Hätten Sie das gedacht?

Zahnpasta, Brötchen und Shampoo: In diesen Produkten kann Schwein stecken

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22. Juli 2019 - 10:13 Uhr

So schnell geraten Vegetarier an Schwein

Immer mehr Menschen entscheiden sich dazu, kein Fleisch zu essen und darüber hinaus auch auf andere tierische Stoffe zu verzichten. Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt, möchte aber nicht nur fleischlose Lebensmittel kaufen, sondern auch bei Getränken, Brot oder Kosmetika sicher sein können, dass kein Tier drinsteckt. Aber das ist gar nicht so einfach: Zahnpasta, Brötchen und auch Shampoo enthalten häufig Bestandteile von Schweinen. Wir erklären, warum das so ist.

Tierisches Glycerin und Knochenmehl in Zahnpasta

In Zahnpasta oder auch Cremes steckt Glycerin, das teilweise vegan ist, teilweise aber auch aus tierischen Bestandteilen wie Schweineknochen gewonnen wird. Zusatzstoffe von Zahnpasta können tierisches Glycerin sowie Knochenmehl sein, das als reinigende Schleifsubstanz dient. Auch Duschgels, Shampoos, und Gesichtsmasken können tierische Fette und Kollagen aus der Haut von Schweinen enthalten.

Tenside, die etwa in Waschmittel und Weichspüler stecken, können aus pflanzlichen Rohstoffen, aber auch aus tierischen Fetten gewonnen werden. Kationische Tenside werden aus pflanzlichen Ölen, teilweise aber auch aus gereinigten tierischen Fetten gewonnen. Sie legen sich um die Fasern der Kleidung und machen sie schön weich. 

Zigarettenfilter enthalten einen Eiweißstoff aus Schweineblut: Hämoglobin. Mit diesem sollen die Schadstoffe aus dem Tabak beim Rauchen gefiltert werden.

Gelatine in Getränken, Schweineborsten in Brot

Brötchen
In Brot und Brötchen steckt oft eine Aminosäure, die aus Schweineborsten gewonnen wird.
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Bei der Verarbeitung von Fruchtsäften, Wein und Bier wird häufig Gelatine genutzt, um die eigentlich trüben Getränke zu klären - und diese stammt aus Schwarten, Knochen und Haut von Schweinen. Der tierische Anteil in den Getränken ist zwar verschwindend gering, aber vorhanden. Gelatine kommt außerdem als Verdickungsmittel zum Einsatz, etwa in Fruchtgummi. Auch in Frischkäse kann Gelatine stecken.

Zum Teil werden für solche Produkte aber auch pflanzliche Bindemittel wie Pektin, Maisstärke oder Agar-Agar eingesetzt. Die kann man auch beim Kochen und Backen anstelle von Gelatine nutzen.

Chips sind häufig mit Aromen aus Schwein, Geflügel oder Kälberlab gewürzt. Diese Stoffe werden oft aus Schlachtabfällen hergestellt.

In Brot und Brötchen kann die Aminosäure L-Cystein enthalten sein - und die wird aus Schweineborsten gewonnen. L-Cystein sorgt dafür, dass der Teig geschmeidiger wird und beim Backen gut aufgeht. Vor allem bei abgepacktem Brot ist das oft der Fall. Kennzeichnungspflichtig ist der Einsatz dieses technischen Hilfsstoffs übrigens nicht. Mittlerweile gibt es allerdings auch Verfahren, bei denen die Aminosäure mithilfe von Bakterien gewonnen wird und damit vegetarisch ist.

Verbraucher sollten auf Siegel achten

Was kann man als Verbraucher also tun, um sich wirklich nur tierfreie Produkte nach Hause zu holen? Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Produkte mit entsprechenden Siegeln versehen sind, die sie als vegetarisch oder vegan kennzeichnen. Ebenso ist es sinnvoll, immer auf die Liste der Inhaltsstoffe zu schauen. Zudem gibt es Apps wie "Codecheck", mit denen man den Code der Produkte scannen kann und dann deren Inhaltsstoffe angezeigt und erklärt bekommt. 

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