„Wegen der Veröffentlichung ungeeigneter Inhalte”Erster Dubai-Influencer spricht von Drohungen der Scheichs

„Mir wurde klar, dass wir uns dadurch in Gefahr bringen könnten.“
Viel Kritik gab es an den Influencern in Dubai, die nach den ersten Einschlägen von iranischen Raketen fröhliche Botschaften statt Sorgen-Posts verbreiteten. Der Vorwurf stand im Raum, dass die Regierung des Scheichen-Reichs Druck auf die Influencer ausgeübt haben könnte. „Alles quatsch” haben viele der Influencer geantwortet. Doch nun schlägt ein Brite andere Töne an.
Britischer Influencer versucht, „alles positiv zu halten”
„Ich fühle mich hier aufgrund der Luftverteidigung der VAE absolut sicher, aber die Gesetze bereiten mir manchmal Sorgen, deshalb versuche ich immer, alles positiv zu halten”, wird Ben Moss von der britischen Daily Mail zitiert. Der britische Lifestyle-Influencer lebt seit drei Jahren in den Vereinigten Arabischen Emiraten. „Ich habe weitaus mehr Angst davor, wegen der Veröffentlichung ungeeigneter Inhalte mit einer Geldstrafe belegt zu werden oder ins Gefängnis zu kommen, als vor den iranischen Raketen und Drohnen.“
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Denn Influencer, die in den Vereinigten Arabischen Emiraten leben, wissen, dass bei Kritik an oder Beleidigung der Regierung der VAE oder Rufschädigung des Landes harte Konsequenzen drohen.
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Gefahr durch Kritik bei Social Media
Laut Daily Mail könne dies etwa Geldstrafen von bis zu 200.000 britischen Pfund, Haftstrafen von bis zu fünf Jahren oder die Abschiebung nach sich ziehen. Dies gelte auch für Videos von Drohnen- oder Raketenangriffen, die den autoritären Staat verärgern.
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„Das Fotografieren oder Teilen von Bildern von sicherheitsrelevanten oder kritischen Einrichtungen sowie das Weiterverbreiten unzuverlässiger Informationen können rechtliche Schritte nach sich ziehen und die nationale Sicherheit gefährden”, zitiert die Daily Mail eine SMS, die Ben Moss und alle Einwohner kürzlich von der Polizei in Dubai erhielten. „Die Einhaltung der Regeln trägt zur Sicherheit und Stabilität der Gemeinschaft bei. Ihre Sicherheit ist unser Ziel”, heißt es darin.
Werden „in einer wesentlich sichereren Region leben”
Als die ersten iranischen Bombenangriffe auf die VAE einsetzten, verlassen Ben und seine im Iran geborene Freundin Parisa ihre Luxuswohnung in Ras Al Khaimah, einem dem Iran nahegelegenen Ort. „Anfangs waren wir wirklich besorgt, und ich hatte auch den Fehler gemacht, ein Bild meiner Wohnung online zu stellen, und mir wurde klar, dass wir uns dadurch in Gefahr bringen könnten.“
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Trotzdem verstehe der 31-Jährige die Sicherheitsbedenken bei der Veröffentlichung von Videos über das Abfangen von Drohnen oder Raketen und respektiere die Regierung. „Wir haben den Mietvertrag nun ohnehin gekündigt und sind nach Dubai umgezogen, da unser Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der hervorragenden Luftverteidigung dieses Landes gewachsen ist.“

„Ich gehe davon aus, dass sich der Markt innerhalb von 24 Monaten erholen wird, da die Menschen die VAE nun als noch sichereren Wohnort betrachten werden, angesichts ihrer spektakulären Verteidigungsmöglichkeiten”, lässt Ben nun verlauten. „Und wenn das iranische Regime hoffentlich gestürzt ist, werden wir in einer wesentlich sichereren Region leben.“ (dbr/Daily Mail)


