Neue Studie zeigt esDoch kein Alleskönner! Bittere Multitasking-Wahrheit über unser Gehirn

Auch mit viel Training kann das menschliche Gehirn zwei Aufgaben nicht wirklich gleichzeitig erledigen.
Auch mit viel Training kann das menschliche Gehirn zwei Aufgaben nicht wirklich gleichzeitig erledigen (Symbolbild).
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Das ist eine bittere Pille!
Ob im Job, im Haushalt oder beim Einkaufen – für viele Menschen ist Multitasking DIE Lösung. Die Devise: Mit genug Training kann man problemlos mehrere Dinge gleichzeitig erledigen. Doch Experten stellen nun genau dieses Verhalten infrage.

Stoppt dieser Versuch die Multitasking-Annahme?

Auch mit viel Training kann das menschliche Gehirn zwei Aufgaben nicht wirklich gleichzeitig erledigen. Stattdessen arbeitet es diese Aufgaben weiterhin nacheinander ab, wie eine im Fachjournal Quarterly Journal of Experimental Psychology veröffentlichte Studie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der Fernuniversität in Hagen und der Medical School Hamburg zeigt.

Für die Untersuchung bearbeiteten die Versuchspersonen zwei Aufgaben parallel: Sie sollten mit der rechten Hand die Größe eines kurz eingeblendeten Kreises anzeigen und gleichzeitig sagen, ob ein abgespielter Ton hoch, mittel oder tief war. Gemessen wurde, wie schnell sie reagierten und wie viele Fehler sie machten. Die Tests wurden über mehrere Tage hinweg wiederholt.

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Mit zunehmender Übung wurden die Teilnehmenden zwar schneller und machten weniger Fehler. Lange galt ein solcher Trainingseffekt als Hinweis darauf, dass das Gehirn Aufgaben mit genügend Übung parallel verarbeiten kann. „Dieses als Virtually Perfect Time Sharing bekannte Phänomen galt lange als Hinweis auf echte Parallelverarbeitung im Gehirn und als Nachweis dafür, dass unser Gehirn grenzenlos multitaskingfähig ist“, sagte der Psychologe Torsten Schubert von der Universität Halle. Die neuen Ergebnisse sprechen jedoch gegen diese Annahme.

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Das bedeutet die neue Studie für den Alltag

Den Forschenden zufolge optimiert das Gehirn die Reihenfolge der einzelnen Verarbeitungsschritte, sodass sie sich weniger gegenseitig behindern. „Unser Gehirn ist sehr geschickt darin, Prozesse hintereinander zu reihen“, erklärte Schubert. Diese Optimierung habe jedoch Grenzen.

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Das Forschungsteam konnte nämlich auch nachweisen, dass bei kleinsten Veränderungen an den Aufgaben die Fehlerquote höher wurde und die Probanden länger brauchten, um die Aufgaben zu lösen. An drei durchgeführten Experimenten nahmen 25 Personen teil.

Die Erkenntnisse seien auch für den Alltag relevant: Multitasking könne etwa beim Autofahren oder in Berufen mit vielen parallelen Aufgaben zum Risiko werden, sagte der Psychologe Tilo Strobach von der Medical School Hamburg. (jow/dpa)

Verwendete Quellen: dpa