Welche Flüge am ehesten gestrichen werdenWegen Kerosin-Krise! Ist unser Sommerurlaub in Gefahr?

von Florian Putz, Rouven Schroth und Jana Kerzmann

Wenn der Sommerurlaub zur Zitterpartie wird!
Während Familien vom Strand träumen, rechnen Airlines schon durch, wie weit das Kerosin noch reicht – und was dann zuerst gestrichen werden muss. Viele, die Urlaub geplant haben, bangen, ob ihr Flug in ein paar Wochen ausfällt. Jetzt hat sich Wirtschaftsministerin Reiche zur momentanen Kerosin-Versorgung in Deutschland geäußert. Wie die aktuelle Lage hierzulande aussieht und auf welche Flug-Linien laut Reiseexperten Ralf Benkö wohl zuerst geschaut wird, erfahrt ihr im Video oben.

Kerosin wird knapp, Tickets steigen: Drohen uns im Sommer 2026 gestrichene Flüge?

In Fußgängerzonen wie in München ist die Verunsicherung längst angekommen. „Wir fliegen in zwei Wochen – wir hoffen, dass es nicht ausfällt“, sagen Passanten, andere klagen, dass man sich Flüge „teilweise gar nicht mehr leisten“ könne, vor allem mit Familie.

Auch Reiseexperte Ralf Benkö sieht die Unsicherheit der deutschen Urlauber – und zwar an der Wahl des Reiseziels: „Es ist ja so, nach Ausbruch der Krise, dass viele Buchungen auch in den Westen, westliches Mittelmeer, gegangen sind”, erklärt der Reiseexperte und argumentiert: „Da ist es so, dass man davon ausgeht, dass die Versorgung in Spanien mit Kerosin etwas besser ist als in anderen Regionen.“

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Doch wie steht es um die Kerosin-Versorgung wirklich? Vorübergehend machte der Iran die wichtige Straße von Hormus auf. Doch durch die lange Sperrung klemmten wichtige Lieferketten für Öl und Kerosin, der europäische Flugverband warnt, die Reserven könnten nur noch wenige Wochen reichen. Hinter den Kulissen wird längst von einer „Kerosinkrise“ gesprochen – und Airlines prüfen, wo zuerst der Rotstift angesetzt werden kann.

Wirtschaftsministerin Reiche betont allerdings, dass es für Deutschland aktuell keine Engpässe gäbe. Das würde unter anderem daran liegen, dass Raffinieren hierzulande auch Flugtreibstoff produzieren.

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Flug-Streichungen wegen Kerosin-Mangel? Diese Reiseziele und Linien wären zuerst betroffen

Branchenexperten zeichnen ein klares Szenario: Wenn Treibstoff knapp wird, fallen zuerst die Randverbindungen – also die ganz frühen Morgen- und die späten Abendflüge, die weniger stark gebucht sind. Kurzstrecken innerhalb Deutschlands oder in Nachbarländer haben ein höheres Streichungsrisiko, weil es hier Bahn-Alternativen gibt.

Reiseexperte Ralf Benkö ergänzt im RTL-Gespräch: „Langstreckenflüge, kleinere Inseln, Regionen mit weniger Lagerkapazität: Das ist das, was man sich sicher dann als Erstes anschaut.“

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Trotz Kerosin-Krise: Beliebte Urlaubslinien sicher!

Ferienflieger mit hoher Auslastung dagegen gelten als vergleichsweise sicher: Das knappe Kerosin wird zuerst auf Routen eingesetzt, auf denen Airlines am meisten verdienen – also auf gut gefüllten Urlaubslinien nach Spanien, Griechenland & Co.

Und was passiert, wenn der eigene Flug wirklich gestrichen wird? Reisejuristen beruhigen: Wird eine Reise von Airline oder Veranstalter abgesagt, müssen Kunden den Flug- oder Pauschalreisepreis zurückbekommen, Extrakosten dürfen nicht einfach aufgedrückt werden.

Werden bereits gebuchte Pauschalreisen teurer?

Bei Pauschalreisen können Veranstalter zwar nachträglich erhöhen – aber nur unter engen Bedingungen: Maximal 8 Prozent Aufschlag, die gestiegenen Kosten (etwa Kerosin) müssen nachweisbar sein und die Info muss spätestens 20 Tage vor Abreise kommen. Große deutsche Veranstalter signalisieren, dass sie mit solchen Nachforderungen sehr vorsichtig wären – ausschließen lässt sich das bei einzelnen Anbietern aber nicht.

Die scheinbar gute Nachricht für Urlauber: Der Sommerurlaub fällt voraussichtlich nicht reihenweise ins Wasser – aber er wird deutlich teurer. Flüge und Hotels haben die Preise schon merklich angezogen, teils um bis zu 50 Prozent, besonders bei gefragten Zielen im Mittelmeerraum.

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Wer jetzt erst bucht, spürt das besonders: weniger Auswahl, weniger günstige Flüge, höhere Ticketpreise. Der Tipp der Experten: Möglichst früh und flexibel buchen, eher Hauptverbindungen wählen statt exotischer Randstrecken – und bei Pauschalreisen genau ins Kleingedruckte schauen, was zu Preisänderungen erlaubt ist. (ros)

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherchen, focus.de, handelsblatt.de