Malaria-Angst in HessenBehörden warnen: Nachbarn des Frankfurter Flughafens sollen sich vor Mücken schützen

Malaria-Mücke kam wohl per Flugzeug!
Am Frankfurter Flughafen mehren sich die Malaria-Fälle. Nachdem zunächst Flughafenmitarbeiter betroffen waren, sind nun zwei Menschen außerhalb des Airports erkrankt. Eigentlich eine Seltenheit. Trotzdem rät die Stadt Frankfurt (Main) Bürgerinnen und Bürgern, sich vor Mücken zu schützen.
Spray und Kleidung gegen die kleinen Blutsauger
Am Dienstag hatte das Gesundheitsamt bekannt gegeben, dass zwei Anwohner des Frankfurter Flughafens an Malaria erkrankt sind. Beide sollen in einem Frankfurter Stadtteil Schwanheim in unmittelbarer Nähe zum Flughafen leben.
Fachleute gehen davon aus, dass sich die Erkrankten durch eine Mücke infiziert haben, die in einem Flugzeug nach Frankfurt gelangte. Im Sommer waren bereits sechs Mitarbeiter des Flughafens an der sogenannten Flughafen-Malaria erkrankt, zwei davon starben.
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Als Reaktion auf die zwei neuen Malaria-Fälle rät die Stadt Frankfurt jetzt, sich vor den Insekten zu schützen: „Wir raten zu Mückenschutz durch Repellentien und bedeckende Kleidung“, teilt das Gesundheitsamt auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Repellentien sind Substanzen, die Mücken durch Duftstoffe fernhalten. Es gibt sie etwa in Form von Sprays.
Fälle von Flughafen-Malaria „sehr selten”
Fälle von Flughafen-Malaria, also einer Übertragung der Krankheit im Umfeld eines Flughafens, sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) in Deutschland sehr selten. Wie häufig solche Fälle registriert werden, zeigt eine 2024 im Fachjournal Eurosurveillance veröffentlichte Studie.
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Demnach sind zwischen 1969 und 2024 insgesamt nur 145 Fälle bekannt, bei denen sich Menschen in Europa mit Malaria angesteckt haben. Nur 9 davon haben sich in den 55 Jahren in Deutschland abgespielt. Daneben gab es in Deutschland drei Fälle von Gepäck-Malaria. Dabei reist eine Mücke im Koffer mit, die Ansteckung mit Malaria erfolgt aber nicht in der Nähe eines Flughafens.
Krankheit wird durch Mücken übertragen
Die beiden neu Erkrankten werden derzeit in Frankfurt stationär behandelt. Weitere Details zu ihnen und ihrem Zustand wurden nicht mitgeteilt. Die näheren Umstände werden noch untersucht – auch, ob es einen Zusammenhang mit den vorherigen sechs Malaria-Fällen gibt, teilt das Gesundheitsamt mit. Es betreibt außerdem ein Monitoring von Mücken, das nun auf Schwanheim ausgeweitet wurde.
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Bürgerinnen und Bürger, die bei sich ungewöhnliche Symptome feststellen, sollten einen Arzt aufsuchen. Neben Fieber könnten unter anderem Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Magen-Darm-Beschwerden auftreten.
Malaria ist nach Angaben des Auswärtigen Amtes eine lebensbedrohliche Erkrankung, die durch Mücken übertragen wird. „Besonders bei Risikogruppen kann die Krankheit zu Koma und Tod führen. Schutz vor Mückenstichen und die Einnahme von vorbeugenden Medikamenten können die Erkrankung verhindern.” (okr)
Verwendete Quellen: dpa


