Man muss jetzt nicht unbedingt ein Tiefenpsychologe sein, um zu merken, wie es in Lilly Becker brodelt. Als wir sie vor ein paar Tagen auf ihren Ex Boris ansprechen.
„Ist mit dem Ex momentan alles wieder okay, oder?"
„Welcher Ex?"
„Der Tennisspieler."
„Please."
Da ist ihr noch nicht klar, dass sie nur wenige Tage später vor Gericht einen Sieg feiern kann über den Mann, den sie mal geliebt hat. Wir treffen am Morgen ihren Anwalt in München.
„Lilly hat eine Forderung gegen Boris für die Vergangenheit. Möglicherweise hofft er, dass, weil Lilly schlicht und einfach kein eigenes Einkommen hat, dass sie irgendwann nachgibt."
Schon 2018 entscheidet ein Gericht in London: Boris muss monatlich 9.200 € Unterhalt zahlen. Aber laut Lilly kommt davon zu wenig. Sie zieht im Januar in München vor Gericht und bekommt Recht. Boris geht in Berufung. Jetzt entscheidet auch das Oberlandesgericht in München wieder für Lilly. Und das könnte für Boris Becker, der mit seiner Frau in Mailand lebt, Konsequenzen haben, so Lillys Anwalt.
„Wir haben auch die Zwangsvollstreckung in Italien eingeleitet. Er wird nicht drum herumkommen, zu bezahlen. Wenn wir ihn in persona erwischen, werden wir ihn auffordern lassen, eine eidesstattliche Versicherung über seine Vermögensverhältnisse abzugeben. Er wird dann erklären müssen, ob und wo und wie viel Geld er hat."
Boris Beckers Anwalt weist die Vorwürfe zurück. In einer Pressemitteilung heißt es, Boris habe sehr wohl Unterhalt gezahlt und das nicht zu knapp. Aber für Lilly geht es offenbar um mehr als pünktliche Überweisungen aufs Konto. Auch um seinen Job als Vater.
„Er kommt zwar zu Besuch, sieht ihn aber nicht so oft, wie ich gehofft hatte. Ich wünsche mir, dass Amadeus einen Vater hat, der da ist. Nicht für die Feiertage und die Fünf Sterne Hotels, sondern für das ganz normale, unspektakuläre, unverzichtbare Geschäft, sein Vater zu sein."
Und mittendrin Amadeus, 16 Jahre alt, ein Teenager, für den der nervige Dauerstreit seiner Eltern irgendwie zu seinem Leben gehört. Ein Streit um Deutungshoheiten und den Kampf um Kohle.
Verwendete Quellen: RTL, DailyMail