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Wegen zu weniger Impfungen: Zahl der Maserninfektionen hat sich 2017 verdreifacht

Masern: Das sollten Sie wissen!
Masern: Das sollten Sie wissen! Wie Sie sich schützen können 01:47

WHO wollte Masern bis 2015 ausrotten

Eigentlich hätten Masern bereits 2015 ausgerottet sein sollen. Das war das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Stattdessen schockieren bisher noch unveröffentlichte Zahlen des Robert Koch Instituts, die dem ZDF-Magazin 'Frontal 21' vorliegen: Demnach haben sich die Maserninfektionen in Deutschland 2017 im Vergleich zu 2016 verdreifacht. Schwarz auf weiß sieht das so aus: 929 Fälle wurden diagnostiziert – im Vorjahr 325. Autsch!

Robert Koch Institut warnt vor Masern

Dr. Ole Wichmann vom Robert Koch-Institut warnt in der Sendung 'Frontal 21' davor, diese Virusinfektion zu unterschätzen. Im schlimmsten Fall kann die nämlich tödlich enden: "Das ist eine dramatische Sache, denn Masern sind keine harmlose Kindererkrankung. Sie treten in allen Altersgruppen auf bei denjenigen, die nicht geimpft sind, und sie können zu 10 bis 20 Prozent Komplikationen verursachen."

Wie schlimm eine Maserninfektion werden kann und warum eine Impfung so wichtig ist, erklären wir im Video.

Impfgegner seien ein großes Problem

Warum das Ziel der Weltgesundheitsorganisation scheiterte, ist leicht zu erklären: Weil zu wenig Menschen gegen Masern geimpft sind, kommt es immer wieder zu neuen Masernausbrüchen.

Das bereitet auch den Experten Sorge. Impfgegner habe es zwar schon immer gegeben, aber durch ihre professionellen Auftritte in den sozialen Medien fänden sie mehr Gehör. Wer sich im Internet informieren will, stoße schnell auf ausführliche Seiten über Impfschäden, angeblich gekaufte Ärzte und angeblich gefälschte Studien.

"Je mehr Infos Leute suchen, umso schlechter sind sie informiert"

"Eltern suchen nach Informationen zum Thema 'Impfen' und wollen sich nicht nur auf das verlassen, was der Arzt empfiehlt, sondern selbst mal schauen. Wir finden in Studien immer wieder: Je mehr Infos Leute suchen, umso schlechter sind sie informiert, umso mehr Gerüchte glauben sie", erklärt Prof. Cornelia Betsch von der Universität Erfurt. Die Psychologin befasst sich dort in wissenschaftlichen Studien mit den Ursachen dieses Phänomens.

Immer mehr Eltern würden sich durch Panikmache und Verschwörungstheorien strikter Impfgegner verunsichern lassen, stellt auch der Verband der Kinder- und Jugendärzte fest. "Wir befürchten, dass Säuglinge unter elf Monaten die Hauptbetroffenen sind. Sie haben häufiger Komplikationen, die dann auch letztlich zum Tode führen, und sie haben eben noch den Nachteil, dass die Eltern die Kinder gar nicht impfen lassen können", so Dr. Jacob Maske vom Verband der Kinder- und Jugendärzte in Berlin.

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