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Waffenlieferung an Ukraine: Ex-Bundespräsident Gauck mit "eindeutigem Ja" im RTL-Interview

Ex-Bundespräsident spricht sich im RTL/ntv-Interview für Lieferung schwerer Waffen aus

"Können wir uns selber ertragen, wenn wir nicht alles tun, was möglich ist?"

Joachim Gauck für die Lieferung von schweren Waffen Gauck im RTL/ntv-Interview
03:28 min
Gauck im RTL/ntv-Interview
Joachim Gauck für die Lieferung von schweren Waffen

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Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck hat sich im RTL/ntv-Interview klar für die Lieferung von schweren Waffen ausgesprochen. “Ein eindeutiges Ja ist meine Antwort. Ich sehe nicht wie wir, wenn wir uns schon nicht helfend an die Seite der Opfer stellen, uns selber noch ins Gesicht schauen können.”

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Schwere Waffen für die Ukraine? Gauck gibt eindeutiges Ja

Die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine sei laut Gauck alternativlos. Dennoch betonte der Ex-Bundespräsident, dass nicht alle Wünsche der Ukrainer erfüllt werden könnten. „Dann müssten wir ja mitkämpfen. Und das will die Nato – aus Gründen, die ich nachvollziehen kann – nicht.“ Alles darunter stehe zur Debatte und müsse entschieden werden.

Gauck über Unabhängigkeit von russischer Energiequellen: "Wir sollten das tun, was möglich ist"

Zum Thema Energie-Embargo sagte er: “Wir ringen darum, ob und wann wir die Energiezufuhr aus Russland abstellen können. Können wir uns selber ertragen, wenn wir nicht alles tun, was möglich ist?"

Er kenne die Debatten und sei ein Realpolitiker geworden. “Ich kann also verstehen, dass die Vertreter der Wirtschaft und auch unsere Parteien hier äußerst besorgt sind.” Allerdings gebe es für ihn "eine stärkere Stimme derer, die aus ihrer Not heraus uns um Hilfe anbetteln" als derjenigen, die sich um einen Konjunktureinbruch sorgen.

Einige vermuteten, dass die Bevölkerung aufrührerisch wird, wenn sie Lasten zu tragen haben, die vielleicht schwer sind, aber möglicherweise doch zu ertragen sind. “Unsere Bevölkerung zeigt ja, dass sie auch bereit ist, Lasten zu tragen”, so der ehemalige Bundespräsident weiter.

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„Unser Problem ist nicht ein ukrainischer Botschafter, sondern unser Problem ist eine gewisse Zögerlichkeit auf der Handlungsebene“, so Gauck. Mit der Bundesregierung sollte daher deutlich gesprochen werden.

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