Nach Wahlsieg von Cem Özdemir in Baden-WürttembergEx-Grünen-Chefin Ricarda Lang schließt Ministeramt für Boris Palmer aus

Ricarda Lang
Ricarda Lang glaubt nicht, dass Boris Palmer ein Ministeramt bekommt
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Ob sich Cem Özdemir (Grüne) das gefallen lässt?
Der Sieger der Landtagswahl in Baden-Württemberg bekommt einen ungefragten Rat seiner Ex-Parteichefin. Ricarda Lang schloss am Donnerstag auf einer Veranstaltung des stern (gehört zu RTL) ein Ministeramt für den umstrittenen Ex-Grünen Boris Palmer aus – wenn es nach ihr geht.

Ricarda Lang lobt Boris Palmer, doch es gibt ein ABER

Ostrach (Landkreis Sigmaringen) 01.03.2026 Landtagswahl Baden - Wuerttemberg, Wahlkampf Buendnis 90 / Die Gruenen: Spitzenkandidat Cem Oezdemir (li) mit Tuebingens Oberbuergermeister Boris Palmer FOTO: Pressefoto ULMER / Markus Ulmer xxNOxMODELxRELEASExx
Cem Özdemir (li) mit Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer bei einem Wahlkampfauftritt
picture alliance / Pressefoto Ulmer / Markus Ulmer

Lang räumte ein, dass Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (früher Grüne, jetzt parteilos) beim Wahlsieg mitgeholfen habe. „Palmer hat eine Rolle gespielt, die geholfen hat“, sagte sie. Ein Ministeramt in der Landesregierung stünde ihm trotzdem nicht zu. „Nein“, antwortete Lang auf eine entsprechende Frage. „Ich treffe die Entscheidung nicht, aber das ist meine Einschätzung.“

Palmer war knapp 30 Jahre lang Mitglied der Grünen. Seine Partei fühlte sich von teils spitzen Aussagen zu Themen wie Migration provoziert. Schließlich verließ der Oberbürgermeister Tübingens seine Partei. In Özedemirs Wahlkampf für die Grünen für die Landtagswahl in Baden-Württemberg spielte er dennoch eine wichtige Rolle. Auch privat scheinen die beiden Politiker sich nahe zu stehen. So verheiratete Palmer in der Rolle eines Standesbeamten Özdemir mit seiner Frau.

So erklärt Ricarda Lang den Wahlerfolg von Cem Özdemir - Begründung dürfte den Grünen nicht schmecken

Ex-Grünen-Chefin Ricarda Lang schreibt den Wahlerfolg von Cem Özdemir in Baden-Württemberg auch seiner Distanz zur eigenen Partei zu. Er habe wegen einer „Mischung aus Authentizität, Klarheit in den Positionen und einer gewissen Distanz zur eigenen Partei“ gewonnen, sagte Lang. Das habe mit einer grundsätzlichen Skepsis der Bürger gegen Parteien zu tun. „Die Leute haben gar keinen Bock mehr auf Parteien“, sagte Lang. „Alles, was den Geruch des Parteisoldatentums hat, wird abgelehnt.“ Wo Politiker über „die Dogmatik der eigenen Partei hinausgehen“, würden sie Vertrauen und Wählerstimmen gewinnen.

Verwendete Quelle: stern