Elf Jahre nach Germanwings-KatastropheSie verlor ihren Mann – heute hat die Pilotenwitwe wieder ihr Liebes-Glück gefunden

Eine Eilmeldung verändert ihr Leben für immer.
Als Annika Sondenheimer im Büro eine Nachricht über ein verschwundenes Germanwings-Flugzeug hört, weiß sie sofort: Ihr Mann Patrick sitzt im Cockpit. Elf Jahre später spricht die 48-Jährige über die Stunden der Ungewissheit – und darüber, wie sie heute mit dem Verlust lebt.
„Ich wusste sofort, dass er auf dieser Strecke unterwegs war“
Am 24. März 2015 arbeitet Annika Sondenheimer als Referentin der SPD-Landtagsfraktion in Düsseldorf. Während einer Sitzung macht die damalige Ministerpräsidentin Hannelore Kraft auf eine Eilmeldung aufmerksam: Ein Germanwings-Flug von Barcelona nach Düsseldorf ist vom Radar verschwunden.
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Für Annika gibt es in diesem Moment keinen Zweifel. „Ich wusste sofort, dass Patrick auf dieser Strecke unterwegs war“, erzählt sie im Gespräch mit dem Stern. Sie verlässt den Raum und versucht verzweifelt, Informationen zu bekommen. Doch zunächst weiß niemand, was mit der Maschine geschehen ist.
Stunden voller Angst und Ungewissheit
In den ersten Stunden nach dem Verschwinden des Flugzeugs hofft die Familie noch auf ein Wunder. Gleichzeitig beginnt eine Zeit, die Annika bis heute nur verschwommen in Erinnerung hat.
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„Die ersten Tage waren wie im Nebel. Ich kann mich kaum an Abläufe erinnern“, sagt sie. Ihre Eltern und ihr Bruder stehen ihr in dieser Zeit zur Seite.
Patrick Sondenheimer starb im Cockpit
Patrick Sondenheimer war Kapitän des Germanwings-Fluges. Nach den Ermittlungen schloss der Co-Pilot Andreas Lubitz den Piloten während des Fluges aus dem Cockpit aus und steuerte die Maschine absichtlich gegen einen Berg in den französischen Alpen. Alle 150 Menschen an Bord kamen ums Leben.

Für ihre Kinder musste sie funktionieren
Trotz des schweren Verlustes hat Annika ihre Angst vor dem Fliegen überwunden. Gemeinsam mit ihren Kindern fliegt sie heute wieder regelmäßig. „Die ersten Monate waren eine kleine Herausforderung, aber seitdem fliegen meine Kinder und ich wieder sehr gerne und auch regelmäßig“, erzählt sie.
Nach dem Tod ihres Mannes blieb Annika Sondenheimer mit ihrer damals fünfjährigen Tochter und ihrem dreijährigen Sohn zurück. Für ihre eigene Trauer blieb zunächst kaum Raum. „Ich war im Funktionsmodus, wollte für die Kinder da sein“, erzählt sie dem Stern. Gemeinsam hätten sie Bilderbücher über Tod und Trauer gelesen. Immer wieder habe sie ihren Kindern erklären müssen, was passiert war.
Doch irgendwann habe sie ihre Grenzen erreicht. Rund eineinhalb Jahre nach dem Absturz sei sie nicht mehr in der Lage gewesen weiterzuarbeiten und habe fast zwei Jahre beruflich pausiert.
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Annika Sondenheimer hat wieder Liebe gefunden
Aus ihren eigenen Erfahrungen entstand später ein neues Herzensprojekt. Annika Sondenheimer ließ sich zur Trauerbegleiterin ausbilden und gründete einen Stiftungsfonds, der Familien unterstützt, die sich professionelle Trauerbegleitung sonst nicht leisten könnten.
„Ich habe erlebt, wie wertvoll diese Unterstützung ist“, sagt sie. Heute leitet sie neben ihrer Arbeit im Justizministerium gemeinsam mit einer Trauerbegleiterin Gruppen für junge Erwachsene und organisiert regelmäßig ein Trauercafé. Für ihr Engagement wurde sie Anfang 2024 mit dem NRW-Landesverdienstorden ausgezeichnet.
Auch privat hat Annika Sondenheimer inzwischen wieder ihr Glück gefunden. Ihr neuer Partner kennt den Schmerz eines schweren Verlustes ebenfalls – er verlor seine Ehefrau nach langer Krankheit. „Unsere Verstorbenen bleiben Teil unseres Lebens. Das ist auch gut so“, sagt sie.
Verwendete Quelle: Stern
































