Acht letzte MahlzeitenNach 70 Jahren hinter Gittern stirbt ältester US-Häftling mit 101 Jahren

Nach 70 Jahren hinter Gittern stirbt ältester US-Häftling mit 101 Jahren
Der älteste Insasse der USA ist im Juni im alter von 101 gestorben.
Connecticut Department of Correction

Eine unglaubliche Geschichte!
Achtmal bekam Francis Clifford Smith sein vermeintlich letztes Essen. Achtmal wurde seine Hinrichtung gestoppt. Jetzt ist der mutmaßlich älteste und am längsten inhaftierte Gefangene der USA im Alter von 101 Jahren gestorben – nach einem Leben, das von Zweifeln an seiner Verurteilung überschattet war.

Francis Clifford Smith ist tot: US-Häftling überlebte acht Hinrichtungstermine und starb mit 101

Francis Clifford Smith war 25 Jahre alt, als er 1950 wegen Mordes ersten Grades verurteilt wurde. Ihm wurde vorgeworfen, 1949 den Nachtwächter eines Yachtclubs im US-Bundesstaat Connecticut getötet zu haben. Smith beteuerte bis zu seinem Tod seine Unschuld, berichtet das People Magazin.

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Acht Hinrichtungstermine wurden für ihn angesetzt. Achtmal erhielt er deshalb eine letzte Mahlzeit. Doch die Todesstrafe wurde jedes Mal ausgesetzt. 1954 wandelte ein Gericht das Urteil schließlich in lebenslange Haft um.

An seiner Schuld blieben über Jahrzehnte Zweifel. Zeugen sollen Aussagen später widerrufen haben, ein anderer Häftling soll die Tat gestanden haben. Sogar ein Polizist, der Smith nach seiner Festnahme verhört hatte, erklärte später, er halte ihn für unschuldig. „Ich bin nicht einmal sicher, ob er beim Mord dabei war“, sagte der ehemalige Beamte laut „Boston Globe“.

Der „Vogelmann von Osborn“

Smith verbrachte mehr als sieben Jahrzehnte in Haft und galt als der am längsten inhaftierte Gefangene der USA. Im Gefängnis Osborn bekam er einen besonderen Spitznamen: „Birdman of Osborn“.

Der Grund: Smith soll Brot in seiner Kleidung versteckt und damit Vögel gefüttert haben. Wärter hätten nach Angaben eines Sprechers des Strafvollzugs darüber hinweggesehen – sie wussten, dass er die Tiere füttern wollte.

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Seine Gefängniszeit wurde nur kurz unterbrochen: 1967 floh Smith, wurde aber nach zwölf Tagen wieder gefasst. 1974 durfte er über Weihnachten nach Hause und kehrte einen Tag später zurück. Eine Bewährung 1975 endete nach etwa zehn Monaten wegen neuer Delikte und eines Verstoßes gegen Auflagen.

Tod in Pflegeeinrichtung

2020 erhielt Smith schließlich eine überwachte Bewährung und zog in ein auf ehemalige Gefangene spezialisiertes Pflegeheim in Connecticut. Dort starb er im Juni im Schlaf – nach Angaben der Einrichtung letztlich an Altersschwäche. Anschließend wurde er eingeäschert.

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Sein Fall steht auch für ein wachsendes Problem in US-Gefängnissen: die alternde Häftlingspopulation. Laut einer Studie stieg die Zahl der Inhaftierten ab 55 Jahren zwischen 1991 und 2021 um nahezu 400 Prozent. Fachleute fordern deshalb häufiger medizinische oder altersbedingte Haftentlassungen – weil lange Gefängnisstrafen Menschen gesundheitlich besonders früh altern lassen können.

Verwendete Quellen: BBC, People, WZTV