Sie ließ sich nicht überzeugen

Mutter (45) lehnt Corona-Impfung wegen Horror-Storys ab - dann stirbt sie an Delta-Variante

Tricia Jones lehnte eine Corona-Impfung ab - wenige Wochen später starb sie an Covid-19.
Tricia Jones lehnte eine Corona-Impfung ab - wenige Wochen später starb sie an Covid-19.
© CNN

18. Juli 2021 - 11:43 Uhr

Tricia Jones hatte Angst vor Impf-Nebenwirkungen

Debora Carmichael ist passiert, wovor sich Eltern am meisten fürchten: Sie musste ihr eigenes Kind zu Grabe tragen. Tricia Jones aus Kansas City (USA) verlor ihr Leben an die hochansteckende Delta-Variante des Coronavirus. Die Mutter von zwei Kindern wurde nur 45 Jahre alt. Zuvor hatte ihre Familie noch versucht, sie von einer Impfung zu überzeugen – doch Tricias Angst vor Nebenwirkungen war zu groß.

+++ Alle aktuellen Infos zum Coronavirus finden Sie im RTL.de-Liveticker +++

Familie konnte Tricia nicht von Corona-Impfung überzeugen

Tricia Jones und ihre Mutter Debora
"Ich hätte nie gedacht, dass ich meine Tochter mit 45 verlieren würde", so Debora zu Fox4
© CNN

Deboras Trauer um ihre Tochter ist grenzenlos: "Ich ertappe mich immer noch dabei, wie ich ihr schreiben will, und dann denke ich – was mache ich da?", erklärt sie CNN im Interview unter Tränen. Sie selbst ließ sich gegen das Coronavirus impfen, sobald sie die Möglichkeit hatte, doch ihre Tochter hatte zu große Angst vor seltenen Nebenwirkungen wie Blutgerinnseln: "Man hört viele Horror-Storys. Als ich selbst meine erste Spritze bekommen habe, war es heftig, also hatte sie Angst und wurde panisch. Deshalb wollte sie es nicht selbst machen, ich konnte sie nicht überzeugen", sagt Debora dem Nachrichtensender Fox4.

Auch die Bitte ihrer eigenen Kinder konnte Tricia nicht umstimmen: "Wir sagten: 'Bitte Mom, geh einfach und lass dich impfen'", erinnert sich ihre 18-jährige Tochter Adriana.

Tricia kämpfte wochenlang gegen die Delta-Variante

Adriana Jones trauert um ihre Mutter Tricia
Adriana (18) war bei ihrer Mutter, als sie starb
© CNN

Laut ihrer Mutter dachte Tricia: "Ja, vielleicht bekomme ich es, aber ich lasse es drauf ankommen, weil man danach auch wieder gesund werden kann." Doch dann trat der schlimmste Fall ein: Tricias Sohn steckte sich in der Schule an und infizierte sie daraufhin mit der Delta-Variante. Anfang Mai verschlimmerte sich ihr Zustand so sehr, dass Tricia ins Krankenhaus eingeliefert und schließlich künstlich beatmet werden musste.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Über Wochen kämpfte Tricia gegen das Virus – vergeblich: Am 9. Juni starb sie mit nur 45 Jahren. Ihre Tochter Adriana begleitete sie bis zum Schluss: "Ich war diejenige, die ihren letzten Atemzug spürte – einer ohne die Beatmungsmaschine. Und es tat weh", erzählt sie CNN, bevor ihre Stimme versagt.

Familie will Impfskeptiker umstimmen

Tricias Familie erzählt jetzt ihre Geschichte, um andere von den Vorteilen einer Corona-Impfung zu überzeugen. Debora appelliert im Fox4-Interview: "Bitte nehmt das ernst. Ihr wollt nicht sehen, wie ein Familienmitglied, das ihr liebt, da durchgeht. Mit Impfung habt ihr eine bessere Chance, okay da rauszukommen, als ohne."

Delta ist inzwischen – wie auch in Deutschland – die vorherrschende Coronavirus-Variante in den USA und sorgt dort für schnell steigende Infektionszahlen, insbesondere in Missouri, wo Tricia lebte. Der Staat gehört zu den fünf mit der niedrigsten Impfquote in den USA. (rka)