Umweltschädlich, nicht vegan und auch noch schlecht für die Waschmaschine

Igitt! Im Weichspüler stecken Schlachtabfälle

Igitt! Sind in Weichspüler wirklich Schlachtabfälle?
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01. Juli 2019 - 16:43 Uhr

Will man das wirklich auf seiner Wäsche haben?

Es gibt einige Gründe, warum wir beim Wäschewaschen nicht nur Waschmittel in die Maschine geben, sondern auch Weichspüler. Er duftet gut, macht die Wäsche kuschelig weich und reduziert auch die elektrische Ladung von Synthetikfasern. Aber wussten Sie, dass es sogar noch viel mehr Gründe gibt, die gegen Weichspüler sprechen? Einen davon hat der SWR nun in einer Reportage aufgedeckt: Weichspüler enthält Schlachtabfälle!

Das ist nicht der einzige Nachteil

Diese Erkenntnis dürfte nicht nur Vegetariern und Veganern einen Schauder über den Rücken jagen. Möchten wir unsere Wäsche wirklich mit den Nebenprodukten von Tierschlachtungen waschen? Die sind der SWR-Verbrauchersendung "Marktcheck" zufolge sogar Hauptbestandteil vieler Weichspüler. Kationische Tenside aus dem Talg der Abfälle sind es, die sich um die Fasern der Wäsche legen und sie so geschmeidig machen.

Doch das ist längst nicht der einzige Nachteil von Weichspülern!

Weichspüler kann krank machen und schadet der Umwelt

Ein anderer unschöner Nebeneffekt ist, dass Weichspüler Waschmaschinen sogar schädigen kann. Durch die Tierfette legt sich ein schmieriger Film in die Waschtrommel. Dieser bleibt auch nach dem Waschen an den Wänden der Maschine haften und bietet einen Nährboden für Bakterien und Pilze.

Außerdem lösen viele Weichspüler Allergien aus und reizen die Haut. Bei Babykleidung sollte man diese daher auf keinen Fall verwenden. Darüber hinaus ist Weichspüler umweltschädlich, Sie produzieren dadurch mehr Müll und geben mehr Geld aus.

Wer seine Wäsche nur mit Waschmittel wäscht, hat außerdem den Vorteil, dass Handtücher und Bettwäsche viel besser in der Lage sind, Wasser aufzunehmen – Handtücher nach dem Duschen oder Baden und Bettwäsche beim Schwitzen in der Nacht. Wenn das mal nicht genug Gründe sind, künftig auf Weichspüler zu verzichten!

Stellungnahme vom IKW

Der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel, kurz IKW, hat sich am ersten Juli 2019 nun offiziell zum Beitrag vom SWR geäußert und nimmt hierzu wie folgt Stellung:

"Wir stellen das wie folgt richtig: Weichspüler enthalten keinen Talg und selbstverständlich auch keine Schlachtabfälle. Die im Beitrag der Sendung "Marktcheck" im Südwestrundfunk am 25. Juni 2019 aufgestellte Behauptung, "die tierischen Abfälle sind ein Hauptbestandteil der Weichspüler", ist falsch. Richtig ist, dass in Weichspülern kationische Tenside als Wirkstoffe eingesetzt werden. Ausgangsmaterial für die kationischen Tenside können gereinigte tierische Fette, pflanzliche Öle oder aus Mineralöl gewonnene Stoffe sein. Dieses Ausgangsmaterial muss in mehreren Schritten zu kationischen Tensiden umgewandelt werden, damit sie auf Textilien aufziehen können und den Weichgriff ermöglichen. Die Nutzung von tierischen Fetten dient der Schonung von Ressourcen."