Natürliches und gesundes Lebensmittel

Gesundheitslexikon: Gelatine

12. August 2019 - 11:22 Uhr

Gelatine – Gelee mit pflanzlichen Alternativen

Das geruch- und farblose Lebensmittel Gelatine wird in der modernen Küche auf unterschiedlichste Arten zum Kochen verschiedenster Gerichte verarbeitet. Ob Götterspeise, Tortenglasur, Gummibärchen oder Sülze – in all diesen Fällen kommt die geleeartige Gelatine zum Einsatz.

Wie wird Gelatine hergestellt?

Produziert wird Gelatine aus Kollagen, welches wiederum aus Knochen, Sehnen, Knorpel und Haut von Nutztieren gewonnen wird. Das Verfahren hierfür ist relativ aufwändig. Gelatine ist für den menschlichen Organismus grundsätzlich gut bekömmlich – es sind auch kaum Fälle von Allergien bekannt. Man sagt, dass der Konsum von Gelatine bei der Behandlung von Arthrose, dem Verschleiß der Gelenke, helfen soll und auch vorbeugend wirkt. Weil Gelatine ein Tierprodukt ist, streben heutzutage immer mehr Menschen nach dem Verzicht auf Gelatine. Als vegetarische Ersatzprodukte setzen sich Stärke, Pektine und Alginate nach und nach auf dem Markt durch.

Herstellung und Zubereitung von Gelatine

Das Protein Kollagen, aus dem Gelatine gewonnen wird, ist hauptsächlich im tierischen Bindegewebe enthalten, muss aber zunächst aus dem Gewebe gelöst werden. Hierfür wird eine Hydrolyse angewendet, welche meist durch Kochen oder Bearbeitung mit Säuren und Basen erfolgt. Zu über 70 Prozent wird Kollagen im Deutschland aus Schweinescharten gewonnen, aber auch Gewebe vom Rind und Huhn kommt zum Einsatz. Das Gewebe wird zunächst verkleinert und von nicht benötigten Chemikalien wie Calciumcarbonat befreit. Durch steigende Temperatur wird die Substanz nun in Wasser gelöst – je niedriger die Temperatur, desto höher ist dabei später die Gelierkraft der gewonnenen Gelatine. Nach diesem Prozess wird die Gelatine eingefroren, getrocknet und schließlich für den späteren Verkauf zu einem Pulver zermahlen oder alternativ in die bekannte Blattform gebracht.

Um Gelatine für Ihre Kochrezepte richtig einzusetzen, müssen Sie es nun nur noch wieder in die geleeartige Substanz zurück verwandeln. Hierfür legen Sie die Gelatine-Blätter zunächst in kaltes Wasser oder rühren das Pulver ein. Nun lassen Sie es für zehn bis 15 Minuten quellen.

Ersatzprodukte für Vegetarier

Wenn Sie beispielsweise Vegetarier sind, deshalb jedoch nicht auf den Verzehr von Gelatine verzichten möchten, gibt es für Sie mittlerweile auf dem Markt einige pflanzliche Alternativen. Die meisten Produkte dieser Art basieren auf Stärke. Aber auch Pektin, welches aus den Zellwänden verschiedener Obstsorten gewonnen wird, eignen sich gut als Ersatz für Gelatine. Das aus Meeresalgen gewonnene Agar-Agar kann ebenfalls für Sülzen und ähnliche Gerichte verwendet werden.

Wirkung auf den Körper

Gelatine ist grundsätzlich ein unbedenkliches Lebensmittel. Es hat sogar einige positive Effekte auf die Gesundheit: So wirkt es vorbeugend gegen Gelenks- und Knochenerkrankungen. Gelatine enthält eine hohe Konzentration an Aminosäuren, die im menschlichen Körper am Aufbau von Bindegewebe beteiligt sind. Auch bei brüchigem Haar und schlaffer Haut kann Gelatine Besserung bringen. Hierfür werden gar unterstützende Gelatinegetränke angeboten.

Diverse Medikamente werden unter Verwendung von Gelatine hergestellt. Sie sorgt vor allem bei Weichkapseln für die entsprechende Konsistenz.