Ausschreitungen in Alice SpringsWütender Mob geht nach Tod der kleinen Sharon (5) auf Tatverdächtigen los

Die Stimmung im Outback schlägt in Gewalt um.
Die traurige Gewissheit im Fall der kleinen Sharon Granites löst in Australien heftige Szenen aus. Nach dem Fund des toten Mädchens kommt es in Alice Springs zu Angriffen auf den Verdächtigen und später auch zu Ausschreitungen am Krankenhaus.
Wütender Mob geht nach Tod von kleiner Sharon auf Tatverdächtigen los
Nach dem Tod der fünfjährigen Sharon Granites ist die Stimmung in Alice Springs komplett gekippt. Aufgebrachte Menschen haben den Verdächtigen noch vor seiner Festnahme angegriffen. Der verdächtige Mann kam anschließend verletzt ins Krankenhaus. Doch auch dort beruhigte sich die Lage nicht.
Nach Angaben des Polizeikommissars Martin Dole kam es vor dem Krankenhaus zu weiteren Ausschreitungen. Betroffen waren demnach nicht nur die Beamten, sondern auch Rettungskräfte und Mitarbeiter des Krankenhauses.
Sharons Familie versucht, die Lage zu beruhigen
Während in Alice Springs die Wut hochkocht, versucht Sharons Familie, die Lage zu beruhigen. Der Großvater des Mädchens rief in australischen Medien zur Besonnenheit auf. Jetzt sei die Zeit für Trauer, Respekt und Raum für Erinnerungen, sagt er dem Sender ABC Australia.
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Auch Australiens Premierminister Anthony Albanese meldete sich öffentlich zu Wort. Er sprach Sharons Familie sein Beileid aus und erklärte, sie sei in dieser Zeit des schrecklichen Verlusts in den Herzen aller Australier.
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Kleine Sharon war tagelang vermisst – dann taucht ihre Leiche auf
Der Fall hatte in Australien tagelang Entsetzen ausgelöst. Sharon war in der Nacht zu Sonntag (26. April) aus ihrem Zuhause verschwunden und galt seitdem als vermisst. Danach lief im Outback rund um Alice Springs eine groß angelegte Suche. Hunderte Einsatzkräfte, Freiwillige, Drohnen, Hubschrauber, Pferde und auch indigene Fährtensucher waren im Einsatz.
Sharons Leiche wurde am Donnerstag (30. April) kurz vor Mittag gefunden. Entdeckt wurde sie von Mitgliedern eines Suchtrupps der Polizei. Die gerichtsmedizinische Untersuchung zur Klärung der Todesursache läuft.
Tatverdächtiger war erst vor Kurzem aus dem Gefängnis entlassen worden
Im Fokus der Ermittlungen steht ein 47-jähriger Mann. Er soll sich in der Nacht des Verschwindens ebenfalls in dem Haus im Old Timers Town Camp am Rand von Alice Springs aufgehalten haben. Laut Polizei war er erst wenige Tage zuvor aus dem Gefängnis entlassen worden, nachdem er rund 18 Monate wegen schwerer Gewaltdelikte verbüßt hatte.
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Die Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass Sharon entführt wurde. Der Mann soll laut Polizei eine lose Verbindung zur Familie gehabt haben. Außerdem sei er dabei beobachtet worden, wie er das Kind vor seinem Verschwinden an der Hand hielt.
Verwendete Quellen: ABC Australia, X-Account von Anthony Albanese, dpa
































