Wegen gesellschaftlicher „Anomalien“Irans Justizchef verschärft Kopftuch-Kurs – Frauen droht Ärger!

Der iranische Justizchef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi nimmt an einer Feier auf dem Palästina-Platz in Teheran teil. Irans Justizchef hat abermals Frauen bei Verstößen gegen die Kopftuchpflicht mit Maßnahmen gedroht. (zu dpa: «Irans Justizchef droht Frauen ohne Kopftuch») +++ dpa-Bildfunk +++
"Dieser Zustand der Nacktheit ist nicht erträglich", sagt Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi.
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Frauen in Irans Metropolen widersetzen sich in den vergangenen Jahren den strengen Kleidungsvorschriften - insbesondere im Zuge des Iran-Kriegs. Die Justiz will nun härter durchgreifen.

Irans Justizchef hat abermals Frauen bei Verstößen gegen die Kopftuchpflicht mit Maßnahmen gedroht. Bei einer Sitzung des obersten Justizrats forderte der Vorsitzende Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi, das Thema mit Priorität zu verfolgen. „Sie alle sind über einige dieser gesellschaftlichen Anomalien besorgt“, sagte der Justizchef in Teheran, wie aus einem Video der Nachrichtenagentur Misan hervorgeht.

„Dieser Zustand der Nacktheit ist nicht erträglich“, sagte Mohseni-Edschehi mit Blick auf Frauen in Irans Metropolen, die sich den strengen islamischen Kleidungsvorschriften widersetzen. Seinen Worten zufolge sollen, wenn nötig, auch „polizeiliche, nachrichtendienstliche und gerichtliche Maßnahmen“ erfolgen. Gesellschaftlicher Gegenwind dürfe die Behörden nicht abschrecken.

In den vergangenen Jahren hat sich der Protest vieler iranischer Frauen gegen die strengen islamischen Gesetze intensiviert. Im Herbst 2022 gingen Massen unter dem Motto „Frau, Leben, Freiheit“ gegen die repressive Politik auf die Straßen, doch die Demonstrationen wurden gewaltsam niedergeschlagen. In den letzten Jahren und insbesondere im Zuge des Iran-Kriegs widersetzen sich Frauen in der Öffentlichkeit immer mutiger den Kleidungsvorschriften.

Verwendete Quellen: are/dpa