Youtuber legte sie hereinMedizin-Influencerin gibt Tipps zu erfundener Krankheit

Marvin Wildhage gehört zu den bekanntesten Youtubern Deutschlands.
Marvin Wildhage gehört zu den bekanntesten Youtubern Deutschlands.
Imago / Instagram

Wie verlässlich sind medizinische Tipps auf Social Media wirklich?
Genau das will YouTuber Marvin Wildhage mit seinem neuesten Experiment herausfinden. Dafür erfindet er kurzerhand eine Krankheit – und eine bekannte Medizin-Influencerin fällt offenbar auf den Schwindel herein.

Alina Walbrun spricht über Krankheit, die gar nicht existiert

Marvin Wildhage ist für seine spektakulären Pranks bekannt. Für sein aktuelles YouTube-Video geht er allerdings einen ungewöhnlichen Weg: Er entwickelt eine komplett frei erfundene Krankheit mit dem Namen „Post Viral Nose Hypersensitivity“ (PVNH). Damit der Schwindel möglichst glaubwürdig wirkt, erstellt er eine professionelle Website, ein vermeintliches Pharmaunternehmen und sogar eine angebliche Expertin.

Lese-Tipp: Youtuber Marvin Wildhage will nach Maskottchen-Urteil in Berufung gehen

Auf die Kampagne reagiert schließlich Medizin-Influencerin Alina Walbrun. In einem Video erklärt sie die vermeintliche Erkrankung und ihre Symptome. Laut Wildhage sagt sie darin sogar, ihr sei das Krankheitsbild bereits aus ihrem Medizinstudium bekannt. Zudem ergänzt sie weitere angebliche Symptome – obwohl die Krankheit vollständig erfunden ist.
Erst später löst Wildhage den Schwindel in seinem YouTube-Video auf. Nach eigenen Angaben habe es mehrere Hinweise gegeben, die Zweifel an der Echtheit der Kampagne hätten wecken können. Dennoch sei die Zusammenarbeit zustande gekommen.

Video-Tipp: Neben Mona Lisa! Trump und Merz hängen plötzlich im Louvre

Lese-Tipp: Youtuber Marvin Wildhage erschummelt sich Bundesverdienstkreuz

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Mehrere Influencer machen trotzdem Werbung

Der Fall sorgt in den sozialen Netzwerken für heftige Reaktionen. Viele Nutzer zeigen sich schockiert und fragen sich, wie sorgfältig medizinische Inhalte auf Plattformen wie Instagram oder TikTok überprüft werden. Auch die Ludwig-Maximilians-Universität München äußert sich zu dem Fall. In den Kommentaren unter Wildhagens Video schreibt sie: „Alina Walbrun ist nicht mehr am LMU-Klinikum tätig. Wir distanzieren uns von unwissenschaftlichen Aussagen, die den Grundsätzen einer evidenzbasierten Medizin widersprechen.“
Andere kritisieren wiederum Wildhages Vorgehen und halten das Experiment für problematisch, weil es Verunsicherung rund um echte Erkrankungen auslösen könnte.
Alina selbst gab auf BILD-Nachfrage zu, einen Fehler gemacht zu haben: „Den konkreten Krankheitsbegriff habe ich nicht ausreichend überprüft und später so darüber gesprochen, als sei er mir aus dem Studium bekannt gewesen. Das war falsch und irreführend. Gerade aufgrund meiner medizinischen Ausbildung hätte mir das nicht passieren dürfen.“ Dafür gebe es „keine gute Rechtfertigung“. Das Geld, das sie für den Post bekommen habe, wolle sie nun spenden.
Unabhängig von der Diskussion macht der Fall deutlich, wie wichtig es ist, Gesundheitsinformationen im Internet kritisch zu hinterfragen – und sich im Zweifel auf wissenschaftlich gesicherte Quellen oder ärztlichen Rat zu verlassen.

Verwendete Quellen: Bild, Youtube, bunte.de,