Prozessbeginn vor Landgericht in Köln

Zwei Frauen sterben durch Gift - Mann aus Hürth vor Gericht

ARCHIV - 13.08.2015, Nordrhein-Westfalen, Köln: Das Landgericht und Amtsgericht in Köln (Nordrhein-Westfalen). Ein mehrfacher Millionär stirbt - und seine Bediensteten reißen sich sein Vermögen unter den Nagel: Nun müssen die beiden Angestellten dem
Vor dem Landgericht Köln muss sich ein 42-Jähriger unter anderem wegen zweifachen Mordes behaupten. (Archivbild)
hns mg, dpa, Marius Becker

Er soll seine Opfer mit dem Schwermetall Thallium vergiftet haben, dafür muss sich der 42-Jährige aus Hürth jetzt vor dem Kölner Landgericht verantworten. Er ist wegen zweifachen Mordes, Mordversuchs und versuchten Schwangerschaftsabbruchs angeklagt. Der Mann soll drei Frauen die toxische Substanz verabreicht haben, zwei von ihnen starben.

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Motiv für Giftmorde von Hürth unklar

Laut Anklage hatte der Krankenpfleger in den Jahren 2020 und 2021 seine damalige Ehefrau, seine darauffolgende Lebensgefährtin und deren Großmutter mit Thallium vergiftet. Das früher als Rattengift eingesetzte Mittel ruft unter anderem Herzrasen, Krämpfe, Organschäden oder Blutungen im Magen-Darm-Trakt hervor.

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Angeklagter will beim Prozess schweigen

Eine Flasche mit dem Rattengift Thallium wird am Mittwoch (28.05.2008) im Gericht in Essen gezeigt. Sieben Monate nach einem mutmaßlichen Giftanschlag auf ihren Ehemann (50) muss sich eine 44-jährige Frau aus Essen wegen Mordversuchs vor dem Essener
Flasche mit dem Rattengift Thallium. (Symbolbild)
mg_htf, picture-alliance/ dpa, Armin Thiemer

Nur die damals schwangere Lebensgefährtin überlebte. Ihr Baby kam zunächst lebend zur Welt, starb jedoch vor wenigen Monaten. Ob der Tod des Säuglings auf die Vergiftung zurückzuführen ist, wird nach Angaben des Gerichts noch untersucht.

Das Motiv für die Taten ist unklar. Die Staatsanwaltschaft nimmt als Mordmerkmale Heimtücke und Grausamkeit an. Der Verteidiger des Angeklagten kündigte an, dass sein Mandant im Prozess zu den Vorwürfen schweigen werde. Das Kölner Landgericht hat 22 Verhandlungstage bis Ende Januar 2023 angesetzt. (dpa/dpa)