Aus AngstBundeskanzler mit Not-Handy in China

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat den ersten China-Besuch seiner Amtszeit beendet. Bemerkenswert: Sein eigentliches Handy hatte er dabei nicht am Mann. Der Grund: Angst vor Spionage der Chinesen.
Stattdessen haben der Kanzler und andere hochrangige Regierungsvertreter Spezialhandys dabei, die nach der Reise sofort plattgemacht werden.
Das haben RTL-Recherchen ergeben. Die „Wegwerf-Handys” sollen verhindern, dass Delegationsmitglieder künftig mit unentdeckter Späh-Software auf ihren eigentlichen Smartphones telefonieren oder surfen.
Die IT-Abteilung des Kanzleramts richtete dem Kanzler ein eigenes Not-Handy ein, berichtet Bild ergänzend. Auf diesem sollen nur die Namen seiner wichtigsten Mitarbeiter sowie deren aktive Nummern während der China-Reise gespeichert sein. Merz’ richtiges Handy liege an einem sicheren Ort.
Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass jegliche Kommunikation abgeschöpft wird. Das wisse auch der Kanzler und verhalte sich dementsprechend vorsichtig.
Das hat Friedrich Merz in China gemacht
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) war zum Antrittsbesuch in China und hat eine positive Bilanz gezogen. „Wir haben eine gute Kooperation mit China”, sagte Merz am Donnerstag zum Abschluss seiner Reise vor Journalisten in der Technologie-Metropole Hangzhou. Es gebe aber auch „einige Herausforderungen, die wir gemeinsam bestehen müssen”, fügte er hinzu und verwies auf „Themen beim Wettbewerb”.
Es gebe „hohe Kapazitäten aus China, die zum Teil auch für Europa mittlerweile ein Problem darstellen, weil es Kapazitäten sind, die weit über den Marktbedarf hinausgehen”, sagte Merz und kündigte weitere intensive Gespräche an. Er werde auch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) bitten, „einen Folgebesuch in China zu machen”.
Er sei „entschlossen”, die Beziehungen zu China „festigen”, betonte Merz. Dies gelte sowohl für die politischen Gespräche als auch bei der wirtschaftlichen Zusammenarbeit.
Mit Verweis auf sein Treffen mit Chinas Präsident Xi Jinping am Mittwoch sagte Merz, er hoffe, „dass ich in meinen Gesprächen ein bisschen Verständnis dafür wecken konnte, dass die Staatsführung dieses Landes auch einen Beitrag dazu leisten sollte, den Krieg in der Ukraine zu beenden”. Darüber habe er mit Xi „ausführlich gesprochen”.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, rts


