Live-Sendung über mehr als sieben Stunden11. September 2001: Peter Kloeppel schreibt mit Mammut-Moderation deutsche TV-Geschichte
Sieben Stunden Fernsehgeschichte.
Die ersten Meldungen aus New York erreichen die RTL-Redaktion am Nachmittag des 11. September 2001, Peter Kloeppel sitzt noch in seinem Büro. Kurz darauf sieht er in der Maske, wie ein Flugzeug in den zweiten Turm des World Trade Centers kracht – und hält die Bilder zunächst für eine Wiederholung. Wenige Minuten später beginnt eine der außergewöhnlichsten Live-Sendungen der RTL-Geschichte.
Peter Kloeppel hält den zweiten Einschlag zunächst für eine Wiederholung
Es ist Dienstag, der 11. September 2001. Gegen 14.53 Uhr erreichen die RTL-Redaktion die ersten alarmierenden Meldungen aus New York. Peter Kloeppel sitzt zu diesem Zeitpunkt noch in seinem Büro. Eine Kollegin sieht bei CNN die Bilder vom brennenden Nordturm des World Trade Centers. Schnell fällt die Entscheidung, das laufende Programm zu unterbrechen.
Kloeppel geht für wenige Minuten in die Maske. Dort sieht er, wie das zweite Flugzeug in den Südturm fliegt. Im ersten Moment glaubt er, noch einmal Bilder des ersten Einschlags zu sehen. Dann wird klar: Es ist keine Wiederholung. Ein zweites Passagierflugzeug ist in das World Trade Center geflogen.
Um 15.09 Uhr wird auf RTL die Quizshow „Der Schwächste fliegt“ unterbrochen. Kloeppel übernimmt im Nachrichtenstudio. Was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß: Er wird mehr als sieben Stunden live auf Sendung bleiben. Nach damaligen RTL-Angaben ist es die bis dahin längste Sondersendung des Senders.

Vier Flugzeuge werden am 11. September entführt
Während Kloeppel bereits auf Sendung ist, überschlagen sich die Ereignisse. Am Morgen haben 19 Terroristen des islamistischen Terrornetzwerks Al-Qaida vier Passagierflugzeuge in ihre Gewalt gebracht. Um 8.46 Uhr Ortszeit trifft American-Airlines-Flug 11 den Nordturm des World Trade Centers. 17 Minuten später rast United-Airlines-Flug 175 in den Südturm.
Um 9.37 Uhr schlägt American-Airlines-Flug 77 im Pentagon bei Washington ein. Das vierte entführte Flugzeug erreicht sein mutmaßliches Anschlagsziel nicht. Passagiere von United-Airlines-Flug 93 versuchen, die Kontrolle über die Maschine zurückzugewinnen. Um 10.03 Uhr stürzt das Flugzeug bei Shanksville in Pennsylvania auf ein Feld.
In New York stürzt um 9.59 Uhr der Südturm ein. Um 10.28 Uhr folgt der Nordturm. Bei den Terroranschlägen werden 2.977 Menschen getötet, die 19 Attentäter sind in dieser Zahl nicht enthalten. Tausende weitere Menschen werden verletzt.
Peter Kloeppel will vor allem Ruhe bewahren
Im RTL-Studio muss Kloeppel währenddessen versuchen, immer neue und teilweise kaum fassbare Nachrichten einzuordnen. Seine Aufgabe sieht er rückblickend vor allem darin, Ruhe zu bewahren, den Überblick nicht zu verlieren und den Zuschauern zu helfen, das scheinbar Unerklärliche zu verstehen.
Für viele Menschen in Deutschland wird seine stundenlange Moderation untrennbar mit den Erinnerungen an den 11. September verbunden. Für die Berichterstattung werden Kloeppel und das RTL-Team später mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Adolf-Grimme-Preis.
25 Jahre später wird Peter Kloeppel für sein Lebenswerk geehrt
Der 11. September ist dabei nur einer von unzähligen großen Nachrichtenmomenten in Kloeppels außergewöhnlicher Karriere. Mehr als drei Jahrzehnte prägt er als Chefmoderator von „RTL Aktuell“ den deutschen Fernsehjournalismus.
Lese-Tipp: Ehrenpreis! RTL-Legende Peter Kloeppel wird für sein Lebenswerk ausgezeichnet
Erst zwei Tage vor dem heutigen 25. Jahrestag schließt sich ein weiterer Kreis: Am Mittwoch (9. September) wird die RTL-Legende beim Deutschen Fernsehpreis 2026 für sein journalistisches Lebenswerk mit dem Ehrenpreis der Stifter ausgezeichnet. Seine mehr als sieben Stunden andauernde Live-Moderation am 11. September 2001 bleibt ein Stück deutscher Fernsehgeschichte.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche



