Acht Verletzte in HofgeismarAuto rast durch Fußgängerzone – drei Augenzeugen schildern den dramatischen Unfall

Die Fußgängerzone in Hofgeismar ist sichtlich verwüstet.
Die Fußgängerzone in Hofgeismar ist kaum wiederzuerkennen.
Privat
von Luiza Scholz, Leon Magdeburg und Jana Kerzmann

Dieser Knall steckt ihnen noch immer in den Knochen.
Ein Mercedes rast durch die Fußgängerzone von Hofgeismar (Hessen) und verletzt acht Menschen. Drei Augenzeuginnen schildern RTL die dramatischen Sekunden – eine Mutter hat dabei nur einen Gedanken: Wo ist meine Tochter?

Mutter rennt nach Unfall in Hofgeismar panisch zu ihrer Tochter

Ein gewaltiger Knall – dann beginnt für Nadine Mandolini ein Albtraum. Sie befindet sich im Eiscafé ihres Vaters in der Hofgeismarer Fußgängerzone und steht mit dem Rücken zum Fenster. Ihre Tochter ist kurz zuvor losgelaufen, um beim Bäcker etwas zu essen zu holen.

Lese-Tipp: Auto rast durch Fußgängerzone in Hofgeismar – acht Menschen verletzt

Als Mandolini den Knall hört, merkt sie sofort, dass etwas Schlimmes passiert ist. Ein Mercedes ist mit hoher Geschwindigkeit durch die Fußgängerzone gefahren. „Ich bin hinterhergerannt, weil ich panische Angst hatte, dass er meine Tochter erwischt hat“, erzählt sie RTL.

Die Sekunden der Ungewissheit müssen für die Mutter unerträglich sein. Doch dann die Erleichterung: Ihre Tochter war gerade in den Laden des Bäckers gegangen, als sich der Unfall hinter ihr ereignete. „Schreckliches Gefühl. Wirklich ganz schrecklich“, sagt Nadine über diesen Moment.

Nadine Mandolini – Augenzeugin beim Unfall in der Fußgängerzone von Hofgeismar
Nadine Mandolini, die Tochter des Besitzers vom beschädigten Eisladen, spricht bei RTL über die dramatischen Sekunden des Unfalls.
RTL

Hofgeismar-Zeugin denkt zuerst an Anschlag – „erschreckend”

Nur wenige Meter entfernt erlebt auch Stefanie Vinson die dramatischen Momente. Die Inhaberin von Broadwayfashion steht mit Kundinnen in ihrem Geschäft, als sie einen lauten Knall hört. Als sie anschließend auf die Straße blickt, sieht sie umgeworfene Warenständer, zahlreiche Menschen und „ein Chaos“.

Vinson bezeichnet den Anblick als „erschreckend.” Ihr erster Gedanke: ein Anschlag! Inzwischen weiß sie, dass die Ermittler von einer ganz anderen Ursache ausgehen. Eine Frage beschäftigt die Geschäftsinhaberin dennoch: „Wie konnte der so eine lange Strecke fahren und dann mit so einer Geschwindigkeit?“

Mehrere Geschäfte scheinen von dem Raser demoliert worden zu sein.
Vor den Geschäften liegen umgestürzte Kleiderständer – ein Chaos, das sich durch die betroffene Straße zieht.
Privat
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Zeugin hört Menschen schreien: „Passt auf! Vorsicht!“

Auch Sandra Hampe erlebt die Fahrt aus nächster Nähe. Sie arbeitet in einem Textilgeschäft in der Fußgängerzone und will gerade mit Kollegen nach den Waren vor dem Laden sehen. Da hören sie plötzlich ein „riesen lautes Aufheulen” eines Motors.

„Wir sahen wirklich nur das Auto vorbeischießen“, erzählt Hampe RTL. Der Wagen sei mit „einer riesigen Geschwindigkeit“ unterwegs gewesen. Gleichzeitig hört sie Menschen auf der Straße rufen: „Geht an die Seite. Passt auf. Vorsicht!“

Dann folgt der Aufprall. „Ich zittere jetzt noch. Mir ist auch übel“, sagt Hampe später. Weil zu diesem Zeitpunkt noch völlig unklar ist, warum ein Auto durch die Fußgängerzone rast, denkt sie ebenfalls an ein Attentat.

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Medizinischer Notfall offenbar Ursache für Fahrt durch Fußgängerzone

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Nordhessen war der 68-jährige Fahrer bereits kurz vor dem Unfall anderen Zeugen aufgefallen. An einem Zebrastreifen unweit der Mühlenstraße habe der Mann augenscheinlich medizinische Probleme gehabt. Als Zeugen ihn ansprechen wollten, sei der Mercedes plötzlich mit hoher Geschwindigkeit in die Fußgängerzone gefahren.

Dort erfasste das Auto mehrere Passanten, kollidierte mit Außenständern von Geschäften und fuhr gegen das Schaufenster eines Kaufhauses. Passanten leisteten dem Fahrer anschließend sofort Erste Hilfe. Nach notärztlicher Behandlung kam der 68-Jährige ins Krankenhaus, sein Zustand soll kritisch sein.

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Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand wurden acht Menschen verletzt. Sie erlitten laut Polizei Schürfwunden, Prellungen oder einen Schock. Vier von ihnen wurden vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Schwere Verletzungen soll keiner der Betroffenen erlitten haben.

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„Das ist schon ein Schock für die Stadt“

Für die Menschen, die den Unfall unmittelbar miterlebt haben, bleiben die Bilder trotzdem. Dass offenbar ein medizinischer Notfall des Fahrers hinter dem Geschehen steckt, sorgt bei den Augenzeuginnen zumindest für etwas Erleichterung.

Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob und wie die Fußgängerzone künftig geschützt werden kann. „Irgendwie ist das schon mal ein Schock für die Stadt“, bringt Stephanie die Stimmung auf den Punkt.

Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche, Polizeipräsidium Nordhessen