Wie eine Reise ihr Leben für immer verändern sollteVon Deutschland nach Namibia! Lena schenkt verlassenen Kindern eine Zukunft
Aus einem Volo-Einsatz wird ein Lebenstraum.
Lena Palm wollte eigentlich nur ein paar Monate bleiben – daraus sind mittlerweile mehr als zehn Jahre geworden. In Namibia hat sie eine Hilfsorganisation aufgebaut, ein Kinderheim eröffnet und plant jetzt ihr nächstes Herzensprojekt. Doch was sie täglich erlebt, geht auch an die Substanz, wie ihr im Video seht.
Lena Palm kämpft in Namibia für Kinder ohne Schutz
„Es gibt keine sauberen Toiletten hier. Der Müll liegt auf der Straße.“ Wenn Lena Palm über ihren Alltag in Namibia spricht, klingt nichts beschönigt. Sie sieht die Armut, die Krankheiten, die Kinder auf der Straße. Und trotzdem ist genau dieser Ort ihr Lebensmittelpunkt geworden. Mehr als 8.000 Kilometer entfernt von ihrer eigenen Familie in Deutschland hat die 30-Jährige ihr Leben einer Aufgabe gewidmet: helfen, wo Hilfe oft fehlt.
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Als Lena mit 18 Jahren als Volontärin nach Afrika geht, ahnt sie wohl selbst noch nicht, wie sehr dieser Kontinent ihr Leben verändern wird. Andere reisen nach ihrer Freiwilligenzeit wieder ab. Lena bleibt. Sie beendet zwar noch ihr Studium in Köln, doch ihr Lebensmittelpunkt wandert Stück für Stück nach Namibia. Heute hat sie in Windhuk das Büro ihrer eigenen Hilfsorganisation Wadadee Cares. Gegründet hat sie diese bereits vor zehn Jahren, damals war sie gerade einmal 20.
Ein Frauenhaus soll jungen Müttern Schutz geben
Lenas Arbeit beginnt dort, wo andere oft wegsehen. In Katutura, einem Township und sozialen Brennpunkt, betreut ihr Team eine Suppenküche. Der Name des Viertels bedeutet übersetzt „Ort, an dem wir nicht leben wollen“. Für bis zu 800 Kinder gibt es dort täglich eine warme Mahlzeit. Für viele ist es die einzige sichere Versorgung am Tag.
Ohne freiwillige Helferinnen und Helfer geht das alles nicht. Als Lena eine neue Volontärin begrüßt, sagt sie offen, wie dringend sie Unterstützung braucht. Doch wer hier hilft, muss mehr mitbringen als gute Absichten. Die Arbeit ist nah dran an Armut, Hunger und Geschichten, die schwer auszuhalten sind. Lena weiß das. Sie kennt die Realität in den Straßen, die sie jeden Tag sieht.
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Besonders erschüttert sie das Schicksal junger Mütter, die sich nicht zu helfen wissen und ihren Kindern. Immer wieder, erzählt Lena, berichten Zeitungen von toten Babys: „Dieses Baby-Dumping, weil die jungen Frauen oder die jungen Mädchen dann nicht wissen, wohin mit den Kindern“, erklärt sie. Viele dürfen nicht mehr zur Schule gehen, verlieren ihr Zuhause oder stehen nach Gewalt völlig allein da. Genau deshalb plant Lena, die ebenfalls Mutter ist, ihr nächstes großes Projekt. Sie möchte ein Frauenhaus für minderjährige Schwangere errichten. Einen Ort für junge Frauen, die Gewalt erlebt haben, keine Familie hinter sich wissen oder schlicht keine Möglichkeit sehen, ihr Kind sicher großzuziehen.
Warum Lena Palm sich unermüdlich einsetzt
Finanziell bleibt die Arbeit ein Kraftakt. Lena sagt klar: „Wir sind wirklich zu 100 Prozent von Spenden abhängig.“ Über ein Gästehaus versucht ihre Organisation, laufende Kosten wie Gehälter, Versicherungen und Verwaltung zu decken. Spenden sollen direkt in die Projekte fließen. Der Druck ist groß. Emotional, organisatorisch, finanziell. Doch Aufgeben ist für Lena keine Option. Dafür bekommt sie zu viel zurück: „Man weiß einfach, dass man am Ende des Tages irgendwas geleistet hat und was getan hat, was jemand anderem die Welt bedeutet.“
Lena Palm in Namibia, das ist längst mehr als eine Auswanderer-Geschichte. Es ist der Versuch, Kindern, jungen Frauen und Müttern eine Zukunft zu geben. Nicht irgendwann. Sondern jeden einzelnen Tag.
Verwendete Quellen: RTL


