Papier statt PlastikCapri-Sun-Chef kritisiert eigene Firma wegen gescheiterter Strohhalm-Petition

ARCHIV - 27.08.2024, Baden-Württemberg, Stuttgart: Ein Trinkpäckchen von Capri Sun mit einem Papierstrohhalm steht auf einem Tisch. (zu dpa: «Darum will Capri-Sun zurück zum Plastikstrohhalm») Foto: Bernd Weißbrod/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Seit 2021: Capri Sun mit Papierstrohhalm
Quelle: picture alliance/dpa / Bernd Weißbrod

Kein Bock auf Plastik-Müll.
Eine Million Unterschriften wollte Capri Sun sammeln, weniger als 170.000 sind es geworden. Damit ist die Petition für recyclebare Plastikstrohhalme krachend gescheitert.

Capri Sun kämpft seit Jahren gegen Papierstrohhalme

Der Firmenpatriarch und Verwaltungsratschef übt jetzt Kritik an der eigenen Petition, das Ziel der Aktion aber verteidigt er. „Die Petition war schlecht gemacht und falsch – das nur nebenbei”, sagte Hans-Peter Wild der Rhein-Neckar-Zeitung. „Aber in der Sache macht die Forderung von Papier-Trinkhalmen absolut keinen Sinn.”

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Das Unternehmen mit Sitz in Baden-Württemberg bemüht sich seit 2024 um eine Rückkehr zum Plastikstrohhalm mit einer entsprechenden Genehmigung der Europäischen Union (EU). Wegen eines Verbots der EU von Einwegplastikprodukten verwendet Capri-Sun seit 2021 Papierstrohhalme an seinem klassischen Trinkbeutel.

Seither gibt es dem Unternehmen zufolge Kritik von Verbrauchern: Der Papierstrohhalm lasse sich schlechter einstecken, werde weich und führe zu einem Papiergeschmack beim Trinken. Capri-Sun habe den Papierstrohhalm deswegen bereits mehrfach überarbeitet.

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Umweltschützer gegen Plastik-Strohhalme

„Der Capri-Sun-Trinkpack ist 100-prozentig recycelbar”, sagte Wild in dem Interview anlässlich seines 85. Geburtstages. „90 Prozent der Papierhalme bleiben in der Tüte drin, wenn sie leer getrunken ist.” Besser wäre es daher, wenn der recycelbare Strohhalm in der Capri-Sun bleibe und der Trinkbeutel so komplett recycelt werden könne.

Das Unternehmen will nach eigenen Angaben den Strohhalm aus dem gleichen Material herstellen wie den Trinkbeutel: dem Kunststoff Polypropylen. Denn wenn der Papierstrohalm in der Verpackung bleibt, dann verunreinigt er den Kunststoff.

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Umwelt- und Verbraucherschützer kritisieren die Bemühungen des Unternehmens. So sagte Viola Wohlgemuth von der Deutschen Umwelthilfe vor kurzem: „Der anhaltende Kampf von Capri Sun für Einweg-Plastikstrohhalme ist aus Umweltsicht nicht nachvollziehbar und ein Armutszeugnis.” Die kleinen Trinkbeutel seien vor allem für den Konsum unterwegs konzipiert und landeten entsprechend oft in der Umwelt. (ppe)

Verwendete Quellen: dpa