Neue Podcast-Folge von „Verbrechen von nebenan”Bestatter Enrico B. tröstet trauernde Frauen – dann nimmt er ihnen ihr Geld

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In der neuen Folge des Podcasts „Verbrechen von nebenan” geht es um einen Trauerschwindler.
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Er hörte zu, spendete Trost, nahm die Hinterbliebenen in den Arm – und brachte sie letztlich um ihr Geld.
Ein Bestatter aus Mecklenburg-Vorpommern nutzte die Verletzlichkeit trauernder Frauen jahrelang aus. Am Ende verloren viele von ihnen nicht nur einen Angehörigen, sondern auch ihr Erspartes. In der neuen Folge des True-Crime-Podcasts „Verbrechen von nebenan“ besprechen Philipp Fleiter und sein Gast Ralph Morgenstern den Fall. Auf RTL+ gibt es die aktuellste Folge immer schon zwei Wochen früher zu hören.

Er schlich sich in ihre gebrochenen Herzen: Die perfide Masche des „Trauerschwindlers”

Es ist Sommer 2017, als die Diplomingenieurin, hier Ursula Trautmann genannt, ihren Mann nach 40 gemeinsamen Jahren an Krebs verliert. Für Ursula bricht eine Welt zusammen. Die Unternehmerin muss sich plötzlich um Beerdigung, Formalitäten und ihre Spedition kümmern – während sie gleichzeitig versucht, mit ihrer Trauer zurechtzukommen.

In dieser schwierigen Zeit begegnet sie einem Mann, der genau zu wissen scheint, was sie braucht. Er hört zu, nimmt sich Zeit und vermittelt ihr das Gefühl, nicht allein zu sein. Es ist Enrico B. – der Bestatter, der ihren verstorbenen Ehemann beerdigt hat. Schnell wird der einfühlsame Mann die wichtigste Bezugsperson für sie. Damals ahnt Ursula nicht, dass diese Begegnung ihr Leben noch einmal grundlegend verändern wird.

Auf getäuschte Liebe folgt die Ausbeutung: Enrico B. bittet seine Opfer um Geld

Nur wenige Monate später fragt Enrico B. das erste Mal nach Geld, wie Ralph Morgenstern und Philipp Fleiter im Podcast berichten. (Übrigens: Beide sind Kandidaten der vierten Staffel von „Die Verräter”, die ab dem 17. August bei RTL läuft.) B. verspricht, alles zurückzuzahlen. Ursula glaubt ihm – obwohl er immer und immer wieder nach Geld fragt, ohne seine Schulden zu tilgen. Insgesamt soll sie ihm mehr als 141.000 Euro gegeben haben. Dafür riskiert Ursula alles: Sie schafft Geld von ihrer eigenen Spedition her – und löst sogar einen Fonds auf, der den Hausbau ihres Sohnes finanzieren sollte.

Doch was Ursula damals nicht weiß: Sie ist offenbar nur eine von mehreren Frauen – ihr engster Vertrauter? Ein gerissener Betrüger.

Ursula steht vollkommen in Enricos Bann: Selbst als eine ihr unbekannte Frau anruft und ihr erzählt, was der Bestatter ihr angetan hat, zweifelt sie. Ursula will dieser Fremden nicht glauben – und doch ist dieser Anruf wohl der Anfang vom Ende. Im Podcast wird sie Alexandra Krüger genannt.

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Hier die Folge von „Verbrechen von nebenan” auf RTL+ hören

Opfer bringt düstere Wahrheit über Enrico B. ans Licht

Enrico B. hielt sie für ein leichtes Opfer, doch Alexandra Krüger wird letztlich seine hartnäckigste Gegenspielerin. Doch auch sie fiel zunächst auf den gut aussehenden Bestatter rein.

Sie lernt Enrico B. nach dem plötzlichen Tod ihres Kindes kennen. Er hört ihr zu, spendet Trost und wird schon bald zu ihrer wichtigsten Bezugsperson. Aus gemeinsamen Gesprächen entwickelt sich eine Freundschaft, anschließend eine Beziehung. Doch auch hier wiederholt sich die Geschichte: Enrico B. erklärt Alexandra, dass sein Bestattungsunternehmen kurzfristig finanzielle Unterstützung benötigt. Weil sie ihm vertraut, nimmt Alexandra sogar einen Kredit auf und leiht ihm insgesamt 44.000 Euro. Er verspricht, jeden Cent zurückzuzahlen. Doch dazu kommt es nie.

Erst durch einen Zeitungsbericht mit dem Titel „Bestatter unter Betrugsverdacht” kommen Alexandra erste Zweifel. Sie beginnt zu recherchieren und stößt dabei auf immer mehr Frauen, die offenbar ganz ähnliche Erfahrungen mit Enrico B. gemacht haben. Entsetzt steigt Alexandra tiefer in die Recherche ein – und findet Unglaubliches heraus.

Alexandra erfährt von einer Ärztin, die Enrico B. mehr als 35.000 Euro gegeben hatte – darunter 7.500 Euro für die Beerdigung ihres Mannes, der sich zuvor das Leben genommen hatte. Eine Mutter von drei Kindern verliebte sich in Enrico B., lieh ihm 48.000 Euro – ihr Erspartes. 8.000 Euro erhielt sie zurück. Dennoch lehnte sie weitere Forderungen ab – zum Missfallen Enricos, der plötzlich keine Zeit mehr für sie hatte. Immer mehr Betroffene spürt Alexandra auf – und findet Hilfe bei einer Rechtsanwältin.

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Im Video: Schwere Vorwürfe gegen „Trauerschwindler” Enrico B.

Erst Jahre später kommt Enrico B. ins Gefängnis

Bis es in diesem Betrugskomplex zur Anklage kommt, vergehen Jahre. Am 4. Juli 2022 erhebt die Staatsanwaltschaft Rostock schließlich Anklage gegen Enrico B. wegen Betrugs in zehn Fällen. Die Ermittler sind überzeugt, dass der Bestatter seinen Opfern bewusst einen erfolgreichen Geschäftsmann vorspielte, obwohl er hoch verschuldet gewesen sein soll.

Im Mai 2023 beginnt der Prozess. Enrico B. weist die Vorwürfe zurück. Seine Verteidigung argumentiert, die Frauen hätten ihm das Geld freiwillig gegeben. Außerdem greift sein Anwalt die Betroffenen persönlich an und stellt ihre Glaubwürdigkeit infrage.

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Das Gericht folgt dieser Argumentation nicht. Bereits nach wenigen Verhandlungstagen wird Enrico B. zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Doch der Fall ist damit noch nicht beendet: Der Bestatter legt Berufung ein, während parallel weitere Betrugsvorwürfe gegen ihn untersucht werden.

Schließlich werden mehrere Verfahren zusammengeführt. Im November 2024 legt Enrico B. ein Geständnis ab und räumt ein, den Schmerz der Frauen ausgenutzt und ihnen Gefühle vorgespielt zu haben, um an ihr Geld zu gelangen. Am 9. Dezember 2024 verurteilt das Landgericht Rostock Enrico B. schließlich wegen Betrugs in insgesamt 19 Fällen zu fünfeinhalb Jahren Haft. Seit dem 5. Mai 2025 sitzt Enrico B. im Gefängnis.

Enrico B. ist in Haft – doch seine Opfer haben noch immer mit den Folgen zu kämpfen

Für viele Betroffene endet der Fall nicht mit dem Urteil. Einige zahlen die damals aufgenommenen Kredite noch immer ab, haben Nebenjobs angefangen, sind weggezogen. Andere kämpfen bis heute mit den seelischen Folgen. Trotz allem haben die Frauen gemeinsam erreicht, woran sie lange selbst kaum noch glaubten: Sie brachten den Mann, dem sie einst vertraut hatten, gemeinsam vor Gericht. Ohne ihre Hartnäckigkeit wäre der Fall womöglich niemals vollständig ans Licht gekommen.

Verwendete Quellen: „Verbrechen von nebenan: True Crime aus der Nachbarschaft”-Podcast auf RTL+