Mahlzeiten sollten hübscher aussehenKindergarten mischt giftige Farbe ins Essen – 247 Kinder mit Blei belastet

Lange Haftstrafen für die Verantwortlichen!
Bauchschmerzen, Haarausfall, Appetitlosigkeit: Was Eltern in China bei ihren kleinen Kindern beobachten, entwickelt sich zu einem erschütternden Lebensmittelskandal. In einem Kindergarten wurde offenbar über Monate hinweg bleihaltige Malfarbe ins Essen gemischt – nur damit die Mahlzeiten bunter und appetitlicher aussehen. Jetzt hat ein Gericht sechs Verantwortliche zu langen Haftstrafen verurteilt.
Malfarbe landet in Kuchen und Teigrollen
Ein bunter Kuchen, hübsch gefärbte Teigrollen: Was in einem Kindergarten in der chinesischen Stadt Tianshui besonders appetitlich aussehen soll, entpuppt sich als Gefahr für die Kinder. Denn in der Küche des Heshi-Peixin-Kindergartens wird dem Essen bleihaltige Malfarbe beigemischt.
Und das offenbar nicht nur einmal. Nach Erkenntnissen der Ermittler wurden bereits seit Mai 2024 regelmäßig mit Farbe versetzte Speisen serviert, schreibt die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Die Betreiberin Li Huifang und die Kindergartenleiterin Zhu Jinglin sollen das Küchenpersonal dazu angewiesen haben. Der Grund: Die Mahlzeiten sollten auf Werbebildern besonders ansprechend aussehen und so neue Familien anlocken. Dabei ist auf den Verpackungen der Farben ausdrücklich vermerkt, dass sie nicht zum Verzehr geeignet sind.
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Als der Skandal im Juli 2025 auffliegt, ist das Ausmaß erschütternd. Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) werden bei 247 Kindern erhöhte Bleiwerte im Blut festgestellt. Auch Beschäftigte sind betroffen. In zwei untersuchten Speiseproben liegt der Bleigehalt mehr als 2.000-mal über dem erlaubten Grenzwert.
Kinder leiden unter gesundheitlichen Beschwerden
Schon vor der Aufdeckung des Skandals hatten Eltern über gesundheitliche Probleme ihrer Kinder berichtet. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf chinesische Medien meldete, klagten betroffene Kinder unter anderem über Bauch- und Beinschmerzen, Appetitlosigkeit und Haarausfall.
Blei ist besonders für kleine Kinder gefährlich. Das Schwermetall kann das sich entwickelnde Gehirn und Nervensystem schädigen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es keine bekannte Bleibelastung, die als gesundheitlich unbedenklich gilt.
Besonders erschreckend: Bei der Untersuchung des Skandals kommt heraus, dass in einem örtlichen Krankenhaus Bluttestergebnisse von Kindern nachträglich nach unten verändert worden waren. Auch gegen Verantwortliche aus Behörden und medizinischen Einrichtungen werden Untersuchungen eingeleitet.
Betreiberin muss lebenslang ins Gefängnis
Jetzt, mehr als ein Jahr nach Bekanntwerden des Skandals, hat ein Gericht in Lanzhou die Verantwortlichen verurteilt. Wie die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) berichtet, wird die Kindergarten-Betreiberin Li Huifang zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt. Die Leiterin Zhu Jinglin erhält 15 Jahre Haft, vier Beschäftigte der Küche werden zu Haftstrafen zwischen sechs und acht Jahren verurteilt.
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Die betroffenen Kinder erhielten medizinische Behandlung oder Ernährungsmaßnahmen. Nach Angaben der chinesischen Behörden hatten die meisten bis Juli 2025 ihre erste Behandlungsphase abgeschlossen.
Doch damit ist nicht automatisch alles überstanden. Denn welche langfristigen gesundheitlichen Folgen die Bleibelastung für die Kinder haben wird, lässt sich derzeit nicht abschließend beurteilen.


