Silvesterhorror in der Schweiz„Eine große Tragödie” – Ermittler sollen von rund 40 Todesopfern in Crans-Montana ausgehen
Tragödie in der Silvesternacht!
Bei einem Brand in der Bar Bar „Le Constellation” im Schweizer Luxus-Skiort Crans-Montana im Kanton Wallis sind nach Angaben der Polizei mehrere Menschen ums Leben gekommen, darunter wohl auch Touristen aus dem Ausland. Die Schweizer Polizei geht nach Angaben des italienischen Außenministeriums davon aus, dass bei dem Brand etwa 40 Menschen ums Leben gekommen sind. Bei der Veranstaltung soll es sich um eine Silvesterparty für Minderjährige unter 17 Jahren gehandelt haben, berichtet Corriere della Sera. Die Ermittler gehen von einem Unglück aus.
Viele Todesopfer in Crans Montana und rund 100 Verletzte
Das Feuer in der Bar soll gegen 01.30 Uhr ausgebrochen sein. Die genaue Zahl der Opfer steht offenbar noch nicht fest. In einer Pressekonferenz sprach der Walliser Polizeikommandant von mehreren Dutzend Toten. Die Identifizierung der Opfer laufe noch, hieß es – genau wie die Ermittlungen zur Unglücksursache. Der Walliser Staatsrat Mathias Reynard sprach von einer „großen Tragödie”. Für Angehörige und Zeugen wurde eine Hotline eingerichtet.

Der Kommandant der Walliser Kantonspolizei, Frédéric Gisler, sprach in der Pressekonferenz von rund 100 Verletzten, die zum großen Teil schwer verletzt worden seien. Die meisten befinden sich laut Behörden in einem ernsten Zustand und wurden auf Krankenhäuser im ganzen Land verteilt, weil die Kliniken im Kanton Wallis komplett ausgelastet seien. Die Behörden riefen die Menschen in der Schweiz auf, sich am Neujahrstag vorsichtig zu verhalten, damit die Krankenhäuser nicht noch weiter belastet würden. Augenzeugen in Genf berichteten, dass am Universitätsspital alle paar Minuten Nothubschrauber landeten.
Explosion war nicht der Auslöser für den Brand
Der tödliche Brand wurde nach ersten Erkenntnissen der Behörden nicht durch eine Sprengsatz-Explosion verursacht. Das Feuer habe bei seiner Ausbreitung eine Verpuffung ausgelöst, sagte der für Sicherheit zuständige Staatsrat im Kanton Wallis, Stéphane Ganzer. Er berief sich dabei auf Zeugenaussagen und erste Ermittlungen. Es handele sich nicht um eine Explosion eines Sprengsatzes, die einen Brand auslöst. Damit begründete Staatsanwältin Beatrice Pilloud auch ihre Einschätzung, einen Anschlag auszuschließen.
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Menschen seien mit schweren Verbrennungen in Krankenhäuser gebracht
Vor Ort waren Polizei und Feuerwehr mit zahlreichen Einsatzwagen und Hubschraubern. Ein Rettungsarzt sagte dem Westschweizer Sender RTS, Menschen seien mit schweren Verbrennungen in umliegende Krankenhäuser gebracht worden. Am Morgen sei die Lage unter Kontrolle gewesen, sagte ein Polizeisprecher Medienvertretern. Der Einsatz dauerte nach Polizeiangaben am Vormittag noch an. Über dem Ort wurde ein Überflugverbot verhängt.

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Die Schweizer Behörden bekommen Unterstützung vom Zivilschutz des Aostatals - eine italienische Region an der Grenze zur Schweiz: Ein Hubschrauber mit Spezialisten der Bergwacht und medizinischem Personal wurde von den Schweizern erbeten und ist dort seit 6.00 Uhr im Einsatz, wie die italienische Bergwacht mitteilte.
Brand durch Pyrotechnik ausgelöst?
Laut dem lokalen Schweizer Radiosender RhoneFM könnte der Umgang mit pyrotechnischen Gegenständen die Ursache der Tragödie gewesen sein. Mehrere Personen sollen dies gegenüber dem Sender bestätigt haben. Die Zahl der Opfer wird als sehr hoch eingeschätzt; RhoneFM berichtet von möglicherweise mehreren Dutzend Todesfällen. Die Zeitung Le Nouvelliste spricht sogar von 40 Opfern und 100 Verletzten.

Crans-Montana ist ein Schweizer Nobel-Skiort
Crans-Montana liegt im Kanton Wallis und gilt als mondäner Ferienort mit vielen Prominenten. Berühmtester Einwohner war James-Bond-Schauspieler Roger Moore (1927-2017). Der Ort auf etwa 1.500 Metern Höhe hat ein großes Skigebiet. Ende Januar finden dort auch Rennen des Ski-Weltcups statt.

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Über die Feiertage ist der Ort in der Regel ausgebucht. Auf rund 10.000 Einwohner kommen rund 2.600 Hotelbetten, davon acht in der Luxuskategorie, und hunderte Ferienwohnungen. Bei rund einer Million Übernachtungen im Jahr kommen nach Angaben der örtlichen Tourismusbehörde etwa 20 Prozent der Gäste aus dem Ausland. Der nächste große Flughafen ist Genf, rund 180 Kilometer nordwestlich. (jve, mit dpa, afp)
Verwendete Quellen: afp, dpa, Reuters, Blick, Corriere della Sera, Le Nouvelliste


