RTL hat ihren Vater zum exklusiven Interview getroffenNina H. (†29) wird vor den Augen ihrer Kinder erschossen – war es ein Auftragsmord?
„Die hat schon mit Gewalt gerechnet.”
Am 19. Mai 2025 wird die 29-jährige Nina H. in ihrem Zuhause in Augsburg-Haunstetten erschossen. Zwei ihrer drei Kinder müssen die Tat miterleben. Warum musste die junge Mutter sterben? Der Prozess läuft bereits seit einiger Zeit – doch plötzlich nimmt er eine unerwartete Wendung. RTL/stern TV hat exklusiv mit Ninas Vater Ralf H. gesprochen – im Video.
Kurz vor der Tat beendete Nina H. die Beziehung zu Christian S.
Zu Beginn des Prozessses um den Mord an Nina H. ist nur einer angeklagt: Gino F.. Er ist der Ziehsohn von Ninas Ex-Partner Christian S. (43). Aber warum sollte er die Ex-Partnerin seines Ziehvaters umbringen?
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2020 lernt Nina H. Chrisitan S. kennen, später kommen die beiden zusammen und bekommen sogar zwei gemeinsame Kinder. Zu ihrem Vater Ralf H. habe Nina zu dieser Zeit nur wenig Kontakt gehabt, auch, weil sie weit voneinander entfernt wohnten. Geahnt, dass im Leben seiner Tochter etwas nicht stimmen könnte, habe Ralf H. aber erst nach einem Besuch seiner Tochter und seiner Enkel vor zwei Jahren, wie er im Interview erzählt. „Da war ich etwas irritiert, weil sie hat sehr, sehr schlecht ausgesehen. Sie war sehr, sehr dünn, hatte brutale Augenränder.” Christian S., also der Partner seiner Tochter, habe bei Ralf H. „so ein Bauchgefühl” ausgelöst. „Das Bauchgefühl hat gesagt, der geht gar nicht.”
Tatsächlich soll die Beziehung zwischen Nina H. und Christian S. von Eifersucht und Streitigkeiten geprägt gewesen sein. Mehrmals sollen sich die beiden getrennt haben, dann aber wieder zusammengekommen sein. Doch Anfang 2025 zieht Nina dann einen endgültigen Schlussstrich und trennt sich von dem 43-Jährigen. Ihrem Vater Ralf H. hatte sie damals eine Nachricht geschickt, in der sie ihn über die Trennung informierte: „[...] Habe es endlich geschafft, mich von Christian zu trennen, [...] Nachdem dann noch einige Dinge passiert sind, die absolut nicht tragbar für mich sind und wir Angst vor ihm hatten, ist es jetzt so das beste für alle.”
Nina H. „hat schon mit Gewalt gerechnet”
Christian S. soll jedoch seinen Ziehsohn Gino F. nach der Trennung auf Nina H. angesetzt haben. Von einer Bank aus soll er die Familie observiert haben. Nur wenige Meter von Nina H.s Wohnung entfernt soll Gino F. sogar selbst eine Wohnung angemietet haben. Christian S. habe vermutet, dass Nina H. bereits einen neuen Partner hatte.
Ralf H. erzählt im Interview, dass seine Tochter ein Tagebuch geführt habe, in dem sie auch unerwünschte Besuche von Christian S. dokumentiert habe. Außerdem habe sie sich über Selbstverteidigungskurse und Alarmknöpfe informiert und ihre Nachbarn eingeweiht und sie gebeten, die Polizei zu rufen, sollte es nachts laut werden. „Sie hat schon mit Gewalt gerechnet”, ist sich Ralf H. heute sicher.
Doch trotz aller Vorsicht gelingt es dem Täter, am 19. Mai 2025 in Nina H.s Zuhause einzudringen und sie vor den Augen zweier ihrer Kinder zu erschießen. Im laufenden Mordprozess geht es um diese zentralen Fragen: Hat Gino F. die Tat begangen? War es ein Auftragsmord? Oder ist sogar Christian S. der Täter? Den aktuellen Ermittlungsstand erfahrt ihr im Video oben.
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„Im Nachhinein bereue ich sehr, dass ich nicht gleich losgefahren bin”
Eigentlich habe Ralf H. seine Tochter im August 2025 besuchen wollen. Doch zu diesem Besuch sollte es nicht mehr kommen. Heute sagt Ralf H.: „Ich glaub’, sie hatte gehofft, dass wir früher kommen. Und im Nachhinein, klar, da bereue ich sehr, dass ich nicht gleich losgefahren bin. Dachte, es reicht im August. Ich meine, damit kann man ja nicht rechnen, dass sowas passiert. Darüber denke ich sehr oft nach.”
Verwendete Quelle: RTL/stern TV


