Flüge fallen aus, Kreuzfahrten gestopptGestrandet in der Kriegszone – Urlauber sitzen in Golfregion fest

Der Traumurlaub in der Sonne endet im Albtraum.
An den Flughäfen und auf Kreuzfahrtschiffen geht nichts mehr. Tausende Urlauber sitzen nach Raketenangriffen in der Golfregion fest. Unter den Reisenden herrscht Fassungslosigkeit und Wut. Niemand weiß, wie lange die gefährliche Lage noch andauert.

Chaos und Verzweiflung in Dubai

Besonders dramatisch ist die Situation in den Vereinigten Arabischen Emiraten. An den beiden großen Flughäfen von Dubai stellen die Betreiber den Flugverkehr bis auf Weiteres ein. Die Stimmung unter den Reisenden ist einem Medienbericht zufolge angespannt. „Am Dubai International Airport herrscht das blanke Chaos”, zitierte Bild einen deutschen Urlauber. „Tausende Menschen versuchen, das Terminal zu verlassen. Es gibt keine Ausgänge, die Züge zwischen den Terminals sind defekt. Es gibt keine Ansagen, kein Personal.”

Nach Angaben der Plattform Flightradar24 wurden an sieben großen Flughäfen der Nahost-Region mehr als 3.400 Flüge gestrichen – betroffen waren neben Dubai auch etwa Abu Dhabi und Doha. Die Lufthansa hat dem Bild-Bericht zufolge ihre Flüge von und nach Dubai gestrichen. Die Verbindungen nach Oman, Beirut und Tel Aviv fallen demnach bis zum 7. März aus.

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Auch eine Reisende aus Hamburg steckt mit ihrem Mann in Dubai fest. Die beiden sind auf dem Rückflug aus Malaysia und mussten in einem Hotel unterkommen. Die einzige Auskunft lautet, dass es auch in den nächsten 24 Stunden nicht weitergeht. Von ihrem Zimmer aus sieht die 46-Jährige Rauchsäulen über der Stadt. Andere erzählen ihr, dass es am Flughafen Trümmerteile gibt.

Kreuzfahrtschiffe können nicht ablegen

Auch auf den Meeren herrscht Stillstand. Die Orient-Kreuzfahrt der „MSC Euribia” mit Platz für über 6.000 Passagiere sagt die Reederei kurzfristig ab. Die „Mein Schiff 4” und „Mein Schiff 5” von TUI Cruises mit insgesamt gut 5.000 Reisenden liegen ebenfalls in der Region fest. Eine planmäßige Durchführung der Reisen sei derzeit nicht verantwortbar, teilt der Anbieter mit.

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Auswärtiges Amt gibt Reisewarnung aus

Stranded passengers wait near Emirates Airways customer service office at I Gusti Ngurah Rai International Airport after flights to Doha, Dubai, and Abu Dhabi were cancelled following strikes on Iran launched by the United States and Israel, in Kuta, Bali
Geplant war eine entspannte Zeit, jetzt erleben unzählige Reisende den puren Horror.
AJG/, REUTERS, Johannes P. Christo

Kein Weiterkommen gab es am Wochenende auch in anderen Weltregionen für Urlauber, die auf manche arabische Airlines gebucht waren. So wurden etwa in Sydney Flüge der Fluggesellschaft Etihad Airways über Abu Dhabi gestrichen. „Am Flughafen gab es erstmal lange Schlangen und keine Informationen”, berichtete ein deutscher Reisender aus Sydney. „Dann wurden die Flüge gestrichen.” Es sei unklar, wann Etihad wieder fliegen könne, hieß es demnach, Hotelgutscheine gab es zunächst nicht. „Die meisten Passagiere waren eher resigniert und nicht wütend”, sagte der Urlauber.

Das Auswärtige Amt hatte am Samstag eine Reisewarnung für mehr als ein Dutzend Länder der Region zwischen Libanon und Oman veröffentlicht. Alle Menschen in der Region sind aufgefordert, sich in die Krisenvorsorgeliste ELEFAND einzutragen und sich bei einem Reiseveranstalter oder einer Fluggesellschaft über Ausreisemöglichkeiten zu informieren. (abl/dpa)

Verwendete Quellen: dpa/Walter Willems