Grabungen im „Friedhof”Noch mehr Leichen? Polizei sucht nach weiteren Opfern von Serienmörder Émile Louis

Hat der Busfahrer weitere Morde begangen?
Mehr als 50 Jahre nach den grausamen Taten graben Ermittler in Frankreich wieder nach Opfern von Serienmörder Émile Louis. Fünf Familien warten bis heute auf sterbliche Überreste ihrer Töchter. Doch inzwischen geht es auch um die Frage, ob der Mörder noch weitere Frauen getötet haben könnte.
Neue Grabungen im „Friedhof” des französischen Serienmörders Émile Louis
Im Département Yonne in Burgund, südöstlich von Paris, haben am Montag (18. Mai) neue Sucharbeiten in dem Gebiet begonnen, in dem Émile Louis häufig unterwegs war. Der verurteilte Serienkiller hatte dort nach eigenen Angaben sieben junge Frauen umgebracht und vergraben. Doch gefunden wurden bislang nur zwei Skelette. Für fünf Familien bleibt die quälende Frage offen, wo ihre Angehörigen liegen.
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Wie AFP berichtet, durchsuchen Ermittler erneut ein Gebiet aus Feldern und Waldstücken bei Rouvray, rund 17 Kilometer nordöstlich von Auxerre. Es ist der Ort, den viele in Frankreich nur noch als den „Friedhof“ des Serienmörders kennen.
Émile Louis lebte im Nachbarort Seignelay. In dem Suchgebiet soll er eine Art Hütte gehabt haben. Außerdem ging er dort offenbar regelmäßig angeln. Der kleine Fluss Serein fließt durch das Gelände. Das Areal selbst ist mit etwa 75 Hektar riesig, das entspricht grob 105 Fußballfeldern.

Émile Louis wurde 2006 wegen Mordes an sieben jungen Frauen verurteilt
Im Jahr 2000 zeigte Louis den Ermittlern sieben Stellen, an denen er die Opfer vergraben haben wollte. 2006 wurde Émile Louis wegen Mordes an sieben jungen Frauen mit kognitiver Beeinträchtigung zu lebenslanger Haft verurteilt. Sie waren zwischen 15 und 25 Jahre alt. Fast alle kannten den Täter aus dem Alltag, denn Émile Louis war damals Busfahrer. Viele der Opfer fuhren in seinem Schulbus mit. Der Serienmörder starb 2013 im Gefängnis. Er wurde 79 Jahre alt.
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Doch der Fall ist bis heute nicht abgeschlossen. Die neuen Grabungen drehen sich nicht nur um die fünf bekannten Opfer, die nie gefunden wurden. Ermittler suchen auch nach weiteren Spuren von Marie Coussin. Ihr Schädel wurde im Dezember 2018 zufällig auf demselben Gelände entdeckt.
Marie Coussin gehört nicht zu den sieben Opfern, für deren Mord Émile Louis verurteilt wurde. Sie könnte also eine weitere, bislang nicht offiziell zugerechnete Tote in diesem Horror-Fall sein. Die 1935 geborene Frau verschwand 1975.
Hat Émile Louis noch mehr Frauen ermordet? „Das ist sehr wahrscheinlich ein achtes Opfer”
Für Didier Seban, Anwalt der Familie Coussin, ist der Verdacht klar. „Das ist sehr wahrscheinlich ein achtes Opfer“, sagt er laut BFM. Weiter erklärt Seban außerdem, von Marie Coussin habe es „absolut keine Spur“ gegeben, bis ein Teil ihres Körpers entdeckt wurde. Genau deshalb sei noch immer nicht alles über die Wege der Opfer und über die Verbrechen bekannt.
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Die Suche ist mühsam. Seban beschreibt das Gelände als völlig verwildert. Baumstümpfe, Brombeersträucher und Vegetation hätten alles überwuchert. Dazu komme, dass es sich um ein extrem feuchtes Gebiet handele.
Auch der Fluss Serein erschwert die Arbeit. Er könnte über die Jahre Spuren weggespült haben. Trotzdem geben die Ermittler nicht auf. Bereits im Herbst 2024 und im Mai 2025 hatte es dort Suchaktionen gegeben. Wirklich entscheidende Funde blieben damals aus. Entdeckt wurden laut BFM lediglich Kleidung und ein Fahrrad, ohne gesicherten Bezug zu den Opfern.
Die neuen Sucharbeiten sollen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Auxerre etwa 15 Tage dauern.
Verwendete Quellen: AFP und BMF


