Von Apfel bis ZwetschgeFrisch und gesund! Dieses Obst schmeckt im Herbst besonders gut

Stilleben mit herbstlichem Obst
Heimische Früchte frisch vom Baum auf den Tisch
picture alliance / FoodCollection / Halmos, Monika
von Philipp Petersdorff

Knackige Äpfel, saftige Birnen und süße Zwetschgen.
Der Herbst füllt die Obsttheken noch einmal richtig auf. Im September kommen Äpfel, Birnen, Brombeeren, Pflaumen, Zwetschgen und Trauben aus Deutschland. Im Oktober gesellen sich Quitten dazu. Einfach genießen – am besten frisch, aber manchmal darf es natürlich auch ein Stück Kuchen sein.

Äpfel – nie gibt es sie frischer als jetzt

Klar, Äpfel liegen auch im Februar oder Juni im Supermarkt. Trotzdem gehören sie in diese Liste. Denn im Herbst startet die heimische Ernte und viele Sorten kommen frisch in den Handel. Und genau das macht den feinen Unterschied: Mit zunehmender Lagerdauer sinkt der Vitamingehalt eines Apfels. Das macht einen lange gelagerten Apfel natürlich nicht plötzlich ungesund und bedeutet auch nicht, dass jeder deutsche Apfel mehr Vitamine als Importware enthält. Aber wer jetzt zu frisch geernteten Äpfeln greift, erwischt sie in ihrer natürlichen Erntesaison.

Am einfachsten schmecken sie direkt aus der Hand. Wer es gemütlicher mag, macht daraus Bratapfel, Apfelkompott oder einen saftigen Kuchen. Und manche Sorten eignen sich dafür besonders gut.

Im Video: In zehn Minuten im Ofen – der schnellste Apfelkuchen

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Bühne frei für Birnen

Süß, saftig und manchmal so weich, dass der Saft beim Reinbeißen fast übers Kinn läuft. Von September bis Dezember ist die Auswahl an heimischen Birnen besonders groß. Sie liefern reichlich Ballaststoffe, außerdem B-Vitamine und verschiedene Mineralstoffe. Wer die Schale mitisst, bekommt noch mehr mit, denn dort konzentrieren sich auch sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide. Birnen können weit mehr als Obstsalat. Sie schmecken als Kompott oder Kuchen und passen hervorragend zu Nüssen. Wer es herzhaft mag, kombiniert sie beispielsweise mit kräftigem Käse oder gibt sie zu einem herbstlichen Ofengericht.

Zwetschgen sind wie gemacht für Kuchen

Wenn der Duft von warmem Zwetschgenkuchen durch die Küche zieht, ist der Herbst nicht mehr weit. Pflaumen und Zwetschgen haben hierzulande im August und September Hauptsaison, heimische Früchte gibt es bis Oktober. Und Zwetschgen bringen von Natur aus etwas mit, das Bäcker freuen dürfte. Sie enthalten weniger Wasser als Pflaumen, behalten beim Backen besser ihre Form und laufen weniger aus. Pflaumen wiederum machen sich traumhaft als Mus oder Kompott.

Gesundheitlich können beide ebenfalls punkten. Sie liefern Ballaststoffe in Form von Pektin und Zellulose, außerdem B-Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe wie Anthocyane. Die Ballaststoffe unterstützen unter anderem Verdauung und Sättigung.

Lese-Tipp: Dieses Zeichen verrät, wo man kostenlos Obst pflücken darf!

Deutsche Weintrauben? Die gibt es tatsächlich

Bei Weintrauben denken wir eher an Italien oder Spanien als an Deutschland. Tatsächlich bauen aber auch deutsche Betriebe Tafeltrauben an, wenn auch in deutlich geringerem Umfang. Meist landen sie in der Region im Verkauf. Das größte Traubenangebot gibt es generell zwischen August und November. Trauben liefern schnell verfügbare Energie durch Frucht- und Traubenzucker und enthalten unter anderem B‑Vitamine. Viel Küchenzauber brauchen reife Trauben nicht. Waschen und ab in den Mund. Sie passen aber auch wunderbar zu Käse, Nüssen und in einen herbstlichen Salat.

Brombeeren – Superfood aus Deutschland

Noch schnell zugreifen! Brombeeren verbinden Sommer und Herbst miteinander. Ihre Hochsaison liegt im August und September, im Oktober führt die Verbraucherzentrale sie ebenfalls noch als Obst aus Deutschland. Die dunklen Beeren liefern Ballaststoffe und Vitamin C sowie Carotinoide. Am besten wandern Brombeeren natürlich direkt in den Mund. Sie schmecken aber genauso gut im Joghurt, Müsli oder Obstsalat. Sehr reife Früchte lassen sich wunderbar zu Kompott verarbeiten oder auf einen Kuchen packen – aber dafür sind sie eigentlich zu schade.

Quitten duften nach Herbst, sind roh aber keine gute Idee

An einer Quitte zu schnuppern, kann schon reichen, um Herbstgefühle zu bekommen. Im Oktober zählt die Verbraucherzentrale die leuchtend gelben Früchte zum saisonalen Obst aus Deutschland. Roh sind sie ziemlich ungenießbar. Ihr Fruchtfleisch ist sehr hart, wenig saftig und schmeckt durch die enthaltenen Gerbstoffe herb. Erst gekocht entfalten Quitten ihr Aroma und werden weich. Genau deshalb sind sie perfekte Kandidaten für Gelee, Mus oder Kompott.

Bleiben die Vitamine in Kuchen und Kompott erhalten?

Frisch essen oder lieber einen warmen Apfelkuchen daraus machen? Wenn es ausschließlich um die Vitamine geht, hat frisches Obst einen Vorteil. Viele Vitamine reagieren empfindlich auf Hitze, Licht, Wasser und Sauerstoff. Das Bundeszentrum für Ernährung empfiehlt, Obst möglichst kurz zu garen und wenig Flüssigkeit zu verwenden. Das bedeutet aber nicht, dass Obst nach dem Backen oder Kochen ernährungsphysiologisch wertlos ist. Ein Teil empfindlicher Vitamine kann verloren gehen, während andere Bestandteile erhalten bleiben.

Noch mehr heimisches Obst für den Herbst

Zwischen Äpfeln, Birnen und Zwetschgen darf es ruhig auch mal etwas ausgefallener werden. Denn in Deutschland wachsen einige fast vergessene Früchte, die im Supermarkt nur selten im Rampenlicht stehen. Wer im Herbst Lust auf neue Aromen hat, sollte deshalb auch diesen heimischen Exoten eine Chance geben:

  • Hagebutten: Vitamin C-reich und lecker als Mus, Konfitüre oder Tee

  • Holunderbeeren: Nur erhitzt genießen – etwa als Saft, Gelee oder Kompott

  • Sanddorn: Besonders Vitamin C-reich und wegen seiner Säure perfekt für Saft oder Fruchtaufstrich

  • Mispeln: Fast vergessenes Herbstobst, das nach Frost milder wird und gut als Mus oder Gelee schmeckt

  • Schlehen: Die heimischen Wildfrüchte werden durch Frost weniger herb und eignen sich für Mus oder Gelee

Beim Einkauf lohnt sich ein Blick aufs Herkunftsschild. Nur weil Apfel, Traube oder Beere im Supermarkt liegen, stammen sie nicht automatisch aus Deutschland. Und vielleicht ist der Herbst genau die richtige Gelegenheit, einmal eine Obstsorte mitzunehmen, die sonst im Regal liegen bleibt.

Verwendete Quellen: BZfE, Verbraucherzentrale