Seine Mutter warnte noch vor ihm „Er hatte die Augen eines Mörders“ – Daniel Gonzales (24) tötete innerhalb von 72 Stunden wahllos vier Menschen

Daniel Gonzalez hat vier Menschen innerhalb von 72 Stunden getötet.
Daniel Gonzalez hatte jahrelang psychische Probleme, bevor sein 72-Stunden-Mordrausch beginnt.
ddp
von Johanna Grewer

„Muss mein Sohn erst jemanden töten, bevor er Hilfe bekommt?“
Diese Frage stellte Lesley Savage in einem Brief an einen britischen Abgeordneten. Sie ist zu diesem Zeitpunkt in großer Sorge, dass ihr Sohn etwas Schreckliches tun könnte. Der 24-Jährige hat seit Jahren mit psychischen Problemen zu kämpfen. Kurz danach kommt es zum Albtraum.

Daniel Gonzales steigt wahllos in einen Zug zu seiner ersten Bluttat

In der True-Crime-Doku „Anwälte der Toten – Die schlimmsten Serienkiller der Welt“ auf RTL+ erklären Experten, wie der hochintelligente Junge immer weiter in Drogenexperimente und Wahnvorstellungen abrutschen konnte und dann seine Gewaltfantasien in die Tat umsetzte.

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Am 15. September steigt der junge Mann aus Woking in England planlos in einen Zug. In Portsmouth steigt er aus und attackiert einen Spaziergänger mit einem Steakmesser, das er bei sich hat. Der Mann wird schwer verletzt. Dann nimmt Gonzales den nächsten Zug, der am Bahnhof ankommt und landet in Brighton. Dort stiehlt er in einem Baumarkt ein größeres Messer und geht damit auf die 73 Jahre alte Marie Harding los.

Nach seinem ersten Mord fährt Daniel Gonzales einfach nach Hause

Die Frau ist gerade auf dem Weg zu ihrer Bank, weil sie Geld für einen bevorstehenden Urlaub umtauschen will. Doch die Reise wird Harding nie antreten können. Sie wird bei der Zufallsattacke so schwer verletzt, dass sie stirbt.

Ihr Killer wäscht sich in einer Bahnhofstoilette das Blut ab und fährt nach der Tat einfach wieder nach Hause. Am nächsten Tag fährt er nach London, wo er sich die ganze Nacht herumtreibt. In den frühen Morgenstunden des 17. September 2004 begeht er dann den nächsten Mord. Gonzales hat den Nachtbus in den Londoner Stadtteil Tottenham genommen.

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Der 46 Jahre alten Pub-Wirt Kevin Molloy ist gerade auf dem Weg nach Hause, als er Gonzales zufällig begegnet. Auch auf ihn geht der 24-Jährige los und verletzt ihn mit einem Messer so schwer, dass er stirbt. Danach klingelt er willkürlich an Haustüren. In ein Wohnhaus bricht er ein und holt sich aus der Küche ein Messer, mit dem er auf den Hausbesitzer losgeht. Doch die Ehefrau kommt dazu und beginnt, zu schreien. Gonzales ergreift die Flucht. Der Mann überlebt verletzt.

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Alle Ermordeten sind reine Zufallsopfer

Nur Stunden später kommt er zum Haus des Kinderarztes Derek Robinson (75), der gerade mit seiner Frau Jean (68) am Frühstückstisch sitzt. Als Gonzales klingelt, kommt Derek zur Tür und öffnet. In dem Moment geht der Angreifer auch schon mit dem Messer auf ihn los. Seine Ehefrau eilt ihm zu Hilfe, doch sie hat auch keine Chance. Beide sterben durch schwere Stichverletzungen.

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Nach dem Mord an dem Ehepaar stellt sich Gonzales in aller Seelenruhe unter die Dusche, um sich das Blut abzuwaschen. Doch dann wird er von einem Handwerker überrascht, der zufällig an dem Morgen einen Termin bei den Robinsons hat. Der sieht ihn noch halbnackt aus dem Haus fliehen und kann der Polizei eine Personenbeschreibung geben. Der Vierfach-Killer kann daraufhin in der U-Bahn festgenommen werden, bevor er noch mehr Menschen etwas antun kann.

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Vier Morde innerhalb von 72 Stunden

Die Ermittler halten den 24-Jährigen für so unberechenbar und gefährlich, dass er noch nicht einmal vor dem Untersuchungsgericht auftreten darf. Das ganze Gericht muss zu ihm in den Zellentrakt kommen, um über seinen Fall zu entscheiden. Gonzales versucht im Gefängnis dann noch Suizid zu begehen und sich die Pulsadern aufzubeißen.

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Er gibt seine Taten zu, will aber keine Verantwortung dafür übernehmen. Gonzales verteidigt sich mit seinem psychischen Zustand. Er sei geistig gar nicht zurechnungsfähig gewesen, als er auf all die ihm unbekannten Menschen losging. Doch davon kann er die Geschworenen nicht überzeugen. In seinem Tagebuch schreibt der junge Mann von seinen kruden Fantasien, unter anderem auch, dass er ein Serienkiller werden will. „Er hatte die Augen eines Mörders“, sagt einer der Ermittler. 2006 wird er zu sechs lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Viel davon sitzt er aber nicht ab. 2007 stirbt Gonzales im Alter von gerade mal 27 Jahren durch Suizid.

Hier findet ihr Hilfe in schwierigen Situationen

Solltet ihr selbst von Suizidgedanken betroffen sein, sucht euch bitte umgehend Hilfe. Versucht, mit anderen Menschen darüber zu sprechen! Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch die Möglichkeit, anonym mit anderen Menschen über Ihre Gedanken zu sprechen. Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich.

Wenn ihr schnell Hilfe braucht, dann findet ihr unter der kostenlosen Telefon-Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 Menschen, die euch Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

Verwendete Quellen: „Anwälte der Toten – Die schlimmsten Serienkiller der Welt“