Dänischer Experte über toten Buckelwal„Ich habe nie gesagt, dass es Timmy ist”

Ein toter Wal liegt vor der dänischen Insel Anholt. Unklar ist, ob es sich um den Wal handelt, der Ende März erstmals vor Timmendorfer Strand gestrandet war und rund einen Monat später in den Skagerrak, Nordsee,  transportiert worden wurde.
Ein toter Wal liegt vor der dänischen Insel Anholt
picture alliance/dpa / Jonas Walzberg

Das Rätselraten um den toten Buckelwal geht weiter!
Vor der dänischen Insel Anholt taucht der Kadaver eines Meeressäugers auf. Sofort liegt die Vermutung nahe: Es ist Timmy, der kurz nach seiner vermeintlichen Rettung aus der Ostsee gestorben ist. Doch stimmt das wirklich? RTL fragt bei dem Experten nach, der das tote Tier untersucht hat.

Ist der tote Buckelwal wirklich Timmy?

Erste Proben des Wals hat Morten Abildstrøm von der dänischen Naturschutzbehörde bereits gesammelt. Am Samstagmittag (16. Mai) will er sich den Kadaver erneut anschauen, gemeinsam mit einer deutschen Tierärztin. „Wir fahren um 12 Uhr raus”, bestätigt er RTL in einem Telefonat. Ob sich dann bereits die Identität des Meeressäugers klärt?

Lese-Tipp: Kein GPS-Sender am toten Wal vor Insel Anholt: Tierärztin hat noch Hoffnung

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Denn bisher kursieren nur Vermutungen. „Ich habe keine Ahnung, ob es Timmy ist oder nicht”, erklärt auch Abildstrøm. Er habe „nie gesagt”, dass es der wochenlang gestrandete Ostsee-Liebling sei. „Aber ein Buckelwal in dänischen Gewässern ist sehr selten. Vielleicht ist es also der Wal aus Deutschland oder vielleicht ist es ein anderer.”

Im Video: Toter Buckelwal vor dänischer Küste entdeckt – Behörden gehen von Timmy aus

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Schwanzflosse soll Rätsel um toten Wal lüften

Ein Abgleich des Musters auf der Schwanzflosse könnte bei der Identifizierung des Wals helfen. Jeder Wal hat ein individuelles Muster auf der Fluke – quasi wie ein Fingerabdruck. Allerdings liegt die Schwanzflosse des Tiers unter Wasser und ist deshalb nicht genau zu erkennen. Journalisten nahmen die Fluke am Abend mit einer Drohne aus der Luft aus verschiedenen Blickwinkeln auf. Ein abgetrenntes Stück der Flosse soll in Deutschland untersucht werden.

Lese-Tipp: Wal vor dänischer Küste: Es ist vermutlich Timmy!

Timmy ist in seinem Reisebett angekommen.
Timmy wurde in einem Reisebett in Freiheit geschifft.
Stefan Sauer/dpa

Der Meeressäuger sei vermutlich bereits seit einiger Zeit tot, hatte die dänische Nachrichtenagentur Ritzau unter Berufung auf die Umweltbehörde Miljøstyrelsen berichtet. Der mehrmals an der Küste Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns gestrandete Wal Timmy war mit Hilfe eines Lastkahns ins offene Meer gebracht und am 2. Mai etwa 70 Kilometer von Skagen entfernt im Skagerrak ausgesetzt worden. Experten kritisierten die Aktion und stuften die Überlebenschance des verletzten und geschwächten Tiers damals als sehr gering ein.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, dpa