Gefährlicher VirusGroßer Hepatitis-A-Ausbruch in Italien! Was Reisende kurz vor Ostern wissen sollten

Eine Leberentzündung möchte niemand als Urlaubsmitbringsel!
Doch in einer beliebten Urlaubsregion Italiens gibt es derzeit einen großen Hepatits-Ausbruch. Die Behörden verzeichnen bereits Dutzende Fälle ‒ und es werden immer mehr. Experten vermuten rohe Meeresfrüchte, besonders Muscheln, als Ursache. Die Infektionsquelle ist aber noch nicht abschließend identifiziert. Was Italien-Urlauber jetzt wissen müssen.
Hepatitis-Ausbruch erschüttert Urlaubsregion in Italien
Vielerorts sind die Osterferien gestartet. Doch wer in diesem Jahr nach Süditalien reist, muss sich auf Einschränkungen einstellen. Dort bereitet sich Hepatitis A weiter aus. Bereits seit Jahresbeginn vermeldet die Gesundheitsbehörde überdurchschnittlich viele Erkrankungen in der Region Kampanien. Nach offiziellen Angaben der Stadt Neapel wurden zwischen Januar und März 2026 insgesamt 65 Hepatitis-A-Fälle erfasst. Allein im März kamen demnach 43 neue Infektionen hinzu. Und auch in Rom gebe es mittlerweile 50 Hepatitis-Fälle, berichtet die Nachrichtenseite Rai News.
Lese-Tipps: Hepatitis-Alarm! Neapel verbietet Einwohnern und Besuchern das Essen
Hepatitis A ist eine hochansteckende Leberentzündung, die durch das Hepatitis-A-Virus ausgelöst wird. Die Viren werden meist über verunreinigte Lebensmittel oder verunreinigtes Wasser übertragen. Besonders riskant sind unzureichend erhitzte Lebensmittel ‒ darunter rohe Muscheln oder andere Meeresfrüchte. Aber auch Datteln, getrocknete Tomaten oder Salat sind relevante Infektionsquellen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) im „Epidemiologischen Bulletin” (14/2025) aufzählt.
Lese-Tipp: Hepatitis A bis Hepatitis E: Symptome und Therapien
Zwei bis vier Wochen nach der Ansteckung bemerken Betroffene grippeähnliche Beschwerden, darunter Symptome wie Fieber, Übelkeit, Erbechen, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen. Im weiteren Krankheitsverlauf färbt sich der Urin häufig dunkel, der Kot dafür hell. Auch die Haut und die Augen färben sich gelblich. In der Regel heilt die Entzündung ohne Komplikationen aus, es können aber Leberschäden bleiben.
Video-Tipp: Hepatitis-Erreger in Heidelbeeren
Schutzmaßnahmen gegen Hepatitis-A-Ansteckung
In Neapel haben die Behörden bereits zu drastischen Maßnahmen gegriffen und eine der beliebtesten lokalen Spezialitäten verboten. Der Gastronomie ist es untersagt, rohe Meeresfrüchte zu servieren. Außerdem empfehlen die Behörden der Bevölkerung und den Touristen dringend, auch privat auf den Verzehr zu verzichten.
Lese-Tipp: Schon 28 Tote: Tschechien warnt vor Hepatitis-A-Epidemie an deutscher Grenze
Allerdings sei noch nicht abschließend geklärt, ob tatsächlich nur Meeresfrüchte für den Hepatitis-Ausbruch verantwortlich sind. Für Urlauber bedeutet das: Neben möglichen Einschränkungen in der Gastronomie sollten daher laut dem Empfehlungen des Auswärtigen Amtes grundlegende Hygieneregeln beachtet werden. Dazu gehört vor allem, auf den Verzehr roher oder nicht ausreichend gegarter Speisen zu verzichten. Dabei gibt es einen wichtigen Merksatz: „Cook it, peel it or forget it.” (Koch es, schäle es oder lass es.). Auch eine Hepatitis A-Impfung könne in Betracht gezogen werden.

Wer sich gegen Hepatitis A impfen lassen sollte
Dem RKI zufolge besteht eine Impf-Empfehlung bei Reisen nach Mittel- und Südamerika, nach Afrika sowie nach Asien. Auch für Reisen in osteuropäische Länder ist eine Hepatitis-A-Impfung sinnvoll. Am besten sei es, die Impfung sechs bis acht Wochen vor Reisebeginn in Anspruch zu nehmen. Eine Grundimmunisierung besteht aus zwei Impfungen. Der zweite Piks ist dabei sechs bis zwölf Monate nach dem ersten dran.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Impfung gegen Hepatitis A nicht generell, sondern nur für bestimmte Personen. Dazu zählen:
Reisende in Regionen mit hoher Hepatitis-A-Prävalenz
Menschen mit Lebererkrankungen
Menschen mit einem Sexualverhalten mit hoher Infektionsgefährdung
Personen mit häufiger Übertragung von Blutbestandteilen (zum Beispiel bei Hämophilie)
Bewohner von psychiatrischen Einrichtungen oder vergleichbaren Fürsorgeeinrichtungen
Eine gute Nachricht für alle, die das Thema Hepatitis-Schutz erst kurz vor ihrer Reise anpacken: Bereits zwei Wochen nach der ersten Impfung haben die meisten Geimpften einen ausreichenden Schutz aufgebaut, so die Deutsche Leberstiftung.
Verwendete Quellen: dpa, Rai News, Auswärtiges Amt, RKI, STIKO, Deutsche Leberstiftung
































