„Er sagte, ich würde mich schon noch in ihn verlieben“Arzt betäubte Isabel bei einem Date und sperrte sie in einen Bunker auf seinem Hof

Isabel Eriksson wurde bei Date entführt
Ein Mann betäubte Isabel Eriksson bei einem Date und hielt sie sechs Tage lang in einem Bunker auf dem Grundstück gefangen.
instagram/isabel.eriksson

„Für mich ist es das Tor zur Hölle.“
Isabel Eriksson erinnert sich noch genau an den Moment, als sie im Bunker von Martin Trenneborg wieder zu sich kommt. „Ich war benebelt“, erzählt sie in der Doku „The Bunker - Horror unter der Erde“ auf RTL+. „Ich wusste nicht, welcher Tag ist oder wie spät es war. Ich lag unter einer Decke, bekleidet mit einer Jeans und einem rosa Hoody.“ Die junge Frau aus Stockholm wird bei einem Date betäubt und entführt.

Isabel Eriksson wird bei Date plötzlich schwarz vor Augen

Der Täter ist Martin Trenneborg – ein angesehener Arzt aus Schweden. Er soll Isabel über eine Escort-Plattfom gefunden und ein Treffen mit ihr ausgemacht haben. Isabel erinnert sich noch, dass er sich damals als amerikanischer Geschäftsmann ausgegeben habe. Ein erstes Treffen mit ihm verläuft ohne Zwischenfälle. „Er hatte Geschenke mitgebracht“, erklärt Isabel in der Doku. „Er wirkte ziemlich normal. Eine Sache fiel mir aber auf: Er hatte einen ganz starren Blick.“

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Der angebliche Amerikaner will sie wiedersehen und verabredet am 12. September 2015 ein zweites Treffen mit ihr. Diesmal kommt er vorbereitet in Isabels Wohnung. Er hat Champagner und Erdbeeren dabei, mit denen er die Frau füttert. Isabel erinnert sich noch, dass ihr plötzlich schwindelig ist. Dann wird ihr schwarz vor Augen. Ihr Date hat die Erdbeeren mit Betäubungsmitteln getränkt.

Isabel kommt erst im Bunker des Entführers wieder zu sich

Der Arzt schiebt die bewusstlose Frau mit einem Rollstuhl zu seinem Auto. Dann geht er nochmal in die Wohnung zurück, um seine Sachen und Isabels Hund zu holen. Er bringt Isabel auf sein Grundstück in Südschweden, das mehrere Stunden entfern von Stockholm liegt. Dort hat er auch schon alles für die Ankunft seines Opfers vorbereitet.

Arzt hält Frau sechs Tage in Bunker gefangen
Polizeifotos zeigen, wie es im Inneren des schallisolierten Bunkers in Schweden aussah.
TT NEWS AGENCY/SWEDISH POLICE, picture alliance / dpa, Swedish Police / Handout

„Ich hatte keine Ahnung, wo ich mich befand“, erinnert sich Isabel. Die Zelle, in der sie wieder zu sich kommt, hat keine Fenster und so dicke Wände, dass niemand sie von außen hören kann. „Es gab ein Bett, eine Küchenspüle und eine Toilette“, erklärt sie in der Doku. „Alles war schmutzig und verstaubt.“ Es sei kalt und feucht gewesen und es habe muffig gerochen. „Ich hörte nur den Kühlschrank.“

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Arzt will noch eine Folterkammer im Bunker einrichten

Ihr Entführer erklärt, dass der einzige Ausgang hinter drei massive Türen läge. Isabel sitzt in der Falle. Sie versucht, den Mann anzugreifen, doch er ringt sie nieder und droht ihr, dass er sie beim nächsten Fluchtversuch „bestrafen“ müsse. Er erklärt ihr auch, dass sie keine Chance habe, aus dem Verlies zu entkommen. Nur er wisse die Zahlencodes, um die Türen zu öffnen. Wenn ihm etwas passieren würde, säße sie mit seiner Leiche für immer in dem Bunker fest.

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Der Arzt habe dann angefangen Proben zu nehmen, um Isabel auf Geschlechtskrankheiten zu testen. Er habe vorgehabt, sie ungeschützt zu vergewaltigen. „Er fragte mich nicht um Erlaubnis, er machte, was er wollte“, erzählt die Frau. Dann bat er sie, eine Einkaufsliste zu schreiben. „Er gab mir drei Bücher zu lesen“, sagt sie. „Es waren Krimis, in denen Frauen vergewaltigt und ermordet wurden.“ Dann zeigt er ihr einen Nebenraum, der noch nicht fertig gebaut ist. Das sollte eine Folterkammer werden, erklärt er Isabel.

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Wollte Martin Trenneborg weitere Frauen entführen?

Abends, wenn ihr Entführer von der Arbeit kommt, soll sie für ihn kochen und er erzählt ihr von seinem Tag. An einem Abend kommt er zu ihr in den Bunker, um mit ihr im Bett zu schlafen. „Ich wusste nicht, was er vorhat“, erinnert sich Isabel. Sie habe sich vor ihm ausziehen und neben ihn legen müssen. „Er wollte, dass wir ganz dicht beieinander liegen“, erzählt sie. „Das war sehr unangenehm.“ Am nächsten Morgen habe er sich benommen, als seien sie ein normales Paar. „Er sagte, ich würde mich schon noch in ihn verlieben.“

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Belüftung im Bunker war in den Bauplänen auf sieben Personen ausgelegt, wie die Polizei später herausfindet. Martin Trenneborg hatte offenbar geplant, noch mehr Frauen zu entführen und jahrelang in seiner Gewalt zu behalten. Er fragte Isabel sogar, ob ihre Mutter attraktiv sei, dann würde er auch sie in den Bunker holen. Wie es Isabel nach sechs Tage aus der Gefangenschaft herausgeschafft hat, seht ihr in der dreiteiligen Doku „The Bunker - Horror unter der Erde“ auf RTL+.

Isabels Entführer hat seine Haftstrafe inzwischen abgesessen

Bis heute leidet die Schwedin unter den Folgen ihrer traumatischen Erfahrung. „Ich habe das Gefühl, er hat mein Leben zerstört“, erklärt sie. Sie nehme Schlaftabletten, um überhaupt zur Ruhe zu kommen. „Ich wache nachts auf und bin völlig desorientiert. Dann weiß ich nicht, ob ich zuhause oder im Bunker bin.“ Isabel ist lange krankgeschrieben und kann nicht arbeiten.

Martin Trenneborg vor Gericht
Der damals 37 Arzt Martin Trenneborg wird wegen der Entführung zu acht Jahren Haft verurteilt.
www.imago-images.de, IMAGO/TT, imago stock

Ihr Entführer wird von der Polizei festgenommen und wegen Entführung zu acht Jahren Haft verurteilt. Die hat er inzwischen abgesessen. Seit 2023 ist der Mann, der von der Presse auch der „Schweden-Fritzl“ genannt wird, wieder auf freiem Fuß.

Verwendete Quellen: „The Bunker - Horror unter der Erde“