
Anfang März wird der rund 12 Meter lange Wal auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand entdeckt. Erste Rettungsversuche beginnen. Immer wieder gelingt es dem Tier, sich kurz zu befreien, ehe es sich wieder fest schwimmt. Zuletzt lag der Wal vor der Insel Poel. Dort übernimmt eine private Rettungsinitiative und will das geschwächte Tier Richtung Nordsee schleppen lassen. Der Plan geht auf, den Helfern gelingt es, den Wal in der Wismarer Bucht aufwendig auf einen Lastkahn zu bringen und abzutransportieren, ehe der Wal heute in die Freiheit schwimmt. Doch die Rettungsaktionen sorgen seit Beginn für massive Kritik. Auch jetzt melden sich Tierschützer zu Wort.
„Wenn man das Wanderverhalten von Buckelwalen kennt, dann weiß man auch, dass seine Magnetfeldorientierung so ist, dass er Richtung Nordosten schwimmen will. Im freien Atlantik wäre das in Richtung Arktis. In diesem Fall da, wo er jetzt schwimmt, ist das in Richtung norwegische bzw. schwedische Küste. Wenn er denn dahin kommt. Weil aus meiner Sicht ist diese Aktion nichts anderes gewesen als das Verbringen von einem todkranken Tier, von einem Ort zum anderen."
Ob der junge, schwache Buckelwal draußen in der Nordsee eine Chance hat, bleibt offen. Sicher ist nur, jetzt ist er wieder auf sich allein gestellt.
Verwendete Quelle: Schwarck Media