Umringt von Beamten: Der vielleicht teuerste Spaziergang der Welt!
Video lädt...
Sie soll einen Anschlag vorbereitet, einen Polizisten mit einer Glasscherbe attackiert und auf eine Pflegekraft eingestochen haben. Nun wird die 14-Jährige rund um die Uhr von mehreren Beamten überwacht, lebt hinter Zäunen und ist vollständig von der Öffentlichkeit abgeschirmt.
Die 14-Jährige auf ihrem Spaziergang im nordrhein-westfälischen Paderborn, umringt und abgeschirmt von Polizisten und Behördenmitarbeitern. Sie wird rund um die uhr überwacht. In Paderborn stoßen diese Bilder auf Unverständnis.
"Ich finde es skandalös. Da werden Kräfte gebunden, die werden woanders gebraucht."
"Ich finde das irgendwo sechs Beamte mit einer 14-jährigen spazieren gehen. Unsere Steuergelder könnten wir mit Sicherheit anders einsetzen."
Die Eltern des Mädchens sind deutsch, die Mutter früh gestorben, Der Vater überfordert das Jugendamt ebenfalls. Dann soll sie sich im Internet islamistisch radikalisiert und einen Anschlag geplant haben. Im Sommer 2025 wird die Jugendliche zunächst in dieser Ferienhaussiedlung untergebracht und überwacht. Bei einem Fluchtversuch soll sie Polizisten mit einer Glasscherbe angegriffen haben. Danach wird sie in der Jugendpsychiatrie behandelt. Dort sticht sie auf eine Pflegerin ein, als ein Wachmann sie offenbar kurz aus den Augen lässt. Strafrechtliche Konsequenzen hatten ihre Taten bislang nicht, denn zum Zeitpunkt war das Mädchen noch strafunmündig. Mittlerweile ist sie auf diesem Gelände untergebracht, hinter einer weißen Plane in einem Container. Das Jugendamt Paderborn teilt dazu auf RTL Anfrage mit. Dort wird die minderjährige Person abgeschirmt von der Öffentlichkeit, von Fach und Sicherheitsleuten betreut. Es handelt sich hierbei um eine Übergangslösung Laut Anwohnern wurde der Schotterweg hinter dem Hof extra errichtet, damit es einen Weg zum Spazierengehen gibt.
"Das sind absolute Einzelfälle und da stößt der Rechtsstaat auch an seine Grenzen. Aber man sieht ja, wie das umgesetzt wird. Mit welchem Fingerspitzengefühl hier versucht wird, dem gerecht zu werden, diesem Unterbringungs, diesem Sicherheitsbedürfnis der Allgemeinheit und auf der anderen Seite, diesem Interesse des Mädchens, nämlich die Persönlichkeitsrechte, die Freiheitsrechte."
Wie viel die Rund um die uhr Überwachung der 14-jährigen genau kostet, ist nicht bekannt.
"Ich recherchiere seit neun Monaten in diesem Fall. Noch immer ist unklar, wie die Behörden mit diesem Fall von Radikalisierung umgehen wollen. Die 14-jährige Islamistin ist nicht psychisch erkrankt, sondern soll umfassend pädagogisch betreut werden. Dafür steht aber offenbar keine geeignete Einrichtung in NRW bereit. Eine Einrichtung soll extra für sie umgebaut werden. Wann dieser Umbau fertig wird, ist aber unklar."
Und so lange wird die 14-jährige wohl weiterhin täglich ihren Spaziergang machen, überwacht von mehreren Polizisten und Beamten.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherchen
