Durch einen Trick kann sie fliehen Bea überlebt drei Tage lang im Horrorhaus von Höxter

„Das ist ein Albtraum, der verfolgt mich noch bis heute.”
Bea (Name von der Redaktion geändert) ist 2012 frisch von ihrem Mann geschieden und plötzlich allein für ihre vier Kinder verantwortlich. Sie wünscht sich nichts sehnlicher als einen neuen Mann in ihrem Leben – „eine Schulter zum Anlehnen“, erzählt sie in der True Crime-Show „Mörderische Frauen: Töten aus Lust“. Darum habe sie damals die Kontaktanzeigen genauer angeschaut.
Bea wird auf Kontaktanzeige aus Höxter aufmerksam
Eine springt ihr sofort ins Auge: „Geflügelbauer sucht eine feste Beziehung“. Bea meldet sich und hat zuerst immer mit Angelika W. Kontakt. Sie behauptet, die Schwester des Liebe suchenden Bauern zu sein. Bea weiß noch, dass sie sich schon darüber wunderte, weil sie ja den Mann und nicht seine Schwester kennenlernen will. Aber dann wird ihr ein Treffen vorgeschlagen, denn Wilfried W. will sie kennenlernen.

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Weil Bea nicht fahren kann, holen Angelika und Wilfried sie mit dem Auto ab. Sie haben im Vorfeld ausgemacht, dass Bea eine Woche bei ihnen auf dem „Bauernhof“ zu Besuch sein soll, damit sie sich richtig kennenlernen können. Beas einzige Bedingung: Sie will ein eigenes Zimmer und ein eigenes Bett, damit sie sich zurückziehen kann. Über das, was dann passiert, sagt sie auch Jahre später noch: „Das glaubt einem kein Mensch.“
Bea fühlt sich sofort unwohl im Haus in Höxter
In der Doku auf RTL+ erinnert sie sich, dass sie sehr spät an einem Sonntagabend in Höxter ankam. Sie sei irritiert gewesen, dass nicht nur Wilfried sie abholen kam, sondern auch Angelika. „Was ist das denn für eine Schwester, die sich überall mit reinhängt?“, fragt sie sich noch. Dass die Frau in Wahrheit selbst mal mit Wilfried verheiratet war und immer noch mit ihm zusammenlebt, ahnt sie nicht. Dann kommen sie in Höxter an und da wartet schon die nächste Enttäuschung. Statt auf einem richtigen Bilderbuch-Bauernhof wohnt Wilfried mit seiner angeblichen Schwester in einem heruntergekommenen Haus.
Bea sagt, sie habe sofort ein beklemmendes Gefühl gehabt, als sie das Haus betritt. Überall standen Kartons gestapelt, es riecht muffig. Ihre Gastgeber behaupten, sie seien gerade erst eingezogen. Und statt des versprochenen Gästezimmers wird nur die Couch für Bea zum Schlafen fertig gemacht. Dort soll sie auch nicht allein schlafen. Wilfried legt sich zu ihr. „Ich würde sagen, die haben mich bedrängt“, berichtet die Frau. W. habe gleich in der ersten Nacht probiert, Sex mit ihr zu haben.
Wilfried W. bedrängt Bea immer wieder
Am nächsten Tag zeigt er ihr das ganze Haus und Bea weiß noch, dass Panik in ihr aufstieg. „Ich wollte so schnell wie möglich weg“, erinnert sie sich. Aber sie sei darauf angewiesen gewesen, dass Wilfried und Angelika sie wieder fahren. Doch die hatten offenbar andere Pläne.
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Wilfried sei intim mit ihr geworden, berichtet Bea. Angelika habe alles mitbekommen. „Ich musste das mitmachen“, sagt sie heute. Sie habe in dem Moment keinen anderen Ausweg gesehen. Sie sei so bedrängt worden, dass sie sich schließlich darauf einlässt. Doch zufrieden scheint W. danach nicht zu sein. Ihre Gastgeber machen sich über sie lustig und bezeichnen sie als „Niete im Bett“.

Zwei Frauen sterben nach Misshandlungen in Höxter
Bea ist sofort klar, dass sie so schnell wie möglich aus dem Haus rausmuss. Weil ihr auffällt, dass Wilfired und Angelika Geldprobleme zu haben scheinen, verspricht sie, die beiden finanziell zu unterstützen. Dafür müsste sie aber zuerst nach Hause und ein paar Dinge regeln. Der Plan funktioniert: Bea lässt sich zuhause absetzen und als sie später erfährt, was sich in dem Haus alles abgespielt hat, kann sie kaum glauben, dass sie so einfach entkommen kann. „Ich hab’ das Horrorhaus überlebt“, sagt sie inzwischen.
Zwei andere Frauen haben weniger Glück. Auch sie werden mit Kontaktanzeigen nach Höxter gelockt und dann im Haus festgehalten und solange gequält, bis sie an den Folgen der Misshandlungen sterben. Über 3.000 Kontaktanzeigen soll Angelika W. für ihren Ex-Mann in Deutschland und im Ausland aufgegeben haben. Im April 2016 kommen die grausigen Taten ans Licht, als das Paar gezwungen ist, für eins ihrer Opfer einen Krankenwagen zu rufen. Angelika W. und Wilfried W. werden wegen Mordes durch Unterlassen zu 13 und elf Jahren Haft verurteilt.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherchen, Mörderische Frauen: Töten aus Lust“
































