Er nutzte den eigenen Urlaub für seine perfiden PläneMiese Ferienhausabzocke in Portugal! RTL-Urlaubsretter Ralf Benkö entlarvt Fake-Anbieter

von Ralf Benkö, Ulrich Oppold und Svenja Hoffmann

Die Sommerferien stehen in den Startlöchern, die Fake-Anbieter auch!
Wer denkt, in Sachen Urlaubsbetrug schon alles zu kennen, der hat weit gefehlt. Denn jedes Jahr lassen sich zwielichtige Menschen neue Maschen einfallen, mit denen sie ahnungslosen Familien ihr Geld aus der Tasche ziehen. Urlauberin Yüksel Bavli ist kürzlich auf eine gestoßen und hat sich in ihrer Not an die RTL-Urlaubsretter gewandt. Den ganzen Fall seht ihr im Video.

Angeblicher Vermieter kontaktiert Urlauberin per WhatsApp – und kennt alle ihre Daten!

Ein Angebot auf Booking.com zeigt eine tolle Ferienunterkunft in Portugal. Ein Algarve-Apartment mit Pool und Meerblick – auch Yüksel Bavli gefällt, was sie auf der Buchungsplattform sieht – und schlägt zu. Was sie zu diesem Zeitpunkt nicht weiß: Dieses Angebot wird ihr noch einige Probleme bereiten.

Denn: Einige Wochen nach der Buchung bekommt Yüksel Bavli über das Portal die überraschende Meldung: Der Vermieter habe die Buchung storniert. „Dann kam aber zwei Wochen später über WhatsApp eine Benachrichtigung von dem angeblichen Vermieter, ob ich das denn nicht direkt über ihn buchen möchte? Er hat ja meine Zeiten. Er wusste auch wirklich alle Daten von mir und meine Zeitangaben waren ihm auch bekannt und er würde mir dann auch noch mal zehn Prozent Rabatt geben, weil es ja direkt über ihn laufen würde”, erzählt uns Yüksel Bavli. Der Vermieter habe lediglich 20 Prozent Anzahlung verlangt.

Für die Urlauberin klingt das nach einem guten Deal, außerdem habe der angebliche Vermieter ihr sogar eine Kopie seines britischen Passes zugeschickt. Außerdem gibt es ein Video der Unterkunft, in dem man diese Person im Badezimmer der Unterkunft erkennt. Für Yüksel Bavli hat das „dann gepasst. Und ich dachte mir ja gut, ich meine, dann muss es ja stimmen. Also wenn du einen Ausweis hast und das passende Video. Ja, das hat mir natürlich dann noch ein bisschen mehr Sicherheit gegeben, woraufhin ich dann noch mal 500 Euro geschickt habe, weil er dann Druck gemacht hat. Kurz vorm Urlaub, zwei Wochen davor waren es, glaube ich.”

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In Portugal fliegt die Ferienhaus-Abzocke auf

Insgesamt überweist sie dem angeblichen Vermieter im Vorfeld 816 Euro. Doch dem Mann ist das nicht genug. Plötzlich will er auch einen Großteil der restlichen 765 Euro vor Anreise haben. Da wird Yüksel Bavli misstrauisch: „Das kam dann für mich nicht in Frage, ist mir zu risikoreich.” Als sie die Zahlung verwehrt, folgt eine einschüchternde Sprachnachricht, doch man sagt auch, dass die Buchung storniert und das bereits gezahlte Geld erstattet werde. Auf ihr Geld warte Yüksel Bavli aber heute noch.

Zum Glück findet sie kurzfristig noch eine alternative Unterkunft – ganz in der Nähe des eigentlich gebuchten Apartments. So fällt ihr Urlaub doch nicht ins Wasser und: Aus Neugier schaut sie im Urlaub bei der zuvor gebuchten Wohnung vorbei – und deckt die Abzocke auf! Doch alleine kommt sie nicht weiter und bittet die RTL-Urlaubsretter um Hilfe.

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Die RTL-Urlaubsretter helfen auch euch!

Ihr habt Probleme mit eurem Reiseveranstalter, seid von Mängeln im Urlaubs-Hotel betroffen oder habt andere Schwierigkeiten mit eurer Reise? Dann könnt ihr euch an die RTL-Urlaubsretter wenden – ganz einfach per Telefon, WhatsApp oder E-Mail. Alle Kontaktdaten findet ihr HIER.

RTL kommt dem Ferienhaus-Abzocker auf die Schliche

RTL gelingt es, Kontakt zu der echten Vermieterin, Lurdes Nuno, aufzunehmen. Und sie verrät: Es gebe angeblich noch einige Betroffene mehr. Sie selbst sei jedoch machtlos. Doch uns gelingt es mithilfe der Videoaufnahme des vermeintlichen Anbieters, seinem Pass und einer britischen Adresse, den Mann ausfindig zu machen, der Yüksel Bavli um ihr erspartes Urlaubsgeld brachte. Die ganze Recherche und wie der Mann reagiert, als wir ihn mit unseren Entdeckungen konfrontieren, seht ihr im Video oben.

Booking.com warnt Urlauber vor Buchungen abseits der Plattform

Und was sagt Booking.com zu dem Fall? Man hat uns mitgeteilt, dass die gebuchte Unterkunft am Anfang den Prüfprozess des Portals durchlaufen hätte. Sie sei dann aber von der Plattform entfernt worden, da sich Hinweise auf verdächtiges Verhalten seitens des Unterkunftsanbieters ergeben hatten. Solche Vorfälle seien sehr selten. Die Schutzmechanismen würden ausgebaut. Immerhin: Bei einer Buchung auf Booking.com selbst wäre Yüksel Bavli besser abgesichert gewesen. Deshalb raten große Buchungsportale dringend davon ab, auf Angebote dubioser Anbieter einzugehen, eine Buchung plötzlich für weniger Geld privat und abseits der Portale zu machen. Denn dann ist der Schutz, den die Portale bieten, hinfällig.

Wie genau der Mann an die Kontaktdaten von Yüksel Bavli gelangen konnte, ist darüber hinaus unklar. Denn Booking.com erklärt auf RTL-Nachfrage, dass Anbieter keinen Zugriff auf private Telefonnummern oder Mailadressen von Kunden haben: „Daher können wir nicht nachvollziehen, wie sich die weitere Kommunikation direkt zwischen den beiden Parteien ergab.“

Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche