20 Jahre nach ihrer FluchtGroße Sorge um Natascha Kampusch nach Zusammenbruch: „Sie ist meist in einer eigenen Welt”

Sie kämpft bis heute mit den Folgen.
Sie überlebte 3.096 Tage in Gefangenschaft. Jetzt sorgt der Zustand von Natascha Kampusch erneut für große Sorge. Zwei Jahrzehnte nach ihrer Selbstbefreiung meldet sich ihre Familie mit erschütternden Worten über das Leben der heute 38-Jährigen zu Wort. Der Grund: ein schwerer Zusammenbruch.
„Es ist herzzerreißend”
Ihr Schicksal bewegte einst die ganze Welt. 1998 wird die damals zehnjährige Natascha Kampusch entführt, 2006 gelingt ihr nach 3.096 Tagen Gefangenschaft die Flucht aus dem Haus ihrer Entführers Wolfgang Priklopil. Doch heute scheint sie erneut zu kämpfen, hat laut ihrer Familie einen schweren Zusammenbruch erlitten.
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Ihre Schwester Claudia Nestelberger beschreibt ihren Zustand mit dramatischen Worten. „Jeder weiß, wie Natascha früher vor der Kamera gesprochen hat. Das gibt es jetzt überhaupt nicht mehr. Sie ist meist in einer eigenen Welt”, sagt sie dem ORF. „Sie ist wieder in einer Art Gefangenschaft. Es ist herzzerreißend und wir fühlen uns hilflos.”
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Familie geht bewusst an die Öffentlichkeit
Gerade weil der Zustand so ernst ist, hat sich die Familie entschieden, öffentlich darüber zu sprechen. Hintergrund sind zahlreiche Medienanfragen zum 20. Jahrestag der Flucht von Natascha Kampusch. Die Angehörigen wollen verhindern, dass über sie spekuliert wird – ohne den Kontext ihrer schwierigen Situation.
Auch ihr langjähriger Begleiter, Psychiater Ernst Berger, erklärt die Entscheidung zur Offenheit: „So wie wir damals die Entscheidung getroffen haben als Betreuerteam, wir wollen mit Ihnen kooperieren, so sehe ich die Situation jetzt auch. Man muss davon ausgehen, dass das andere Medienstationen aus einer völlig anderen Perspektive aufgreifen.”
Parallel wird der Fall erneut aufgearbeitet. Die Dokumentation „Natascha Kampusch – Gefangen in Freiheit” blickt auf ihr Leben nach der Flucht und wie sehr sie in den Jahren nach ihrer Befreiung unter Zweifeln und öffentlichen Angriffen litt. Immer wieder wurde ihre Geschichte infrage gestellt, obwohl mehrere Ermittlungen ihre Aussagen bestätigen. Ihre Familie hofft dadurch vor allem auf Verständnis. (nha)
Verwendete Quellen: oe24

































