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Steckbrief: Natascha Kampusch

Natascha Kampusch picture alliance / Geisler-Fotopress
  • Name:
    Natascha Kampusch
  • Beruf:
    Autorin
  • Geboren am:
    17. Februar 1988
  • Geburtsort:
    Wien (Österreich)
  • Sternzeichen:
    Wassermann
Natascha Kampusch wurde im Alter von 10 Jahren entführt und achteinhalb Jahre gefangen gehalten, bis ihr 2006 die Flucht gelang.

Am 17. Februar 1988 erblickte Natascha Kampusch in Wien als Kind von Brigitta Sirny und Ludwig Koch das Licht der Welt. Heute verdient sie ihr Geld unter anderem als Autorin.

1998 wird Natascha Kampusch auf dem Schulweg entführt

Sie ist 10 Jahre alt, als Natascha Kampusch am 2. März 1998 auf dem Schulweg von Wolfgang Priklopil entführt wird. Am gleichen Abend alarmieren ihre Eltern die Polizei. Am Tag darauf berichtet eine Schülerin der Polizei, gesehen zu haben, wie Natascha Kampusch in einen weißen Bus gezerrt wurde. Schon am 6. März 1998 suchen die Ermittler ihren Entführer Wolfgang Priklopil zum ersten Mal in Strasshof auf, denn er besitzt einen weißen Lieferwagen. Am 14. April macht auch ein Hundeführer die Polizei auf Priklopil aufmerksam, doch dem Hinweis wurde nicht weiter nachgegangen.

Natascha Kampusch ist achteinhalb Jahre gefangen. Nach ihrer Flucht berichtet sie von Misshandlung und Demütigung und davon, wenig Essen und Kleidung bekommen zu haben. Sie berichtet auch davon, wie ihr die Haare geschoren wurden und wie sie schwere Arbeit verrichten musste: „Er wollte, dass es mir so geht wie den Nazi-Opfern.“

2006 gelingt Natascha Kampusch die Flucht

Am 23. August 2006 kann Natascha Kampusch aus ihrem Verlies in der Nähe von Wien fliehen. Priklopil (zu diesem Zeitpunkt 44 Jahre alt) wirft sich kurz darauf in der Nähe des Wiener Praters vor eine S-Bahn und stirbt. Natascha Kampusch gibt am 6. September des gleichen Jahres ihr erstes TV-Interview. In der Öffentlichkeit werden Stimmen laut, sie habe zu selbstsicher gewirkt, zu gefasst und habe sich nicht wie ein typisches Opfer verhalten. So erlebte Natascha Kampusch nach ihrer Flucht Hass und Anfeindungen.

Inzwischen gehört Kampusch das Haus ihres Entführers. Dies ist für sie nicht nur ein Sieg: So kann sie auch verhindern, dass „niemand damit irgendeinen Unfug anstellen kann“. Das Verlies des Hauses wurde 2011 zugeschüttet.

Untersuchungen ergeben – Priklopil hatte keine Komplizen

Im Februar 2008 setzt der österreichische Innenminister eine Evaluierungskommission ein, die Natascha Kampuschs Fall untersuchen soll und so wird der Fall ab dem 23. Oktober 2008 neu ausgerollt. Am 8. Januar 2010 wird die Akte des Falls wieder geschlossen, denn Polizei und Staatsanwaltschaft sind überzeugt, dass der Täter keine Komplizen oder Mitwisser hatte. Allerdings wird ein Freund von Kampuschs Entführer wegen Begünstigung angezeigt. Dieser soll nach Kampuschs Flucht von der Entführung erfahren und daraufhin Priklopil bei der Flucht geholfen haben.

Im Juli 2012 beginnt eine neue Evaluierung. Im April 2013 erklärt ein internationales Expertenteam, dass der Täter „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ keine Mitwisser hatte.

Weitere Untersuchungen im Fall Kampusch

Nach einer Anzeige prüfte die Wiener Polizei 2016 erneut die Todesumstände von Natascha Kampuschs Entführer. Im März 2016 wurde außerdem bekannt, dass der Täter sein Opfer in der Zeit der Gefangenschaft gefilmt hatte. Das Filmmaterial wurde jedoch als ‚nicht relevant‘ eingestuft.

Natascha Kampuschs Entführung in Buch und Film

Am 28. Februar erschien die Verfilmung des Schicksals der Natascha Kampusch in den deutschen Kinos. Der Film basiert auf ihrer Biografie mit dem Titel „3096 Tage“. Zum 10. Jahrestag ihrer Flucht brachte sie ihr zweites Buch heraus: „Natascha Kampusch: 10 Jahre Freiheit“.

Weitere Infos zu Natascha Kampusch lesen Sie hier auf RTL News.