„Du bist weg, aber noch da“Jan Josef Liefers spricht offen über seine Ketamin-Therapie

Jan Josef Liefers zeigt sich so persönlich wie selten zuvor.
Im Podcast „Hotel Matze“ spricht der Schauspieler offen über seine mentale Gesundheit – und über einen ungewöhnlichen Therapieansatz, der für ihn zu einer echten Schlüsselerfahrung wurde.
„Bin ich ein Narzisst?“
Mit einer sehr persönlichen Frage begann seine Reise: „Bin ich ein Narzisst?“ – damit wandte sich Liefers an einen Therapeuten. Auch das Gefühl von Unverbundenheit habe ihn beschäftigt.
Zunächst habe er eine klassische Gesprächstherapie gemacht. Doch irgendwann sei ihm das nicht mehr genug gewesen. Statt weiter nur zu analysieren, habe er „eine Erfahrung machen“ wollen – und selbst eine Behandlung mit Ketamin vorgeschlagen.
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Ketamin statt Gespräche
In einer Sitzung bekam der Schauspieler eine Infusion mit einer geringen Dosis des Narkosemittels Ketamin, unter ärztlicher Aufsicht. Die Methode wird inzwischen in der Psychotherapie eingesetzt, vor allem bei schweren Depressionen. Für Jan Josef Liefers wurde diese Sitzung zu einem intensiven Erlebnis.

„Du bist bei Bewusstsein, aber dein Körper verschwindet“
Im Podcast beschreibt er den Zustand eindrücklich: Er sei bei Bewusstsein gewesen – und gleichzeitig habe sich sein Körper aufgelöst. „Du bist weg, aber noch da“, schildert er seine Wahrnehmung.
Er habe das Gefühl gehabt, zu seinem innersten Kern vorzudringen – zu dem, was er als „Essenz“ seiner Existenz beschreibt.
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Die Erkenntnis danach
Am Ende der Erfahrung stand für ihn eine zentrale Einsicht: Entgegen seiner bisherigen Wahrnehmung fühle er sich „in jeder Sekunde“ mit allem verbunden.
Gleichzeitig wurde ihm bewusst, wie stark ihn Rückmeldungen aus seinem Umfeld geprägt haben. Seine Frau Anna Loos und enge Freunde hätten ihm immer wieder gespiegelt, dass er sich – etwa während längerer Dreharbeiten – emotional zurückziehe.
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„Mein Ego ist nicht so stark, wie man denkt“
Auch sein Blick auf das eigene Ego hat sich im Zuge seiner Selbstreflexion verändert. Jan Josef Liefers beschreibt es als weniger dominant, als viele vermuten – eher wie eine innere Stimme, die um Aufmerksamkeit ringt. Auch die offenen Rückmeldungen aus seinem Umfeld hätten ihm dabei geholfen, diese Muster zu erkennen und sich bewusster mit sich selbst auseinanderzusetzen.
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Was ist Ketamin eigentlich?
Ketamin ist ursprünglich ein Narkosemittel, das seit Jahrzehnten in der Medizin eingesetzt wird – vor allem in der Anästhesie und Schmerztherapie. In den vergangenen Jahren hat die Substanz zudem in der Behandlung schwerer Depressionen an Bedeutung gewonnen, allerdings ausschließlich unter strenger ärztlicher Aufsicht.
Je nach Verwendung bewegt sich Ketamin jedoch in einem rechtlich sensiblen Bereich: Während es in der Medizin als verschreibungspflichtiges Arzneimittel gilt, kann der Besitz oder Handel außerhalb dieses Rahmens strafrechtliche Folgen haben. Welche gesetzlichen Regelungen im Einzelfall greifen, hängt daher maßgeblich vom konkreten Kontext ab.
Solltet ihr selbst von depressiven Gedanken betroffen sein, sucht euch bitte umgehend Hilfe. Versucht, mit anderen Menschen darüber zu sprechen! Das können Freunde oder Verwandte sein. Hilfe findet ihr auch unter der kostenlosen Nummer 0800 – 33 44 533 oder im Internet unter www.deutsche-depressionshilfe.de.
Verwendete Quellen: Bunte, Focus, ra-juedemann




