Neue Therapie macht Patienten HoffnungTuran hat Bauchspeicheldrüsenkrebs – dieses Medikament könnte ihm wertvolle Lebenszeit schenken
Seit sechs Jahren lebt Turan Peker mit Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Zwölf Chemotherapien und eine Operation liegen bereits hinter ihm. Jetzt setzt er seine Hoffnung auf ein neues Medikament, das ihm gleich mehrere zusätzliche Monate schenken könnte.
Neues Medikament könnte Lebenserwartung bei Bauchspeicheldrüsenkrebs jetzt verdoppeln
Bauchspeicheldrüsenkrebs gehört zu den besonders gefährlichen Krebserkrankungen. Ein Grund: Der Tumor kann lange unbemerkt wachsen und früh Metastasen bilden. Ist die Erkrankung bereits weit fortgeschritten, lässt sich der Krebs häufig nicht mehr vollständig operieren und eine Heilung ist dann in der Regel nicht mehr möglich. Umso wichtiger sind neue Therapien, die das Fortschreiten der Erkrankung bremsen und Patienten mehr Zeit geben können.
Eine solche Hoffnung ist Daraxonrasib. Bei bereits behandelten Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung konnte die Überlebenszeit im Durchschnitt um etwa sechs Monate verlängert werden. Was nach einem vergleichsweise kurzen Zeitraum klingt, kann für Betroffene und ihre Familien enorm viel bedeuten. „Das ist ein großer Fortschritt, weil Patienten mit metastasiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs normalerweise im Durchschnitt weniger als ein Jahr leben. Und deswegen sind sechs Monate zusätzlich ein großer Gewinn“, erklärt Dr. Christoph Springfeld.
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Gleichzeitig warnt der Mediziner vor falschen Hoffnungen: „Wichtig ist mir allerdings, dass auch dieses neue Medikament die Patienten nicht heilt, sondern auch mit dem neuen Medikament kann man die Krebserkrankung nur für eine begrenzte Zeit aufhalten.“
Daraxonrasib greift gezielt die Krebszellen an
Für Turan Peker beginnt mit der neuen Therapie jetzt ein weiteres Kapitel in seinem Kampf gegen den Krebs. Seit sechs Jahren lebt er mit der Erkrankung. Eine Operation und insgesamt zwölf Chemotherapien haben bisher dabei geholfen, den Krebs aufzuhalten. Nun darf er Daraxonrasib einnehmen. Das Medikament gehört zu den zielgerichteten Krebstherapien und setzt an einer Mutation an, die bei Bauchspeicheldrüsenkrebs besonders häufig vorkommt.
„Beim Bauchspeicheldrüsenkrebs ist es so, dass fast jeder Patient die gleiche Mutation hat“, erklärt Dr. Springfeld. Diese Veränderung im Tumor sorge dafür, dass sich Krebszellen teilen. Genau dort setzt die neue Therapie an: Das veränderte Protein soll gezielt gehemmt und damit das Wachstum des Tumors gebremst werden. Noch gehört die Behandlung allerdings nicht zur Routine: Ärzte müssen das Medikament derzeit für ihre Patienten beantragen.
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Für Patienten könnte die neue Therapie noch einen weiteren Vorteil haben. Daraxonrasib wird täglich zu Hause eingenommen. Zwar kann es auch dabei zu Nebenwirkungen wie Übelkeit, Durchfall oder Hautausschlag kommen. Die für eine Chemotherapie typische starke Müdigkeit soll jedoch weniger ausgeprägt sein.
Familie Peker hofft auf mehr gemeinsame Zeit
Nach den vielen Behandlungen der vergangenen Jahre hoffen Turan und seine Frau Songül deshalb, dass die neue Therapie für ihn leichter zu bewältigen sein wird. „Ich denke, dass es für ihn leichter sein wird als Chemo“, sagt Songül Peker. Natürlich seien ihnen auch mögliche andere Nebenwirkungen erklärt worden. Ihre größte Hoffnung aber ist eine andere: „Dass es wirklich wirkt und dass er noch sehr, sehr lange bei der Familie bleibt.“
Und Turan selbst? Der blickt trotz allem optimistisch nach vorne. Sein Rezept dafür klingt ebenso einfach wie kraftvoll: „Immer positiv denken. Lachen. Tanzen.“ Und auf die Nachfrage, ob das wirklich funktioniert, bleibt er dabei: „Immer gut denken.“ Das neue Medikament gibt ihm nun einen weiteren Grund, mit Zuversicht in die Zukunft zu schauen. Denn auch wenn Daraxonrasib den Krebs nicht heilen kann, könnte es Turan etwas schenken, das für ihn und seine Familie besonders kostbar ist: mehr gemeinsame Zeit.


