Ukraine erobert große Gebiete zurück- Wende im Krieg gegen Russland?

Sicherheitsforscher Prof. Burkhard Meißner: Ukraine hat große Chancen, diese Gebiete zu halten

Prof. Meißner über Chancen und Unsicherheiten Wende im Ukraine-Krieg?
03:29 min
Wende im Ukraine-Krieg?
Prof. Meißner über Chancen und Unsicherheiten

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von Vivian Bahlmann und Cathleen Bergholz

6.000 Quadratkilometer- so groß soll das Gebiet sein, das die Ukraine im Krieg gegen Russland zurückerobert hat. Für Prof. Burkhard Meißner, Sicherheitsforscher und Vorstand des German Institute for Defence and Strategic Studies (GIDS), sei das vor allem durch das „Zusammenziehen von Material und Personal im Süden und im Norden, und durch den Aufbau von Reserven“ gelungen.

Im Ukraine-Talk mit RTL-Reporterin Vivian Bahlmann spricht er außerdem von einer „Zwickmühle“, die die Ukrainer aufgebaut haben. Was er damit meint- sehen Sie im Video.

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Gegenoffensive der Ukraine eine Trendwende im Krieg?

„Ob das eine Wende im Krieg ist, können wir noch nicht sagen.“, so Meißner. Es hänge nun davon ab, was die Russen, aber auch der Westen tut. „Wahrscheinlich werden die Russen Schwierigkeiten haben, hier Gegenangriffe durchzuführen“, vermutet der Oberst der Reserve und fügt hinzu. „Sie gruppieren sich tatsächlich um, in dem sie größere Truppenteile im Donbass zusammenziehen. Ich gehe davon aus, dass die Ukraine große Chancen hat, diese Gebiete auch zu halten.“

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Deutschland und der Krieg: Welche Rolle spielen wir?

Trotz der neuen Dynamik und Entwicklungen in der Ukraine haben sich Bundeskanzler Olaf Scholz und Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht gegen deutsche Alleingänge ausgesprochen. Ob sie weitere Panzer schicken wollen, blieb unbeantwortet, Scholz wich der Frage aus. Es ist „schwer zu erkennen, was die Bundesregierung eigentlich will“, sagt Prof. Burkhard Meißner vom German Institute for Defence and Strategic Studies. „Dass man in Deutschland keine Panzer liefern möchte, liegt daran, dass man mit den Verbündeten gemeinsam agieren will.“, erklärt der Forscher. Aber das Problem ist, dass die Verbündeten zu einem Großteil erwarten, dass Deutschland Panzer liefert. Das alles sei für die Verbündeten laut Meißner sehr verwirrend. „Auch die Rede der Verteidigungsministerin hat daran wenig geändert.“

Das GIDS, German Institute for Defence and Strategic Studies, untersucht Probleme und Phänomene, die für die sicherheitspolitische Strategiefähigkeit Deutschlands bestimmend sind und schafft damit Grundlagen für die Beratung der Entscheidungsträger in Bundeswehr und Bundesregierung.

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