Wal-Drama vor DänemarkKein GPS-Sender am toten Wal vor Insel Anholt: Tierärztin hat noch Hoffnung

Ein toter Wal liegt vor der dänischen Insel Anholt. Unklar ist, ob es sich um den Wal handelt, der Ende März erstmals vor Timmendorfer Strand gestrandet war und rund einen Monat später in den Skagerrak, Nordsee,  transportiert worden wurde.
Ein toter Wal liegt vor der dänischen Insel Anholt. Unklar ist, ob es sich um den Wal handelt, der Ende März erstmals vor Timmendorfer Strand gestrandet war und rund einen Monat später in den Skagerrak, Nordsee, transportiert worden wurde.
picture alliance/dpa / Jonas Walzberg

Ist es Timmy?
Vor der dänischen Insel Anholt strandet ein Wal. Ob es sich dabei um den Buckelwal Timmy aus der Ostsee handelt, ist bislang unklar. Eine Gewebeprobe soll Aufschluss über die Identität des Tieres bringen.

Gewebeprobe soll mehr Aufschluss geben

Ob der tote Wal vor der dänischen Insel Anholt der zuvor in der deutschen Ostsee gestrandete Buckelwal ist, ist weiter unklar. Das sagte Morten Abildstrøm von der dänischen Behörde Naturstyrelsen zur Deutschen Presse-Agentur. Man habe keinen GPS-Sender am Tier gefunden. Abildstrøm hatte den gestrandeten Wal aus direkter Nähe inspiziert, als dem Tier eine Gewebeprobe aus der Schwanzflosse entnommen wurde. Diese Probe soll nun nach Deutschland geschickt und dort untersucht werden.

Im Video: Toter Wal vor dänischer Küste entdeckt

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Wal sei schon längere Zeit tot

Abildstrøm sagte, er sei sich zu 95 Prozent sicher, dass es sich bei dem verendeten Meeressäuger um einen Buckelwal handle. Er könne es aber nicht mit Sicherheit sagen, da der Wal auf der Seite und halb unter Wasser liege. Das Tier sei zwölf Meter lang, sagt Abildstrøm. Der Meeressäuger liege etwa 75 Meter vor der Küste Anholts und sei vermutlich bereits seit einiger Zeit tot, berichtete die Nachrichtenagentur Ritzau unter Berufung auf die Umweltbehörde Miljøstyrelsen.

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Experten sind sich uneinig, ob der Wal Timmy sein könnte

Meeresbiologe Fabian Ritter erklärte im Gespräch mit RTL, dass er die Wahrscheinlichkeit hoch einschätze, dass der tote Buckelwal Timmy sei. Wale würden schließlich selten in den Gewässern rund um die Insel schwimmen. Auch die Hautverletzungen des toten Wals hält er für einen Hinweis. Der Walforscher erklärt aber, dass er sich nicht festlegen oder spekulieren wolle, bevor das Tier untersucht worden sei.

RTL hat auch bei Kirsten Tönnies nachgefragt. Sie ist die Tierärztin, die Timmy zuletzt betreut hat. Sie hat Zweifel daran, dass der tote Wal tatsächlich Timmy ist. An dem Kadaver vor der Insel Anholt sei kein Tracker gefunden worden. Wenn es Timmy wäre, müsste man an dem Tier Verletzungen sehen, an der Stelle, wo der Peilsender herausgerissen sei. Tönnies meint außerdem, dass die Muster an der Flosse nicht mit denen, die sie bei Timmy gesehen hat, übereinstimmen. Aus ihrer Sicht, sei auch der Zustand der Walhaut an dem Kadaver kein gutes Indiz. Die Haut von Deutschlands bekanntestem Wal habe sich zuletzt wieder erholt, nachdem er vom Rettungsteam betreut worden war.

GPS-Sender liefert keine Signale

Der vor der deutschen Küste gestrandete Wal hatte wochenlang Schlagzeilen gemacht. Zuletzt hatte eine private Rettungsinitiative das Tier tagelang durch die Ostsee bis in die Nordsee transportiert. Wie genau der Transport endete, war aber bis zuletzt unklar.

Auch rund zwei Wochen nach dem Aussetzen gibt es bislang keine bekannten Daten dazu, wo das Tier ist. Ein GPS-Sender liefere weiterhin keinerlei Signale zur Ortung, hieß es jüngst von der Privatinitiative zum Transport des Wals. Es gebe überhaupt keine Daten mehr. Experten von Tierschutzorganisationen hatten die langfristigen Überlebenschancen des Wals übereinstimmend als sehr gering eingeschätzt. Vor dem Freisetzen des Buckelwals am 2. Mai soll nach Angaben der Initiative ein GPS-Sender an der Rückenfinne angebracht worden sein, der stetig Ortsdaten liefern sollte. Ob dies tatsächlich erfolgte, ließ sich nicht durch unabhängige Quellen verifizieren. (anr)

Verwendete Quelle: dpa