Neue Studie schlägt AlarmSocial Media macht Kinder in der Schule schlechter

Scrollen, liken, zocken – und die Schule leidet!
Für viele Kinder und Jugendliche gehören Social-Media-Apps wie Instagram, TikTok oder Facebook zum Alltag. Eine neue Untersuchung legt nahe, dass genau das bei schulischen Leistungen zum großen Problem wird.
Neue Studie: Hohe Social-Media-Nutzung führt zu schlechteren Schulleistungen
Die Leistungen von Schülerinnen und Schülern leiden offenbar darunter, wenn Social Media und andere digitale Medien zu viel Zeit fressen. Das legt eine Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln nahe, über die der stern (gehört zu RTL) vorab berichtet. Die Autoren haben dafür PISA-Daten aus dem Jahr 2022 ausgewertet. Ihr Befund: Je mehr Zeit Schülerinnen und Schüler am Tag mit digitalen Medien wie sozialen Netzwerken oder Videospielen verbringen, desto schlechter fallen ihre PISA-Ergebnisse aus.
Die Erklärung der Forscher: Wer viel Zeit am Handy oder mit Videospielen verbringt, hat am Ende oft weniger Zeit für andere Dinge wie Hausaufgaben, Lesen und Sport. Genau das kann Folgen für die Schule haben. Denn wenn Zeit fürs Lernen fehlt, können Kompetenzen und Lernergebnisse schlechter ausfallen.
Auch das Elternhaus zählt, aber...
Die Untersuchung macht zugleich klar, dass Schulleistungen nicht nur von Social Media abhängen. Positiv wirken sich laut den Autoren auch andere Faktoren aus. Dazu gehören ein hoher beruflicher Status der Eltern, viele Bücher im Haushalt oder wenn zu Hause Deutsch gesprochen wird.
Trotzdem bleibt der negative Zusammenhang mit der Zeit für digitale Medien laut Untersuchung sichtbar. Das gilt auch dann, wenn diese anderen Faktoren mit berücksichtigt werden.
Erstellt wurde die Untersuchung für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Deren Geschäftsführer Thorsten Alsleben findet klare Worte. Der massive Anstieg des Social-Media-Konsums sei kein harmloser Zeitvertreib mehr, sondern eine handfeste Gefahr für den Bildungserfolg und die mentale Gesundheit von Kindern.
Ein europäisches Land zieht jetzt schon die Notbremse.
Griechenland verbietet Social Media für Jugendliche unter 15 Jahren
Die griechische Regierung hat ein Social-Media-Verbot für Minderjährige unter 15 Jahren beschlossen. Das Verbot soll am 1. Januar kommenden Jahres in Kraft treten, wie Regierungschef Kyriakos Mitsotakis am Mittwoch (8. April) berichtete. „Ich weiß, dass einige von euch wütend sein werden”, sagte Mitsotakis in einem im von vielen Kindern und Jugendlichen genutzten Onlinedienst Tiktok verbreiteten Video.
Ziel sei es jedoch nicht, Minderjährige von Technologie fernzuhalten, sondern „gegen die Sucht nach bestimmten Anwendungen zu kämpfen, die eure Unschuld und Freiheit bedroht”. Wissenschaftler sagten eindeutig: „Wenn ein Kind stundenlang vor dem Bildschirm ist, kommt sein Gehirn nicht zur Ruhe.”
Mit dem griechischen Verbot UND der neuen Studie aus Deutschland bekommt die Debatte über Handys, Social Media und Schule neuen Zündstoff.
Verwendete Quellen: stern, AFP


